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Priester-Prozess Schutz vor Kindesmissbrauch: Bistum Regensburg sieht Verbesserungsbedarf

Nachdem in Deggendorf der Fall eines ehemaligen Priesters verhandelt wird, der Kinder immer wieder sexuell missbraucht haben soll, hat sich das Bistum Regensburg dazu geäußert. Bei der Verhinderung solcher Straftaten gebe es weiterhin Verbesserungsbedarf, heißt es.

Stand: 10.01.2018

Symbolbild sexueller Missbrauch von Jugendlichen durch Geistliche | Bild: picture-alliance/dpa/CHROMORANGE/M. Weber

Das Bistum Regensburg sieht im Zusammenhang mit dem Deggendorfer Missbrauchsprozess gegen einen ehemaligen katholischen Priester Verbesserungsbedarf in der Vorbeugung von Straftaten.

Täter finden immer wieder Lücken

Michael Fuchs, Generalvikar

Seit Jahren sei die Kirche bemüht, durch Präventionsschulungen und die Pflicht zur Vorlage erweiterter polizeilicher Führungszeugnisse die Sensibilität für das Thema wachzuhalten, "um genau solche Fälle möglichst zu verhindern", erklärte Generalvikar Michael Fuchs. Leider fänden Täter immer wieder Lücken, die sie ausnützten.

"Das Leiden des Kindes, dessen Fall in Deggendorf verhandelt wird, tut uns leid und muss uns bewegen, in den Präventionsanstrengungen nicht nachzulassen."

Generalvikar Michael Fuchs

Dabei gehe es auch darum, Regeln noch eindringlicher zu fassen und interne Informationsflüsse zu verbessern. "Ich bin erschüttert darüber, dass sich der Beschuldigte an einen Jungen aus einer unserer Pfarreien heranmachen konnte", sagte Fuchs.

Ex-Priester missbrauchte jahrelang Buben

Vor dem Deggendorfer Landgericht ist ein gebürtiger deutscher ehemaliger Priester der polnischen Erzdiözese Stettin angeklagt, in einem Zeitraum von über 20 Jahren fünf Buben 110 mal sexuell missbraucht zu haben, darunter auch einen Minderjährigen aus dem Dekanat Deggendorf-Plattling. Der einschlägig vorbestrafte Mann, der seit 2008 sein Priesteramt nicht mehr ausüben durfte, hatte sich 2015 laut Anklage das Vertrauen des dortigen Pfarrers erschlichen und mehrere Monate in einem Pfarrhaus gewohnt.

Mutter erstattete Anzeige

In dieser Zeit wurde er von dem Pfarrer auch mit seelsorglichen Aufgaben betraut, obwohl das verboten war und das Bistum wie andere deutsche Diözesen bereits 2014 alle Pfarreien vor dem Mann gewarnt hatte. Nach einer erneuten Warnmail des Ordinariats am 6. Oktober 2015 drängte der Pfarrer nach Darstellung des Bistums den Mann, die Pfarrei zu verlassen. Als sich die Mutter des Jungen einige Zeit später mit Missbrauchsschilderungen bei dem Pfarrer gemeldet habe, habe dieser sie umgehend zu einer Anzeige bewegt, die zur Festnahme des Mannes geführt habe.

Der Angeklagte machte bislang noch keine Aussage. Der Prozess wird erst am 22. Januar fortgesetzt.


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websaurier, Donnerstag, 11.Januar, 13:28 Uhr

2. Verbesserungsbedarf?


Von wegen !
Der ganze Sumpf gehört ausgetrocknet.
Hunderttausende Missbrauchsfälle weltweit; das ist organisierte Kriminalität in Reinstform.
Da hilft kein "verbessern" -Lächerlich-

Aber:
Wer einen Sumpf austrocknen will, sollte nicht die Frösche beauftragen !

Suarez, Mittwoch, 10.Januar, 12:00 Uhr

1. Ausgerechnet Fuchs

Fuchs ist der erste, der zurücktreten muss. Schrieb verhöhende Serienbriefe gegen die Opfer und wird vom jetzigen, der AfD um Beatrix von Storch nahe stehenden Bischof im Amt gehalten. Pfui