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Orkanschäden in Niederbayern Seehofer verspricht finanzielle Hilfe

Zehn Tage nach dem schweren Unwetter in den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau verschaffte sich Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) heute einen Überblick über die Schäden. Bei seinem Besuch versprach er den Betroffenen finanzielle Hilfe.

Von: Martin Gruber

Stand: 29.08.2017

Seehofer im Gespräch mit Betroffenen in Thyrnau | Bild: BR/Martin Gruber

Konkrete Zahlen wollte Ministerpräsident Seehofer nicht nennen. Allerdings deutete er an, dass der Freistaat einen hohen zweistelligen Millionenbetrag zur Verfügung stellen wird. Am 5. September wird das Kabinett in München über die genaue Höhe des Hilfsprogramms entscheiden.

"Genau für solche Fälle, für Katastrophen, zahlen die Leute ja auch ihre Steuern und deshalb gibt es auch eine Pflicht des Staates, in solchen Fällen zu helfen. Denn finanziert wird der Staat durch die Steuerzahler und deswegen haben sie auch ein Recht darauf, dass man hilft."

Horst Seehofer

Die vom Sturm betroffenen Waldbauern sollen unter anderem eine sogenannte Aufräumhilfe bekommen. Also Geld, damit sie das Sturmholz aus ihren Wäldern bringen können.

Info-Veranstaltungen für Waldbesitzer

Wie geht es nach dem Orkan in Niederbayern für die betroffenen Waldbesitzer weiter? Das soll bei einer Reihe von Info-Veranstaltungen geklärt werden, zum Beispiel heute Abend (19.45 Uhr) im "Gasthaus Eckerl" in Böhmzwiesel, einem Ortsteil von Waldkirchen. Am Mittwoch findet die Veranstaltung um 19.45 Uhr im Gasthaus "Zum Kani Wirt" in Klafferstraß bei Neureichenau (Lkr. Freyung-Grafenau) statt. Dazu lädt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, die Waldbesitzervereinigung Freyung-Grafenau und die Berufsgenossenschaft ein. Besprochen werden sollen dabei Themen wie Sturmholzaufarbeitung, Maschineneinsatz, Holzlagerung und mögliche Vermarktung.

Besuch in betroffenen Gemeinden

Seehofer zu Besuch in Passau

Der Ministerpräsident traf sich am Vormittag in Salzweg mit Kommunalpolitikern, Behördenvertretern und Sturmopfern. Zuerst besprach er sich mit den Landräten aus Passau und Freyung-Grafenau sowie mit betroffenen Waldbauern, Landwirten und Behördenvertretern. Dann ging es hinaus in betroffene Gemeinden, nach Thyrnau, Hauzenberg und Jandelsbrunn, wo der Orkan besonders stark gewütet hatte.

Aufarbeitung wird Jahre dauern

Mit dabei war auch der Passauer Forstdirektor Hans Gaisbauer. Seehofer sollte sehen, dass es lange dauern wird, bis diese Katastrophe aufgearbeitet ist.

"Wir werden Jahre dazu brauchen, dass man wieder qualifizierten Wald darauf haben wird. Ich rechne mit bis zu eineinhalb Jahren, um die Schäden zu beseitigen. Und dann noch einmal ein paar Jahre, um wieder aufzuforsten."

Forstdirektor Hans Gaisbauer

Orkanartige Böen hatten die Region am 18. August verwüstet. Besonders in den Wäldern Passaus und Freyung-Grafenaus richtete der Sturm schwere Schäden an. Der Schaden dort wird auf bis zu 200 Millionen Euro beziffert.

Hallitzky: Keine Fichtenmonokulturen mehr

Laut dem Landesvorsitzenden der Grünen, Eike Hallitzky aus Neuburg am Inn (Lkr. Passau), müssten aus den Unwettern in Niederbayern die richtigen Lehren gezogen werden. Hallitzky lobte aber auch die Arbeit der Behörden und die vielen freiwilligen Helfer. Die Arbeit der Verantwortlichen im Landratsamt und sonstigen staatlichen Behörden bezeichnete Hallitzky als "hochprofessionell". Trotzdem dürfe nicht vergessen werden, dass - verursacht durch den globalen Temperaturanstieg - künftig immer häufiger Hochwasser oder Orkane drohten. Für die Wälder bedeute das, dass die Zeit der Fichtenmonokulturen endgültig vorbei sein müsse.

"Was der Sturm nicht umgemäht hat, wird in den nächsten Jahren der Borkenkäfer als Totengräber erledigen."

Eike Hallitzky

Der Umbau zu klimastabileren Mischwäldern müsse deshalb möglichst schnell weitergetrieben werden. Der Grünen-Politiker fordert zudem eine konsequente Klimaschutzpolitik.

Klimaschutz-Blockade beenden

Die CSU müsse sofort ihre bisherige Blockade in der Klimaschutzpolitik beenden und die Klimaversprechungen von Paris einlösen - bei der Wind- und Solarenergie sowie bei der Umstellung hin zu klimaneutralen Mobilität und in der Landwirtschaft. Sollte die CSU weiter wie bisher beim Klimaschutz auf die Bremse treten, werde Bayern immer häufiger heftigere Wetterdramen erleben müssen.

  • BR-Korrespondent Martin Gruber | Bild: Bayerischer Rundfunk Martin Gruber

    Korrespondent Martin Gruber berichtet aus Stadt und Landkreis Passau sowie Freyung-Grafenau.


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huggle, Dienstag, 29.August, 06:38 Uhr

10. Seehofer verspricht

oh mei! Etz im Wahlkampf verspricht der das Blaue vom Himmel herunter, wie alle anderen Politiker halt auch. Nach den Wahlen wird er dann sicherlich Gedächtnisschwund bekommen, der arme Mann

PS_ED, Montag, 28.August, 16:29 Uhr

9. Fehlene Sammelklagen!

Schade das es keien Sammelklagen gibt!

Klar der klimawandel kommt und läßt sich m.E: nur dämen, aber wie die Industrie und Politik mit dem Bürger um geht ist verantwortungslos!
Ein Dieseverbot und Fahrverbote betrifft etliche Bürger, die im bestmöglichen Wissen ein "sauberes" Auto (ok gibt es nicht) gekauft haben und würde hier vermögen vernichten, aber was ist mit den Vermögen derer denen Ihr Haus zerstört wird dank geschädigter Umwelt?

Welche Industrie zahlt hier?

Sammelklagen an die Automobilindustrie in diesem Fall wären auch eine Lehre in den USA wenn halb Texas gegen alle Autokonzerne klagen würde, dann müsste Herr Trump nicht nur zurück zum Pariser abkommen, sonderen richtig gas geben die Klimaziele zu erreichen!

  • Antwort von BaB, Montag, 28.August, 18:10 Uhr

    Klagen, Klagen.... unser Wohlstand ist in Gefahr. Ist ihnen das bewusst?

  • Antwort von Didier, Dienstag, 29.August, 09:13 Uhr

    @ BaB: Strengen Sie doch mal Ihren Geist an – es gibt andere Möglichkeiten auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen Wohlstand zu haben. Dazu müssen wir nicht wie ein gefräßiges Monstrum alles vernichten, müssen weder Industrie noch Profit haben.

ich, Montag, 28.August, 15:53 Uhr

8.

Wieder einmal ein Wahl Geschenk um Stimmen zu bekommen. Haben CSU und CDU Angst????

  • Antwort von Truderinger, Montag, 28.August, 18:27 Uhr

    Vor wem denn?

  • Antwort von ich, Montag, 28.August, 19:59 Uhr

    Das Wissen sie doch Herr Truderinger :)

kein Bauer, Montag, 28.August, 14:12 Uhr

7. Klientel Bauern

Ja, für die Bauern, die Besitzenden allgemein, da hat die CSU ein Herz. Die können machen was sie wollen: Fichtenmonokulturen anlegen, in Überschwemmungsgebiete bauen, der Staat sichert sie ab. Wenns schiefgeht, springt der Steuerzahler ein. Dafür zahlen die ja die Steuern, oder? Zahlen "die" (die Bauern) überhaupt Steuern?
Ich glaube nicht, dass nach Abzug der Subventionen die sie kriegen netto noch irgendwelche Steuern der Landwirtschaft übrigbleiben.

Da werden noch mehr Steuergelder der "kleinen Leute" an die CSU-Klientel gegeben,als es ohnehin schon der Fall ist.

Von mir aus sollen die vom Sturm betroffenen auch was kriegen, aber diese Wortwahl von Seehofer, die stößt mir sauer auf!

  • Antwort von Didier, Montag, 28.August, 17:31 Uhr

    Wer Union wählt, bekommt Klimawandel und daraus folgend Natur-Katastrophen. So sehe ich das.

  • Antwort von Erich, Montag, 28.August, 18:15 Uhr

    Der Klimawandel findet seit Milliarden Jahren statt

    Allerdings ist er heute eine Lizenz zum Geld drucken und ein Totschlagsargument.

  • Antwort von Truderinger, Montag, 28.August, 19:30 Uhr

    Erich, am Leugnen des Klimawandels zeigt sich die allumfassende Inkompetenz der AfD am deutlichsten! Vorausgesetzt ihr glaubt nicht, dass die Erde eine Scheibe ist. Zuzutrauen wäre es euch. Es gibt übrigens auch von Prof. Lesch eine schöne Reportage, mit welch infamen Lügen und unverschämt dämlichen Manipulationen die AfD arbeitet, um den Klimawandel zu leugnen. Für.Menschen mit Resten von Hirn sofort erkennbar!

  • Antwort von ich, Montag, 28.August, 20:01 Uhr

    Herr Truderinger bitte beleidigen sie die afd Nicht. Lieber br streichen sie dieses

  • Antwort von Didier, Dienstag, 29.August, 09:19 Uhr

    Ich habe mir das angetan am Wochenende und das Wahlprogramm der AfD durchgelesen: Ein Designerprodukt für Menschen, welche die Fallstricke geschickter verbaler Konstruktionen nicht erkennen.

Martin, Montag, 28.August, 12:47 Uhr

6. Schon wieder so ein "Versprechen"

Uns wurde etlichen Jahren auch großmundig Hilfe vom Staat versprochen nach einem Jahrhunderhochwasser. Damals war's noch der Beckstein. Und was blieb von diesem Versprechen übrig? Genau: nichts. Aber wenn's diesmal der Seehofer sagt, kann man sich bestimmt drauf verlassen.

  • Antwort von T3fan, Montag, 28.August, 14:46 Uhr

    Wenn man Beckstein nicht abgesägt hätte,wäre es bestimmt anders gelaufen- er ist für seine konsequente Art bekannt!
    Die Alternativen Energien sind in der Zeit von Draghi-Zinsen eine gewinnbringende Anlageform für die Grüne Klientel -auf Kosten der privaten Stromverbraucher!!!

  • Antwort von Info, Montag, 28.August, 18:13 Uhr

    Für das Chaos bei der Stromversorgung ist Frau Merkel verantwortlich. Erst vor kurzem hat sie den Stromkonzernen viele Milliarden geschenkt. Davon spricht ein Herr Seehofer nicht. Warum wohl?

  • Antwort von Hardy, Montag, 28.August, 18:44 Uhr

    @ T3fan
    Warum wurde er eigentlich abgewählt? Weil seine Frau beim Oktoberfest-Umzug nicht passend gekleidet war?