7

Bundeswehr unschlüssig Gemeinde Penzing muss sich bei Fliegerhorst-Areal gedulden

Servus Transall! Das Lufttransportgeschwader 61 in Penzing bei Landsberg am Lech wird morgen offiziell außer Dienst gestellt. Für das Areal hat die Gemeinde eigentlich große Pläne. Ob sie diese aber jemals umsetzen kann, ist fraglich.

Von: Michael Bartmann

Stand: 13.12.2017

Eine Transall-Maschine der Luftwaffe landet auf dem Fliegerhorst Penzing bei Landsberg am Lech (Archivbild): | Bild: picture-alliance/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Offiziell will die Bundeswehr den Standort Penzing bis Ende 2018 komplett auf- und 2019 an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zurückgeben. Von der könnte es die Gemeinde dann kaufen und entwickeln, Pläne dafür gibt es schon. Auf dem 272 Hektar großen Fliegerhorst-Gelände sollen Häuser für ein Mehrgenerationenwohnen gebaut und einen Technik- und Innovationscluster errichtet werden. Penzing will neue Arbeitsplätze in Zukunftsbranchen schaffen.

Bundeswehr überdenkt alle geplanten Rückgaben

Aber: Wie ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums dem Bayerischen Rundfunk bestätigte, ist die Bundeswehr gerade dabei, alle geplanten Rückgaben von Liegenschaften zu hinterfragen und neu zu bewerten. Und das betrifft ausdrücklich auch den Flugplatz Penzing.

Als Grund dafür gilt die laut Ministerium deutlich verschärfte außen- und sicherheitspolitische Lage. Heißt also, die Bundeswehr ist sich noch nicht sicher, ob sie auf den Flugplatz Penzing tatsächlich verzichten kann. Denkbar wäre eine sogenannte Stillstandswartung: Der Flugplatz wird dann soweit instandgehalten, dass man ihn jederzeit wieder reaktivieren könnte.

Für Penzings Bürgermeister "worst case"-Szenario

Für die Gemeinde ist das eine äußerst unbefriedigende Situation, denn ihr fehlt die Planungssicherheit. Allerdings sind bereits Gutachten in Auftrag gegeben worden. Das alles kostet Geld. Und: Die Investoren stehen bereits Schlange. Penzings Bürgermeister Johannes Erhard spricht von einem "worst case"-Szenario, das jetzt eingetreten sei.

Gemeinde den Erstzugriff sichern

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben setzt die Verkaufsgespräche mit der Gemeinde trotzdem fort. Es geht darum, Penzing ihre Option auf den Erstzugriff im Falle eines Verkaufs zu sichern. Einen solchen haben die Kommunen unter bestimmten Voraussetzungen – zum Beispiel, wenn die Nachnutzung einer öffentlichen Aufgabe dient. Und so handeln jetzt alle Beteiligten einen Kaufvertrag über ein Grundstück aus, von dem der Verkäufer, die BImA, noch gar nicht weiß, ob sie es überhaupt jemals bekommt.


7

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Wehrpflichtiger, Mittwoch, 13.Dezember, 11:43 Uhr

3. Liegenschaften und Bedarf

Für was braucht eine Bundeswehr noch so viele Liegenschaften, wenn das dort gelagerte Gerät (Panzer,Flugzeuge etc.) ohnehin zu einem Teil nicht mehr einsatzfähig ist ("Kaputte Truppe- Die ZEIT 20.4.17)? Und jeder weis, wenn es wirklich mal ernst werden sollte mit der "Sicherheit", und die Bundeswehr ran müsste, dann würde neben dem fehlenden Gerät vor allem es an Kampftruppen fehlen ("Verzweifelt gesuchter Nachwuchs",br ,26.7.17). Von der Politik zu einer reinen Selbstverwaltungsarmee u. Versorgungsarmee degeneriert, bei der nur ein sehr kleiner Anteil für fragwürdige Auslandseinsätze seinen Kopf hinhalten darf. Aber Hauptsache Kitas und die richtigen Bilder in den Kasernenstuben.Ein Milliardengrab für den Steuerzahler.

Bernhard, Mittwoch, 13.Dezember, 11:07 Uhr

2. Was hier mit Steuergeldern gemacht wird, ist

unter aller .......
Die Wohngebäude stehen seit Jahren leer und verrotten, dafür mietet und baut man Gebäude für Asylsuchende in Landsberg.
Nun lässt man wieder alles vorerst beim Alten, bis alles verrotet ist und dann kann ja sein, dass man Millionen zum herrichten verwendet oder doch an die Gemeinde abgibt.
So oder so kostet das den Steuerzahler wieder viel viel Geld.

Flughafen, Mittwoch, 13.Dezember, 09:49 Uhr

1. Flughafen

Das ist bei den anderen Flughäfen der Bundeswehr genauso ein ewiges Hick Hack mit der Umnutzung.

Hier gehört genauer nachgefragt wie u. warum solche Umnutzungen anders verlaufen als bei privaten Firmengeländen !

  • Antwort von Hrdlicka, Mittwoch, 13.Dezember, 10:57 Uhr

    @Flughafen: wie so oft, wer lesen kann ist immer im Vorteil: "Als Grund dafür gilt die laut Ministerium deutlich verschärfte außen- und sicherheitspolitische Lage. Heißt also, die Bundeswehr ist sich noch nicht sicher, ob sie auf den Flugplatz Penzing tatsächlich verzichten kann."