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Prozess in Landshut Versuchter Mord - Angeklagter spricht von Leidensdruck

Vor dem Landgericht in Landshut muss sich seit Donnerstag ein 28-Jähriger wegen versuchten Mordes verantworten. Er soll auf den neuen Freund seiner Ex eingestochen haben. Der Angeklagte begründete die Tat mit enormem Leidensdruck.

Von: Andreas Mack

Stand: 15.06.2018

Der 28-Jährige vor dem Landgericht in Landshut | Bild: pa/dpa/Armin Weigel

Die brutale Messerattacke auf den neuen Partner seiner Ex-Freundin hat ein 28 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Landshut mit seinem Trennungsschmerz begründet. Sein Leidensdruck sei immer größer geworden, ließ er zum Prozessauftakt über seinen Anwalt ausrichten.

Sicherungen durchgebrannt

Er habe die beiden am Tattag im Juni 2017 nicht töten, sondern seine Ex-Freundin lediglich sprechen wollen. Als sie ihm die Tür öffnete, seien ihm die Sicherungen durchgebrannt. Die Staatsanwaltschaft legt dem Deutschen versuchten Mord zur Last. Der Anklage nach stach er mindestens zwölf Mal auf Kopf und Rücken des neuen Partners seiner schwangeren Ex-Freundin ein.

Die Frau hatte versucht, den Angreifer von ihrem Partner abzuwehren. Als ihr das nicht gelang, flüchtete sie zu Nachbarn, die die Polizei riefen. Dadurch habe der Angreifer seinen Plan, die Frau aus Rache für die zurückliegende Trennung sexuell zu missbrauchen, nicht umsetzen können, so die Staatsanwaltschaft. In einem Rucksack hatte der Mann unter anderem Handschellen, einen Dildo, High Heels, Klebeband und ein Beil mitgebracht.

Angeklagter kann sich nicht an Tat erinnern

Vor Gericht ließ der Angeklagte weiter ausrichten, er wolle die Schuld für die Tat - an die er sich allerdings nicht erinnern könne - übernehmen und sei voller Reue. Die Gegenstände aus dem Rucksack seien lediglich als Druckmittel gedacht gewesen. Mit dem Beil hätte er vielleicht Möbel zertrümmert, aber niemanden angegriffen. Die Schuhe hätte die Frau freiwillig anziehen sollen, damit die Bilder, die er von ihr im Kopf habe, verschwänden, erklärte der Angeklagte.

Das Ex-Paar hatte sich im Sommer 2016 getrennt. Nach eigener Aussage hatte der Angeklagte die Katze der Frau an die Wand geschleudert. Daraufhin habe ihn seine damalige Freundin aus der Wohnung geworfen. Die Schwangerschaft der Frau sei nicht der Grund für den Angriff im vergangenen Jahr gewesen, ließ der Angeklagte ausrichten. Er habe erst bei der Vernehmung durch die Polizei erfahren, dass die Frau ein Kind erwarte. Ihr neuer Partner überlebte den Angriff schwer verletzt und trug Narben im Gesicht davon. Zudem leiden die beiden seither unter Panikattacken.

Nach der Tat lieferte er sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Im Auto lag noch eine Armbrust. Mit der habe er sich selbst töten wollen, so der Angeklagte heute.

Für den Prozess sind zunächst zwei weitere Verhandlungstage angesetzt.


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