57

Schaden im zweistelligen Millionenbereich Ermittlungen in der Diözese Eichstätt: Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit

Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit - mit diesen Vorwürfen muss sich das Erzbistum Eichstätt auseinandersetzen. Bischof Gregor Maria Hanke hat gegen einen früheren Mitarbeiter der Finanzverwaltung des Bistums und eine weitere Person Strafanzeige erstattet.

Von: David Herting

Stand: 05.02.2018

Ermittlungen in der Diözese Eichstätt: Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit | Bild: BR

Wie die Diözese Eichstätt in einer Pressemitteilung bekannt gab, hatte Bischof Gregor Maria Hanke bereits im vergangenen Jahr eine Anwaltskanzlei in München beauftragt, Anzeige zu erstatten. Belastet wird dabei ein früherer Mitarbeiter des Bistums und eine weitere Person, die im Immobilienbereich tätig sein soll.

Bistum Eichstätt geht an Öffentlichkeit

Laut Diözese Eichstätt erzwinge es der aktuelle Stand im Ermittlungsverfahren an die Öffentlichkeit zu gehen. Das Bistum habe bereits vergangenes Jahr die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, heißt es weiter. Die zuständige Staatsanwaltschaft München II bestätigte auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks den Eingang einer Anzeige durch eine vom Bistum beauftragte Anwaltskanzlei im Sommer 2017.

Beide Personen befänden sich in Untersuchungshaft, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Man gehe von einer Schadenshöhe im zweistelligen Millionenbereich aus. Es sei allerdings noch nicht klar, ob es dabei bleibt. Laut eines Berichts des "Donaukurier" soll es sich bei einem der Verhafteten um einen früheren stellvertretenden Finanzdirektor handeln. Die Diözese kündigt für Dienstag, 6. Februar, eine Pressekonferenz im Bischöflichen Ordinariat in Eichstätt an.


57

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Kasi, Mittwoch, 07.Februar, 13:24 Uhr

26. Begeisterung

Ich bin begeistert, wie das Bistum Eichstätt aus dem Limburger Finanzskandal gelernt hat, wo auch Finanzdirektoren üppige Wohnträume des Bischofs Wirklichkeit werden ließen. Das Bistum Eichstätt hat sich durch die umstrittenen Weihe des Diakons ohnehin schon einen tollen Ruf erarbeitet!
Toll, dass das alles Kirchensteuern sind, die in Dallas/Texas verprasst worden sind!
Wie doch Anspruch und Wirklichkeit der Kirche zusammengehen! Wort und Tat müssen wie in der Verkündigung Jesu zusammenpassen.
Ich bin begeistert, wie die Kirche aus allen ihren Skandalen gelernt hat!

thorie, Dienstag, 06.Februar, 18:54 Uhr

25. ich wiederhole meine frage

"...frage: wieviele "kathol. pädopriester" saßen schon in U-haft?
wieviele "gottesdiener"-pädos wurden von der kirche der staatl. rechtsprechung übergeben? ..."

warum ruft die "kirche" ausgerechnet jetzt nach dem "staat"sanwalt ?

weils um IHR geld geht?

da ist "der staat" aufeinmal gefordert?

Angelika Oetken , Dienstag, 06.Februar, 13:53 Uhr

24. Begleit- und Beschaffungskriminalität

Es war Papst Benedikt, der dafür gesorgt hat, dass die Funktionäre der Katholischen Kirche nicht mehr so viel Geld am Vatikan vorbei leiten können
(...)
Benedikts Nachfolger beauftragte mit Kardinal George Pell einen als sehr durchsetzungsstark bekannten Mann damit, möglichst viel Kirchenvermögen unter die Kontrolle Roms zu bringen. Dass Kirchenfinanzexperte Pell in komplexe Missbrauchskriminalität verwickelt ist, kann nicht als Zufall gelten, sondern ist typisch.
(...)
https://www.br.de/service/kommentare-netiquette-richtlinien-110.html Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
Kommentar-Richtlinien bearbeitet.

Schorsch, Montag, 05.Februar, 23:18 Uhr

23. Auch bei den Finanzprofis läuft nicht alles gut

Nehmen wir z.B. Die Deutsche Bank. Da setzen hochbezahlte Finanzjongleure Milliarden in den Sand und bekommen dafür noch exorbitante Boni

  • Antwort von Der Schelm, Dienstag, 06.Februar, 06:18 Uhr

    @ Exorbitante Boni ? Man braucht ja was, was man von der Steuer absetzen kann. Steuern zahlen die alle nicht gern. Im Gegenteil, man möchte was aus den vollen Steuertöpfen.

Barbara, Montag, 05.Februar, 22:02 Uhr

22. Wie im Donaukurier zu lesen ist, war es ein ehemaliger Investmentbanker,

der 60 Mio Dollar in ungesicherte Immobilienkredite in den USA gesteckt hat. Demzufolge stellt sich die Frage, wie ein Investmentbanker so dumm sein kann und Kredite in dieser Höhe vergeben kann, ohne Sicherheiten dafür zu verlangen.

  • Antwort von Oskar, Dienstag, 06.Februar, 09:55 Uhr

    Die Frage ist doch nicht wie dumm derjenige ist oder war sonder wieviel er in die eigene Tasche abgezweigt hat. Reichlich naiv sind die Personen die solchen Finanzjongleuren nicht auf die Finger schauen - wohl nix aus der letzten Finanzkrise gelernt !

  • Antwort von Wanda, Dienstag, 06.Februar, 17:09 Uhr

    Die Frage ist: gibt es überhaupt eine Kontrolle bei den geistlichen Herren ? Oder ist die überflüssig weil der Beistand des Hl. Geistes sowieso garantiert ist ? Eigentlich müssten nun Instanzen der Steuerkontrolle tätig werden, denn es handelt sich um den unsachgemässe, vielleicht sogar betrügerische Verwendung von Steuergeldern, und zwar auch jener Bürger, die keiner Kirche angehören...