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Heftige Unwetter Starkregen beschert Hilfskräften in Niederbayern viel Arbeit

In der Nacht zu Mittwoch haben Gewitter und später Starkregen Polizei, THW und Feuerwehren in Niederbayern in Atem gehalten. Besonders betroffen waren der Großraum Landshut und der Bayerische Wald.

Von: Von Guido Fromm

Stand: 13.06.2018

Unwetter im Kreis Kelheim: Straße überflutet | Bild: News5/Pieknik

In Niederbayern waren die Feuerwehren in der Nacht zum Mittwoch im Dauereinsatz. Wie die Polizei am Morgen mitteilte, kam es zu 60 Einsätzen im Zusammenhang mit dem Wetter. Straßen waren überschwemmt und vorübergehend gesperrt, darunter auch ein Teil der Bundesstraße 301. Autos wurden weggespült, Keller geflutet und Bäume stürzten um. Besonders betroffen waren die Stadt sowie der Landkreis Landshut und der Großraum Bayerischer Wald. In Landshut mussten im Verlauf der Nacht 52 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Ihre Häuser wurden vorsichtshalber evakuiert.

Sägewerk fast weggeschwemmt

Einsatzkräfte der Feuerwehr in Kelheim

Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen keine. Bei Bischofsmais im Landkreis Regen schlug ein Blitz in einen Carport ein, dieser brannte samt dem darunter abgestellten Wagen aus. Der Schaden: rund 30.000 Euro. In Mauth (Lkr. Freyung-Grafenau) bestand laut Polizei die Gefahr, dass ein komplettes Sägewerk weggeschwemmt wird.

Unwetter über Stunden nicht wegbewegt

Ursache für das Extremwetter war nach Auskunft der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Niederbayern, dass sich eine große Schlechtwetterzelle gebildet hatte, die ab etwa 20 Uhr bis 3 Uhr über Niederbayern lag und sich praktisch nicht fortbewegte.

Schon kurz nach Beginn der ersten heftigen Gewitter mussten rund um Landshut die ersten Straßen wegen Überschwemmungen gesperrt werden, später wiederholte sich das Szenario in Mainburg und Pfeffenhausen, wo die B301, die B299 und verschiedene andere Straßen unpassierbar waren.

Landshuts Rückhaltebecken haben Zweck erfüllt

Landshuts OB Alexander Putz hat am Mittwoch die Schäden begutachtet. Dabei haben die von der Stadt in den vergangenen Jahren für mehrere Millionen Euro und mit hoher Förderung des Freistaats angelegten Regenrückhaltebecken, die insbesondere Schweinbach und Schönbrunn schützen sollen, nach Einschätzung der Fachstellen ihren Zweck erfüllt. Sie liefen voll und speicherten insgesamt etwa 100.000 Kubikmeter Wasser. Jeder könne sich ausrechnen, was passiert wäre, wenn sich diese Massen auch noch in den Schweinbach ergossen hätten, so Putz. Insofern hätten die Rückhaltebecken deutlich größere Schäden verhindert, die Investition habe sich also gelohnt.

Schäden im Nationalpark Bayerischer Wald

Der Forstweg zum Reschbachtal

Ab sofort ist das Rothirschgehege im Tierfreigelände bei Neuschönau für Besucher wieder geöffnet. Es musste vorübergehend gesperrt werden. Starkregen hatte die Wege im Tierfreigelände ausgeschwemmt und ein Loch im Boden verursacht. Das sei jetzt beseitigt worden, teilte die Nationalparkverwaltung mit. Die Tiere in den Gehegen waren von den Unwetterschäden nicht betroffen.

Stark beschädigt wurde auch der Forstweg vom Parkplatz Wistlberg in Finsterau zum Reschbachtal. Hier hat der Regen den Weg auf einer Länge von rund 200 Metern abgeschwemmt. Kleinere Schäden sind auch im Wald zwischen Weidhütte und Neuschönau entstanden.


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B. Sachse, Mittwoch, 13.Juni, 12:58 Uhr

1. Man wünscht sich eine baldige Wetterbesserung.

Ja, der Wettergott macht uns in diesem Jahr nicht viel Freude. Jedes Mal, wenn sich schwarze Wolken am Himmel zusammen schieben, kriegt man Magengrummeln. Nach jedem Gewitter, das keine Überschwemmungen und Hagelschlag mit sich brachte, atmet man tief hörbar auf und ist dankbar. Trotzdem gibt es beinah jedes Mal Betroffene. Denen möchte ich mein Mitgefühl ausdrücken. Denn derartige Naturkatastrophen hinterlassen nicht nur sichtbare Schäden.