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Stellenabbau Siemens in Ruhstorf verdonnert Mitarbeiter zum Nichtstun

13 Männer und Frauen bei Siemens in Ruhstorf (Lkr. Passau) sind zum Nichtstun verdonnert worden. Sie haben ein Abfindungsangebot nicht angenommen. Jetzt sind sie in einem Büro am Rande des Betriebsgeländes untergebracht - ohne Arbeit.

Von: Martin Gruber

Stand: 05.03.2018

Siemens Werk in Ruhstorf | Bild: BR / Lars Martens

Ungewöhnliche Maßnahmen hat Siemens in Ruhstorf (Lkr. Passau) ergriffen. Mitarbeiter werden hier in einem abgeschiedenen Büro untergebracht und dort zum Nichtstun verdonnert. Es handelt sich um 13 Männer und Frauen, die sich weigern, Aufhebungsverträge zu unterschreiben.

Keine Arbeit - volles Gehalt

In den abgelegenen Räumen in Halle 14 am Rande des Betriebsgeländes finden die betroffenen Mitarbeiter zwar Computer, Internetverbindungen und eine Küche vor, bestätigte Siemens-Pressesprecher Bernhard Lott. Einer Arbeit könnten sie hier trotz vollem Gehalt nicht nachgehen. Der Grund: Es gebe schlichtweg keine Beschäftigung mehr für diese Mitarbeiter. Teilweise seien die entsprechenden Maschinen schon abgebaut worden, so der Sprecher.

Der Schritt sei notwendig geworden, weil die 13 Männer und Frauen sich geweigert hätten, Abfindungsverträge zu unterschreiben beziehungsweise andere Ausgleichsmaßnahmen zu akzeptieren. Dass sie - wie gerüchteweise zu hören war - Kontaktverbot zu anderen "Siemensianern" im Werk Ruhstorf hätten und nicht einmal die Kantine aufsuchen dürften, sei nicht richtig.

"Es gelten hier die gleichen arbeits- und sicherheitsrechtlichen Bestimmungen wie für die anderen Mitarbeiter auch. Wir wollen schon fair und verantwortlich mit den Leuten umgehen."

Pressesprecher Bernhard Lott

Siemens hofft auf "freiwillige Lösung"

Wie lange die Männer und Frauen noch ohne Beschäftigung in Halle 14 untergebracht sind, konnte der Siemens-Sprecher nicht beantworten. Der Konzern hoffe auf eine "freiwillige Lösung." Der Betriebsrat gibt sich im BR-Gespräch zu diesem Thema eher zurückhaltend. "Es geht hier um persönlich ganz unterschiedliche Fälle, deshalb möchte ich öffentlich nichts dazu sagen", so die Betriebsratsvorsitzende Elke Malcher.

Vor zwei Jahren wurde bekannt, dass etwa die Hälfte der 1.300 Stellen in Ruhstorf in den nächsten Jahren abgebaut werden soll. Die Produktion wird größtenteils nach Osteuropa verlagert. Betroffenen Beschäftigten werden unter anderem Abfindungen und Vorruhestandsregelungen angeboten. Aktuell hat der Standort noch 950 Beschäftigte.


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Mitarbeiter, Donnerstag, 15.März, 08:02 Uhr

10. Sauerei

Es sind auch langjährig Beschäftigte und auch schwerbehinderte Mitarbeiter betroffen! Weil...es findet nur eine Änderung der Kostenstelle statt. Naja, Sonderzuschläge wie Akkordprämie und Leistungsbeurteilungen sind futsch. Und deshalb muss auch der Betriebsrat nicht gehört werden. So kann Siemens sich eines Mitarbeiters entledigen, der eigentlich Kündigungsschutz hat. Das mag vielleicht grenzwertig legal sein, menschlich ist es eine Sauerei! Und plötzlich wird die Personalleitung, die ja eigentlich auch mal "LOHER" war, zu einer Siemens- Personalleitung, die einen nur irgendwie rausekeln will. Mann ist das zum kotzen!

Obergrusberger, Mittwoch, 07.März, 19:52 Uhr

9. Zwangsausstellung bei Siemens

Ich war auch Siemensianer und bin zum Auflösungsvertrag gezwungen worden.
Deshalb hätte ich gerne Kontakt mit den Personen Halle 14.
Bitte meldet Euch.
Es wäre sehr gut, wenn wir über den BR E-Mail-Adressen oder Treffpunkt ausmachen könnten

Siemens Arbeiter , Mittwoch, 07.März, 17:12 Uhr

8. Betriebsrat

Für was wir Betriebsräte haben fragt man sich !
So schlechte wie die muss man erst mal finden!
Raufgehen mag man eh nicht mehr das sie von nichts eine Ahnung haben !
Bei der jetzigen Betriebsratswahl kommt von denen sowieso keiner mehr hin

  • Antwort von Mitarbeiter, Donnerstag, 08.März, 16:00 Uhr

    Wenn ich auch in manchen Punkten zustimme: Der Betriebsrat hats hier gewiss nicht leicht! Was soll er den schon groß machen? Vielleicht wurde er ja auch schon von der Firmenleitung eingeschüchtert? Natürlich werden die wieder gewählt, jemand anders könnte es auch nicht besser machen. Keine Ahnung, ob der Betriebsrat hier mitliest. Meine Empfehlung: Diese Angelegenheit (Halle 14) ins Fernsehen bringen, damit ganz Deutschland sieht, was wir hier mit Siemens so für einen Konzern haben. Der Aufschrei der Bevölkerung ist momentan begrenzt auf den Umkreis von Ruhstorf, das ist zu wenig! Und wieder mal eine öffentliche Aktion vor dem Tor mit allem Drum und Dran und der Presse!

Münchnerin, Mittwoch, 07.März, 11:12 Uhr

7. ungewöhnliche Maßnahmen ? nein das gibt's bei Siemens immer wieder !

Dasselbe nur in weitaus größerem Rahmen gab es das bereits 2003 in München - da saßen einige Hundert relativ hochbezahlte Mitarbeiter rum und drehten Däumchen. Auch sie wurden in Räumlichkeiten relativ weit ab vom Schuss zusammengefasst, und man hoffte darauf sie mürbe zu machen.
Bei einigen gelang es, aber sehr viele wurden nach fast 2 Jahren mehr oder weniger sinnvoll weiterbeschäftigt.
Wir haben damals die Selbsthilfegruppe NCI gegründet - die sehr hilfreiche Homepage bzgl. Rechte usw. gibt es immer noch (nci-net.de)
Ich kann also nur raten - nicht aufgeben liebe Siemensianer !!!!

Mitarbeiter, Dienstag, 06.März, 16:19 Uhr

6. Fair und verantwortlich?

"Wir wollen schon fair und verantwortlich mit den Leuten umgehen." Ich habe diesen Satz mehrmals gelesen um mich zu vergewissern, dass das wirklich jemand gesagt haben soll! Was ist hier fair und was ist verantwortlich? Wobei sich der Prtessesprecher etwas in Grammmatik üben sollte. Es heisst "verantwortungsvoll". Leeres Dahergeschwafel von irgendwelchen gutbezahlten "Pressesprechern" Ich werde in Zukunft von allen Siemens- Geräten grossen Abstand nehmen und mit Sicherheit keins mehr kaufen!!