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Passauer Innenstadt Zu wenig Kriminalität: Keine Videoüberwachung im Klostergarten

Es gibt sie wohl in jeder größeren Stadt: Plätze, an denen man sich unwohl, vielleicht sogar unsicher fühlt. Auch in Passau gibt es solche Bereiche, zum Beispiel den Klostergarten. Von einer Videoüberwachung sieht die Polizei hier trotzdem ab.

Von: Martin Gruber

Stand: 28.11.2017

Überwachungskamera | Bild: picture-alliance/dpa

Der Park in der Stadtmitte ist wie der Zentrale Omnibusbahnhof ein Ort, an dem man sich gerade nachts nicht wirklich sicher fühlt. Allerdings ist der Unterschied zwischen gefühlter und tatsächlicher Sicherheit sehr groß, bestätigt Stefan Schillinger, Chef der Passauer Polizei. Auf der einen Seite erzeuge der Anblick von Obdachlosen und Betrunkenen Unbehagen in der Bevölkerung. Und natürlich treffe man in dem Park vereinzelt auch auf Rauschgiftkonsumenten. Trotzdem, so Schillinger, beweisen die Zahlen, dass die Kriminalität nicht mehr geworden ist. Im Gegenteil, sie ist rückläufig.

"Wir haben im Bereich ZOB und Klostergarten statt 32 Körperverletzungen im Jahr 2016 mittlerweile nur noch 14 Körperverleztungen. Seit 2014/15 geht die Gewalt hier sehr zurück. Die Zahl der Ruhestörungen ist sogar auf null zurückgegangen."

Stefan Schillinger

Zu wenig Kriminalität

Das ist auch der Grund, warum die Polizei im Klostergarten keine Überwachungskameras installiert hat. Hier herrscht schlichtweg zu wenig Kriminalität.

"Es passiert zu wenig Strafrechtliches, damit wir hier Videoüberwachung machen können. Da hätte der Datenschutzbeauftragte was dagegen."

Stefan Schillinger

Videoüberwachung als Präventivmaßnahme

Im Gegensatz zur Polizei hätte die Stadt Passau zum Beispiel im Klostergarten sehr wohl die rechtliche Handhabe, Kameras zu installieren. Das wird derzeit auch geprüft, bestätigt Urban Mangold, zweiter Bürgermeister in Passau. Er ist ein Befürworter der Videoüberwachung an bestimmten Stellen:

"Das Sicherheitsgefühl ist ja entscheidend. Und wenn sich Leute mit einer Kamera wohler fühlen und wenn man damit vielleicht auch präventiv tätig sein kann, dann schaden Kameras ja nicht."

Urban Mangold


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Hans Trotz, Dienstag, 28.November, 16:05 Uhr

1. Aber kann man nicht annehmen, dass es im Winter schlimmer wird?

Wie viele Belästigungen und Diebstähle würden denn diese Überwachung rechtfertigen? Für den Geschädigten selbst spielen derartige Zahlenspielchen sicherlich keine Rolle. Bei den Links-Grünen heißt es ja immer so wundervoll pathetisch, dass kein Mensch illegal sei. Also jeder Mensch wichtig ist, oder?