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NSU-Prozess: 404. Verhandlungstag, 11.02.2018 Nebenkläger können Plädoyers nicht fortsetzen

Wegen gesundheitlicher Probleme eines Angeklagten konnten die Nebenkläger ihre Plädoyers heute nicht fortsetzen. Der Prozess könnte sich noch lange hinziehen.

Von: Ina Krauß

Stand: 11.01.2018

Ralf Wohlleben-Schild im NSU-Prozess | Bild: picture-alliance/dpa

Der mutmaßliche Unterstützer des NSU Ralf Wohlleben klagte bereits in den vergangenen Tagen über Rückenprobleme. Seine Verteidiger wollten die Öffentlichkeit ausschließen, um über die Verhandlungsfähigkeit ihres Mandanten zu verhandeln. Nach mehreren Unterbrechungen entschied das Gericht, die Hauptverhandlung für heute ganz zu unterbrechen. Am Dienstag wird der NSU-Prozess fortgesetzt.

Es stehen nur noch wenige Plädoyers der Nebenklage aus, dann sind die Verteidiger am Zug. Allerdings stellte die Verteidigung von Ralf Wohlleben vor zwei Tagen einen weiteren Beweisantrag, in dem es um die Beschaffung der Ceska-Waffe geht, mit der der NSU seine rassistische Mordserie an neun Geschäftsleuten mit türkischen bzw. griechischen Wurzeln beging. Die Entscheidung über den Beweisantrag könnte den Prozess weiter verzögern.

Ralf Wohlleben wird beschuldigt die Ceska besorgt zu haben. Die Bundesanwaltschaft fordert eine 12-jährige Haftstrafe wegen Beihilfe zum Mord für den ehemaligen NPD-Funktionär.

Termine bis 2019?

Am Rande des heutigen Verhandlungstages wurde bekannt, dass das Gericht bereits Prozesstermine bis Januar 2019 offenhält. Allerdings nur vorsorglich. Die Verfahrensbeteiligten wurden zunächst zu möglichen Terminkollisionen befragt.


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