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Betriebsversammlung in Ingolstadt Audi-Betriebsrat fordert endgültige Trennung von Stadler

Bei Audi in Ingolstadt hat Betriebsratschef Mosch heute einen personellen Neubeginn und eine Strategie zur langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze gefordert. Ein "Weiter so" akzeptiere man nicht. Audi-Chef Stadler sitzt seit drei Wochen wegen Verdunkelungsgefahr im Abgasskandal in Untersuchungshaft.

Von: Susanne Pfaller und Anton Rauch

Stand: 11.07.2018

Betriebsversammlung bei Audi in Ingolstadt. | Bild: BR / Susanne Pfaller

Nach den jüngsten Folgen der Dieselkrise, vor allem nach der Verhaftung von Rupert Stadler, will der Betriebsrat einen personellen Neustart an der Spitze des Unternehmens. Es gebe "Handlungsbedarf, um das Unternehmen auf Erfolgskurs zu halten", erklärte Betriebsratschef Peter Mosch.

Bei dieser hochexplosiven Thematik geriet das eigentliche Problem des Tages, die gedrosselte Produktion durch die Schwierigkeiten mit den Zulassungen, fast in den Hintergrund.

Audi stellt Bänder länger ab und dehnt Betriebsferien aus

Über die Ferienzeit bis 24. August hinaus werden die Bänder für den A 4 und den A 5 weitere zwei Wochen stillstehen. Wie viele Ausfallschichten später noch folgen, ist völlig unklar. Betriebsratschef Mosch sprach von vereinzelten Tagen. Finanziell spüren die Audianer die Minderproduktion erst einmal nicht. Die Maßnahme betrifft 18.000 Mitarbeiter.

Audi-Beschäftigte erhalten vorerst das gleiche Geld müssen aber Minusstunden schreiben

Ihr Gehalt erhalten sie bis auf weiteres ohne Abstriche, allerdings müssen sie sich die Hälfte der Arbeitszeit als Minusstunden auf ihr Konto eintragen lassen. Insgesamt herrscht bei den Audianern große Unsicherheit - sowohl bezüglich der Dieselkrise also auch der Produktionsdrosselungen.

Audi-Betriebsrätin fordert Batteriefertigung in Ingolstadt

Die Ingolstädter Betriebsrätin Ingrid Seehars forderte "eine eigene Audi-Batteriefertigung in Ingolstadt." Dort beschäftigt Audi 44 000, im württembergischen Neckarsulm 17 000 Mitarbeiter. Für sie gilt eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2025.


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Kommentare

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IOT, Donnerstag, 12.Juli, 21:12 Uhr

8. Kein Kopfschütteln

Dann kaufen sie sich halt kein deutsches Auto mehr, besser lieber einen Renault oder Fiat. Ich habe gehört, dass die Abgasausstöße dieser Fahrzeuge aus Rosenduft bestehen.

P. S.: Wie kann man denn deutsche Arbeitsplätze und einfache Arbeiter so schlecht darstellen und einfach nur verteufeln so wie es in den letzten zwei Jahren ständig passiert. Das zehrt wirklich an unseren Nerven, oder möchten sie über ihre Arbeit jeden Tag solch herabwürdigende Kommentare lesen?
Und wenn sämtliche Mitarbeiter ständig an den Pranger gestellt werden, ohne jedwede Grundlage, muss man sich schon überlegen, rechtliche Schritte abzuwägen. Das gilt auch für solche Kommentarfunktionen im Internet!

Genervter Konsument, Donnerstag, 12.Juli, 10:34 Uhr

7. Kopfschütteln

Ich kann das Wort "Arbeitsplätze" nicht mehr hören.
Solchen Konzernen, die uns Konsumenten nur belügen und betrügen, gehört sowas von auf di Finger gehauen.
Sorry, aber Mitleid kann ich da keines mehr haben.
Der Verbraucher wird bewußt getäuscht, es werden große Gewinne eingefahren, auch die Mitrabeiter bekommen stattliche Boni, ganz zu schweigen von den Managern, und jetzt wird geheult.
Einem Kind würde man sagen, "das mußt Du lernen, dass man nicht lügt und betrügt".

Was ist mit den Umweltbelastungen?
Wer setzt sich hier ein?
Ich werde mir kein dt. Auto mehr kaufen!

Überbezahlte Kopfnicker ohne Ahnung, Donnerstag, 12.Juli, 10:04 Uhr

6. Völlig überfordert

@ Nürnberger

Stimmt, was Sie sagen.
Diese Leute sind für die Funktion als AR ethisch und intellektuell überhaupt nicht geeignet.

Bereits bei VW hat man erleben können, wie sich ein gelernter Schmied als stellvertretender AR-Vorsitzender hat aufführen dürfen wie der Sonnenkönig - nicht nur auf Brasilien-tour.

  • Antwort von geistige Tiefflieger, Donnerstag, 12.Juli, 14:03 Uhr

    Und wie sich erst die Eliten aufführen (bspw. Vorstand/Aufsichtsrat VW), wie Manager/BWL/Kaufleute und Ingenieure/Wissenschaftler, echt lachhaft - die waren ja auch auf Rio-Fahrt.

Manu, Donnerstag, 12.Juli, 08:57 Uhr

5. Auch der Audi-Betriebsratsvorsitzende hat geschlafen

Lieber Herr Mosch,
auch Sie müssten zurücktreten.
Sie als Arbeitnehmervertreter im Audi-Aufsichtsrat hätten lange genug Zeit gehabt die Missstände anzusprechen.
Statt dessen haben Sie jahrelang Herrn Stadler die Stange gehalten.
Jetzt kann man natürlich sauber nachtreten und von den eigenen Fehlern (nix hören, nix sehen, nix sagen) ablenken.

Many, Mittwoch, 11.Juli, 18:36 Uhr

4. Audi völlig überrascht,

von den neuen Bestimmungen. Normal brauchen Behörden von Staat und EU sehr lange,die schlägt nur noch die Kat.Kirche. Aber diesmal
wurde VW und Audi von der "Schnelligkeit" mit der die neuen Bestimmungen ,Gesetzt werden , "übererrascht ". Man hat zuviel Zeit mit der Verhinderung von Berichten verbracht. Aber keine Sorge, wie auch bei VW ,sind die Verkaufszahlen und Bestellungen sehr gut und der Deutsche Michel läßt sich alt gern mal verar.