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Wegen sexueller Übergriffe Angeklagter Ex-Musikhochschul-Professor beteuert Unschuld

Der wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagte frühere Präsident der Münchner Musik-Hochschule hat in seinem Schlusswort noch einmal seine Unschuld beteuert.

Von: Birgit Grundner

Stand: 16.05.2018

Ehemaliger Hochschul-Rektor im Gerichtssaal in München. | Bild: BR/David Herting

Ein früherer Rektor der Münchener Musikhochschule muss sich seit Ende November erneut vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: sexueller Übergriff in mehreren Fällen.

"Zu viele sexuelle Kontakte zu Frauen"

"Ich habe in meinem Leben viele, vielleicht zu viele sexuelle Kontakte zu Frauen gehabt."

Der angeklagte ehemalige Rektorder Musikhochschule

Aber es sei niemals gegen den Willen der Frauen oder gar mit Gewalt geschehen. Jetzt wolle er nur noch seinen seelischen und existentiellen Frieden finden, schreiben, Konzerte geben.

Verteidiger fordern Freispruch

"Freispruch" hatten zuvor auch seine Verteidiger gefordert.  Die Vorwürfe der beiden Frauen, die ihr Mandant vergewaltigt bzw. sexuell genötigt haben soll, ließen sich nicht beweisen, Zeugen hätten sich in Widersprüche verwickelt und vieles auch nur vom Hörensagen gewusst. Es stehe Aussage gegen Aussage, so die Verteidigung. 

Kläger wollen sieben Jahre Haft

Staatsanwaltschaft und Nebenklage hielten die Zeugen dagegen für glaubwürdig. Sie plädierten auf eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren – und beantragten Haftbefehl. Im Falle eine Verurteilung könnte der  Ex-Musikhochschul-Präsident gleich anschließend im Gerichtssaal verhaftet werden. Noch heute Abend will das Gericht sein Urteil verkünden.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Der 63-Jährige war bereits im April 2017 in einem anderen Prozess wegen sexueller Nötigung einer Professorin zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil die Staatsanwaltschaft in Berufung gegangen ist – sie hatte dreieinhalb Jahre Freiheitsstrafe gefordert.

Weitere Vorwürfe gegen Dritte

Unterdessen sind nach Medienberichten weitere Vorwürfe bekannt geworden. So soll es teils systematisch und geplant zu weiteren sexuellen Übergriffen an der Musikhochschule gekommen sein. Die Beschuldigungen gegen zwei Professoren sind schon länger bekannt – das Ausmaß der Fälle aber ist neu.


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