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Polizei Passau: 15-Jähriger stirbt bei Schlägerei

Bei einer Schlägerei unter Jugendlichen ist am Montagabend in Passau ein 15-Jähriger getötet worden. Die Polizei hat sechs junge Männer festgenommen und sucht jetzt nach Zeugen. Was steckt hinter der Tat?

Von: Christian Riedl

Stand: 17.04.2018

Kerzen am Tatort in Passau | Bild: BR/Kilian Neuwert

Bei einer Schlägerei in Passau ist am Montagabend ein 15 Jahre alter Junge ums Leben gekommen. Wie Oberstaatsanwalt Walter Feiler dem Bayerischen Rundfunk bestätigte, starb der 15-Jährige im Passauer Klinikum. Der Tatort liegt am Rande einer viel-befahrenen Straße - mitten in der Passauer Innenstadt.

Die Ermittler suchen nun nach Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben. Insbesondere bittet die Polizei eine Frau mit einem Hund, sich zu melden.

Obduktion soll Klarheit bringen

Rettungskräfte vor der Fußgängerpassage, in der die Schlägerei stattgefunden hatte.

Bei einer Obduktion müsse jetzt die genaue Todesursache festgestellt werden. Das Todesopfer hatte sich laut Feiler mit einem anderen 15-Jährigen in einer Fußgängerpassage an der Schanzlbrücke getroffen. Die beiden wollten offenbar einen Streit klären. Ob damit bereits eine Verabredung zur Schlägerei verbunden war, müssten die Ermittlungen noch zeigen. Laut Polizei eskalierte ein zunächst verbaler Streit.

Rund 20 Menschen haben zugesehen

An der Auseinandersetzung der beiden Jugendlichen hätten sich dann bald weitere Leute beteiligt. Es kam zu Ohrfeigen und Faustschlägen - auch gegen den Kopf des 15-Jährigen. Rund 20 Personen waren bei der Schlägerei anwesend. Eine Passantin rief die Polizei. Als die Beamten eintrafen, verschwanden die Beteiligten. Mit einem größeren Aufgebot an Landes- und Bundespolizisten seien die sechs Verdächtigen gefasst worden, darunter auch der Kontrahent des Todesopfers. Bei den Festgenommenen handle es sich um Teenager und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 25 Jahren. Bei fünf von ihnen werde geprüft, ob sie in Untersuchungshaft müssen. Die Personen sind laut Feiler amtsbekannt, allerdings - bis auf eine erwachsene Person - nicht durch Gewaltdelikte.

Das Opfer stammt aus dem Landkreis Passau, bei den Tatverdächtigen handelt es sich um deutsche, polnische und tunesische Staatsangehörige.

Die rund 20 Zuschauer würden laut Staatsanwaltschaft derzeit als Zeugen eingestuft. Es werde aber geprüft, ob sie etwa wegen Zurufen auch als Beteiligte an der Schlägerei eingestuft werden, oder sich etwa unterlassener Hilfeleistung schuldig gemacht haben könnten.


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