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Versuchter Totschlag Vier Jahre Jugendstrafe im Deggendorfer "Tiefgaragenprozess"

Ein 18-Jähriger rammte Anfang des Jahres einem 14-Jährigen ein Messer in den Kopf. Dafür wurde er heute vom Landgericht Deggendorf wegen versuchten Totschlags zu vier Jahren Jugendhaft verurteilt.

Von: Harald Mitterer

Stand: 13.07.2018

Ein Schild mit der Aufschrift «Amts- und Landgericht Deggendorf» und dem bayerischen Wappen ist am 11.02.2016 vor dem Gerichtsgebäude in Deggendorf (Bayern) angebracht.  | Bild: pa/dpa/Armin Weigel

Wegen versuchten Totschlags an einem 14-Jährigen wurde ein 18-Jähriger vom Landgericht Deggendorf am Mittag zu einer Jugendstrafe von vier Jahren verurteilt. Die Anklage lautete auf versuchten Mord.

Messerattacke knapp überlebt

Nach einem schon länger schwelenden Streit des Angeklagten mit seinem Kontrahenten kam es am 5. Januar zu einer Art Showdown. In der Tiefgarage im Kulturviertel gingen die beiden jungen Männer begleitet von Freunden aufeinander los, traktierten sich mit den Fäusten und schubsten sich gegen die Betonwand. Der angeklagte kosovarische Staatsangehörige ging schließlich mit einem Messer von hinten auf seinen Gegner los und rammte es ihm durch die Schädeldecke. Das Opfer, das im Prozess als Nebenkläger auftritt, erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und überlebte laut Staatsanwalt nur mit viel Glück.

Staatsanwaltschaft wertete Angriff als heimtückischen Mordversuch

Die Staatsanwaltschaft hatte den Angriff mit dem Messer als heimtückischen Mordversuch gewertet. Das Gericht folgte dem nicht und verurteilte den 18-Jährigen wegen versuchten Totschlages und schwerer Körperverletzung zu vier Jahren Jugendstrafe. Der Angeklagte sitzt seit seiner Festnahme im Januar in Untersuchungshaft. Das Urteil ist noch nicht rechtkräftig.


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