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Wissenschaft Teisnach erhält zweiten Technologiecampus

Die Gemeinde Teisnach im Kreis Regen erhält einen zweiten Technologiecampus der Technischen Hochschule Deggendorf. Der Campus "Industrielle Sensorik für Industrie 4.0" soll in der Bayerwaldgemeinde angesiedelt werden. Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle hat eine entsprechende Zusage gemacht, wie sein Ministerium bestätigt. In Teisnach unterhält die TH bereits ein Forschungszentrum für Hochfrequenztechnik.

Von: Uli Scherr, Renate Rossberger

Stand: 27.12.2017

Ein Blick in die Labore des Technologiecampus in Teisnach. Hier wird ab der seinerzeit größten Optikmaschine der Welt geasrbeitet.  | Bild: picture-alliance/dpa/Armin Weigel

Spaenle hat die Standortentscheidung seinem Kabinettskollegen, Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, in einem Brief mitgeteilt. Er sei überzeugt, dass der Technologiecampus in der Gemeinde Teisnach "sehr gut verortet ist", schreibt Spaenle an Brunner, der im Landkreis Regen zuhause ist. Der Technologiecampus sei dort mit der örtlichen Wirtschaft abgestimmt und durch den bereits bestehenden Technologiecampus seien "Synergieeffekte nutzbar".

Viechtach sagte das Projekt ab

In Teisnach gibt es bereits seit 2009 eine Außenstelle der TH Deggendorf.

Ursprünglich hätte der neue Technologiecampus in Viechtach entstehen sollen. Der dortige Stadtrat aber sagte das Projekt im vergangenen November aus Kostengründen überraschend ab. Die Stadt hätte das Campus-Gebäude auf eigene Rechnung bauen und dann fünf Jahre mietfrei zur Verfügung stellen müssen. Kostenpunkt: mindestens sechseinhalb Millionen Euro. Das hielt die Mehrheit im Viechtacher Stadtrat für unfinanzierbar.

Solche Bedenken kennt man im nicht einmal 15 Kilometer entfernten Teisnach nicht. Schon 2009 gründete die damalige FH Deggendorf dort eine Außenstelle: das Institut für Präzisionsbearbeitung und Hochfrequenztechnik. Der Deggendorfer TH-Präsident Peter Sperber hatte Teisnach bereits vor Weihnachten zum Favoriten bei der Standortsuche für den neuen Campus erklärt.

Forscher und Studenten widmen sich Thema "Industrie 4.0"

Auf dem neuen Campus sollen sich Forscher und Studenten dem Thema "Industrielle Sensorik" für die "Industrie 4.0" widmen. Darunter versteht man die zunehmende digitale Vernetzung von Mensch, Maschine und Dienstleistungen.

Die Staatsregierung will für den neuen Campus nach früheren Angaben rund sieben Millionen Euro bereitstellen. Die Realisierung soll Spaenle zufolge mit der Verabschiedung des Nachtragshaushalts 2018 durch die Technische Hochschule Deggendorf beginnen.


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