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Unwetter in Niederbayern "Windbruchschäden historischen Ausmaßes"

Der Katastrophenfall im Lkr. Passau bleibt aufrecht erhalten. Das teilte das Landratsamt am Sonntag mit. Nach den orkanartigen Stürmen vom Freitagabend müssten noch eine Reihe von Straßen und Einzelgehöften gesichert werden, heißt es. Wann der Katastrophenfall aufgehoben wird, werde heute entschieden, sagte Landrat Franz Meyer dem BR.

Von: Martin Gruber und Kilian Neuwert

Stand: 21.08.2017

Tragische Unglücke nach dem Unwetter im Raum Passau: Im Zuge der Aufräumarbeiten kamen zwei Menschen ums Leben. Die Schäden sind immens. In Pocking starb ein Dachdecker, der bei Aufräumarbeiten abgestürzt war. Auslöser des Sturzes seien gesundheitliche Probleme des 68 Jahre alten Mannes gewesen, teilte das Landratsamt Passau mit. In Hauzenberg stürzte ein 94 Jahre alter Mann beim Aufräumen, er starb später im Krankenhaus.

Es gibt größtenteils wieder Strom

Nach dem schweren Unwetter sind die meisten Ortschaften im Landkreis Passau wieder mit Strom versorgt. Nur mehr kleine Weiler oder Gehöfte seien noch ohne Strom, teilte die Polizei heute mit. Im Laufe des Tages sollte auch hier die Versorgung wieder hergestellt sein. Bauernhöfe mussten zuvor mit Stromaggregaten versorgt werden, weil die Melkmaschinen wegen des Ausfalls nicht funktionierten.

"Man ist schockiert"

Ortstermin mit Minister: Helmut Brunner (2. v. l.) sagte, er habe so etwas "noch nie gesehen"

Schwere Gewitter und Stürme hatten am Freitagabend im Landkreis Passau ganze Landstriche verwüstet. Der Passauer Landrat Franz Meyer: "Man ist schockiert, wenn man sieht, dass auf manchen Flächen quadratkilometerweise kein Wald mehr steht. Ein Bild, dass ich bisher noch nie so gesehen habe." Er sprach von einer "Veränderung des Landschaftsbildes in manchen Landkreisteilen". Er warnte zugleich: "Das Betreten von Waldstücken ist auf Wochen lebensgefährlich." Der im Landkreis Passau am Samstag ausgerufene Katastrophenalarm wurde vorerst aufrechterhalten. Am vergangenen Wochenende sind im Kreis Passau 2.350 Notrufe eingegangen, 1.500 davon in der Sturmnacht.

Insgesamt ist im nördlichen Landkreis eine Fläche von 402 Quadratkilometer betroffen. Viele Waldbauern müssten wohl um ihre Existenz bangen, sagte Meyer dem BR. Am Sonntagnachmittag machte sich Landwirtschaftsminister Helmut Brunner vor Ort ein Bild von den Schäden. Auch er zeigte sich schockiert.

"Was am dramatischsten ist, sind die Waldbilder. Die Schäden, die sich über Generationen hinaus auswirken werden, weil im Gegensatz zur Landwirtschaft kann man nicht im Frühjahr säen und im Herbst ernten. In der Waldwirtschaft haben wir Umtriebszeiten von 80 bis 100 Jahren. Also sind mehrere Generationen von diesem Unglück betroffen."

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner

Schwere Schäden auch im Raum Freyung

Auch den Nachbarlandkreis Freyung-Grafenau hat es schwer getroffen. Es sei zu erheblichen Schäden an privaten und gewerblichen Gebäuden, Infrastruktureinrichtungen, landwirtschaftlichen Flächen und in Wäldern gekommen, so eine Sprecherin im Freyunger Landratsamt zum BR.

Obwohl die zuständigen Bauhöfe durchgehend im Einsatz sind, sind immer noch einige Straßen nicht befahrbar, andere nur einspurig. Wanderwege dürfen nicht benutzt werden. Außerdem, so die Sprecherin, sei unbedingt auf gerissene Stromleitungen zu achten.

Bei dem Gewitter sind im Kreis Passau auch zahlreiche Häuser abgedeckt worden. In den Gemeinden Obernzell, Thyrnau, Büchlberg, Hauzenberg, Sonnen und Breitenberg gab es zeitweise keinen Strom mehr. Auch das Telefonnetz brach in einigen Teilen des Landkreises zusammengebrochen. Insgesamt waren laut Kreisbrandinspektor Horst Reschke 700 Einsatzkräfte der Feuerwehren am Wochenende im Einsatz.

Tausende Haushalte ohne Strom

Das Unwetter in der Nacht auf Samstag hatte in zahlreichen Teilen des Freistaats schwere Schäden verursacht. Es gab laut Meteorologen Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 135 Stundenkilometern und literweise Regen. Dutzende Menschen wurden verletzt.

Wie die Bayernwerk AG mitteilte, mussten mehr als 40.000 Haushalte und Betriebe im Bayernwerk-Netzgebiet zeitweise ohne Strom auskommen. Am Sonntagmorgen seien noch rund 4.000 niederbayerische und etwa 200 oberbayerische Haushalte vom Netz gewesen. Landwirte hatten mitunter geklagt, dass sie ihre Milchkühe aufgrund des Stromausfalles nicht melken können. Bewohner stellten die Stromversorgung teilweise mit Notsromaggregaten sicher.


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Blauer Himmel, Montag, 21.August, 18:43 Uhr

4. Wettermanipulation

Es wird höchste Zeit, dass die Menschheit aufwacht und die Wettermanipulation beendet!

Wenn mittels Chemtrails und HAARP wochen- und monatelange Hitze, Starkregen und Stürme etc. erzeugt werden, dann ist das gegen uns und dann müssen wir das beenden!!!

Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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  • Antwort von Leonia, Montag, 21.August, 21:17 Uhr

    (...) Ein Verschwörungstheoretiker! (...) glaubt, eine Wetterforschungsanlage sei eine von sinistren Kräften gebaute Station zur Vernichtung der Menschheit. (...) Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
    Kommentar-Richtlinien bearbeitet.

websaurier, Montag, 21.August, 11:19 Uhr

3. Selbst schuld...


Auf den "Wald"-Bildern sehe ich ausschließlich minderwertige Fichten-Monokulturen, die es erwischt hat...

Dazu noch welche, die völlig nackt stehen, ohne Hecken oder ähnlichen halbhohen, schützenden Bewuchs am Rand. Die müssen ja fallen...
Hier sollte es keine Entschädigung geben !

  • Antwort von Weva, Montag, 21.August, 12:14 Uhr

    ist websaurier vom Fach? Förster, Waldbauer, Diplomwirt f. Forstwirtschaft oder ähnliches?

    auch wenn sie vom Fach wären finde ich den Satz "Hier sollte es keine Entschädigung geben." treist und irgendwie unverschämt.
    Ich hoffe für Sie, dass Sie nie in eine noch so missliche Lage kommen und Hilfe von außen benötigen.

  • Antwort von forstwein, Montag, 21.August, 13:31 Uhr

    Hier hat es alle Bäume erwischt auch die Laubbäume wurden wie Streichhölzer umgeknickt. Die Fichte ist nun mal der Brotbaum, wie soll sich der Wald sonst finanziell selber tragen? Sind Sie bereit Eintrittsgeld zu bezahlen wenn sie Wälder betreten oder sind Sie bereit Ihren Urlaub für Pflegemaßnahmen im Laubwald zu opfern, und wie wollen Sei einen Dachstuhl zimmern ohne Nadelhölzer? Also nächstes Mal bitte erstmal überlegen bevor man Kommentare abgibtl.

  • Antwort von facepalm, Montag, 21.August, 23:39 Uhr

    @forstwein, dass Fichtenmonokulturen sowohl gegen Windbruch als auch Borkenkäferbefall empfindlicher sind ist ja wohl unumstritten und nicht neu. Dazu kommt der Klimawandel,. der gerade die Fichte stark Trifft, siehe aktuell "Risk of genetic maladaptation due to climate change in three major European tree species" doi 10.1111/gcb.13802
    Das Gefasel vom "Brotbaum Fichte", das ich seit Jahrzehnten höre, kann man genauso lang schon vergessen. Mischbestände aufbauen ist mehr als überfällig - aber da herrschen in den Ämtern und in einem großen Teil der Waldbauern noch Meinungen... m(
    Wetten, dass der Großteil der geschädigten Flächen genau wieder mit Fichte mono"kultur" bepflanzt wird?

  • Antwort von wf, Dienstag, 22.August, 13:31 Uhr

    Also ich lebe erst kurz hier, komme aus einer sehr waldreichen Gegend und ich mag die Leute hier wirklich. Aber das ist kein Freibrief für alles!
    Mich trifft ein Schlag nach dem anderen seit ich hier bin, wie wenig Ahnung die Leute in der Gegend hier von Bäumen und Wäldern haben und von den Landwirten will ich gar nicht sprechen....
    Diese Ergebnisse wundern mich nicht. Das sind keine Monokulturen und erst recht keine Wälder!!! DAs sind nur noch Baumplantagen die wie Felder im Kahlschlag wie ich noch nie zuvor gesehen habe, abgeerntet werden. Die Lücken die dadurch entstehen begünstigen massiv den Bruch. Die Bäume sind insges. größtenteils maximal ca. 70 Jahre alt. Das ist auch für schnellwachsende Nadelbäume ein Teenageralter. Nur mit der richtigen Mischung lässt sich das verhindern. Wäre man bereit, dazu zulernen, wäre dieser Schaden nicht entstanden (siehe Frankenwald!). Solange der Staat solche Schäden ersetzt wird es auch keinen Lernprozess geben.

wisdom, Montag, 21.August, 08:30 Uhr

2. Unwetter

Wir Menschen gehen mit dem Planeten Erde nicht gut genug um. Wir ernten nur was wir gesät haben.
Wir sollten aus der Weisheit der Indianer lernen, sie haben die Natur immer geachtet und in Harmonie damit gelebt.

  • Antwort von Roland, Montag, 21.August, 11:07 Uhr

    gab es bei den Indianern nie Sturm?!
    Sicher treiben wir Schindluder mit der Natur, aber Naturkatastropen hat es immer schon gegeben und werden nie aufhören.

gothe, Sonntag, 20.August, 15:16 Uhr

1. unwetter

es ist schon sehe schlimm was heute passieren tut es tut ein selbst in der seele weh wenn mann so was sieht