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Passauer Landrat fordert Erstattung Illegale Tiertransporte: Wer kommt für die Kosten auf?

In Bayern werden immer wieder illegale Tiertransporte aus dem Verkehr gezogen. Erst am Mittwoch stoppten Polizisten bei Passau einen Transport mit 40 Hundewelpen. Die Behörden sehen sich mit einer regelrechten Kostenexplosion im Veterinärwesen konfrontiert.

Von: Martin Gruber

Stand: 03.01.2018

40 Hundewelpen bei Grenzübergang Passau-Achleiten aufgegriffen | Bild: Polizei Niederbayern

Am Mittwochmorgen stoppten Bundespolizisten am Grenzübergang Passau-Achleiten einen Tiertransport mit 40 Hundewelpen. Sie waren in sechs Transportboxen und einigen Handtaschen auf engstem Raum eingepfercht - ohne Nahrung und Wasser. Die beiden Insassen des Autos, zwei Ungarn, wurden festgenommen. Gegen sie wird unter anderem wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.

Kostenexplosion im Veterinärwesen

Wer kommt für die Kosten auf, die durch illegale Tiertransporte entstehen? Diese Frage beschäftigt nach wie vor das Landratsamt Passau. Die Behörde sieht sich mit einer regelrechten Kostenexplosion im Veterinärwesen konfrontiert.

Kosten haben sich verzehnfacht

Die durch illegale Tiertransporte verursachten Kosten haben sich im Jahr 2017 gegenüber den beiden Vorjahren mehr als verzehnfacht, bestätigte Ingrid Bachl, Büroleiterin im Landratsamt Passau. Über 200.000 Euro hätten aufgebracht werden müssen, um vor allem illegal eingeführte Hundewelpen zu versorgen. Die Tiere müssen unter anderem tierärztlich behandelt und in einer eigens in Passau-Patriching aufgebauten Tierstation versorgt werden, bevor sie in Tierheimen eine neue Bleibe finden.

"Die Polizei hat im letzten Jahr knapp 450 von insgesamt 2.500 kontrollierten Tieren beschlagnahmen müssen und uns übergeben. 237 Tiere - meist sind es kleine Hunde - kamen nach der Erstversorgung durch unsere Amtstierärzte in Tierheime."

Ingrid Bachl, Büroleiterin im Landratsamt Passau

„Wir erledigen hier staatliche Aufgaben"

Der Passauer Landrat Franz Meyer (CSU) hatte bereits im Oktober letzten Jahres auf die Kostenexplosion durch illegale Tiertransporte hingewiesen und die Erstattung der Kosten gefordert. Meyer im Kreistag:

"Wir erledigen hier staatliche Aufgaben. Es kann nicht sein, dass der Landkreis das alles bezahlen muss."

Franz Meyer, Passauer Landrat

Kurz vor Weihnachten hatte Meyer ein Gespräch dazu im Bayerischen Umweltministerium und dem Ministerium auch die aktuellen Zahlen vorgelegt. Ob, wann und in welcher Höhe die Kosten erstattet werden, steht noch nicht fest.


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Steuermichel, Samstag, 06.Januar, 12:13 Uhr

11. Kosten

Geht doch, wenn auch in kl. Schritten!
"Die beiden ungarischen Hundewelpen-Schmuggler, die am Mittwoch von der Polizei bei Passau erwischt wurden, sind zu Geldstrafen in Höhe von 1.500 und 1.200 Euro verurteilt worden. Zusätzlich müssen sie einen Teil der Unterbringungskosten aufbringen".
Ist ja schon mal ein Anfang. Hoffe die Geldstrafen werden dem Zweck zugeführt.
Einen Dank an den BR für die schnelle Info! - Und ein Dankeschön an die Richter für das schnelle Urteil!!
sers.

Zuhause, Samstag, 06.Januar, 11:03 Uhr

10.

Illegale Tiertransporte : Wer kommt auf ...
Gute Frage : Die wo es anschaffen und die es ausführen ist die ANTWORT was gibt es hier noch zusagen.

K. M., Freitag, 05.Januar, 08:30 Uhr

9. Warum überhaupt

Warum überhaupt die Tiere aus dem Verkehr ziehen?

Diese Tierhändler verkaufen die Tiere hier und der Käufer muß sowieso für deren Behandlung und Pflege aufkommen. Davon profitieren automatisch die Tierärzte und damit entstehen also Steuereinnahmen.

Wenn die Tiere jedoch beschlagnahmt werden, muß der Staat dafür aufkommen und es entstehen Steuerausgaben.

Dementsprechend ist es so, dass nicht unterbundene Tiertransporte dem Staat also mehr Nutzen bringen, als die Beschlagnahmung der Tiere. Daher schlage ich vor, in Zukunft solche Transporte zuzulassen.

  • Antwort von Harry Kiesel, Freitag, 05.Januar, 09:05 Uhr

    Vielleicht darf ich ihre Milchmädchenrechnung mal korrigieren: 1. Den Steuereinnahmen von Tierärzten stehen enorme Steuerverluste durch die Welpenverkäufe gegenüber. Die Einnahmen daraus werden nämlich nicht versteuert. 2. Die Tiere sind nicht selten ungeimpft.. Ungeimpfte Tiere müssen immer beschlagnahmt werden. Sie müssen, um Tollwuterkrankungen zu vermeiden in Quarantäne. Zahlt also auf alle Fälle die Allgemeinheit. 3. Der Anteil kranker Tiere aus diesen Massenzuchten ist hoch, hier vor allem Parvoviruose, aber auch andere sogenannte Mittelmeerkrankheiten. Es besteht also eine gewisse Gefahr das heimische Tiere angesteckt werden. Bei Ausbruch einer Epedemie zahlt dies auch der Steuerzahler. 4. Von den immer wieder viel zu jung verkauften Tieren entwickeln viele Verhaltensprobleme und landen als Dauergäste in Tierheimen. Wie sie sehen ist ihre Rechnung also etwas naiv.

  • Antwort von Steuermichel, Freitag, 05.Januar, 11:37 Uhr

    @ K.M.
    Es geht hier um die illegalen Tiertransporte! (Tierwohl / Qual, Gesundheit etc.)
    legale werden, sind ja erlaubt. - "knapp 450 von insgesamt 2.500 kontrollierten Tieren beschlagnahmen müssen"
    Deswegen soll der Händler (Verbrecher) für die Kosten aufkommen.
    Transportmittel einziehen...

  • Antwort von K. M., Freitag, 05.Januar, 12:56 Uhr

    Danke Herr Kiesel, das habe ich nicht bedacht. Womöglich ist oft Unwissenheit der Züchter auch mit ein Grund, daß es überhaupt soweit kommt. Dann sollte es Sache der EU sein, klare Richtlinien auch in das hinterste Land zu kommunizieren, denn schließlich ist es ja auch im Interesse der Züchter, die Tiere gewinnbringend zu verkaufen ohne ärger mit den Behörden zu bekommen.

Harry Kiesel, Donnerstag, 04.Januar, 12:56 Uhr

8.

Die Lösung des Problems, nämlich die Bezahlung der Kosten für Unterbringung und tierärztliche Versorgung der Tiere dem Steuerzahler aufzubürden ist die denkbar schlechteste Lösung. Und dies nicht nur deshalb weil das Züchter und Tierschutzorgas nicht davon abhalten wird weiter Welpen die häufig viel zu jung, krank oder ungeimpft sind illegal in großer Zahl einzuführen. Die Kosten bleiben derzeit häufig an den jeweiligen Landkreisen und Gemeinden hängen die immer öfter versuchen diese Kosten auf die aufnehmenden Tierheime abzuwälzen. Da die Transporte leider nach wie vor zunehmen, wird es wohl ohne härtere Strafen für die Transporteure und Auftraggeber nicht gehen. Insider wissen auch das immer wieder dieselben Züchter und Orgas in Erscheinung treten. Ein Entzug der Zuchterlaubnis bzw. ein Entzug der Vereinsrechte für Tierschutzorgas wird eine weitere Maßnahme sein müssen.

Wolfgang, Donnerstag, 04.Januar, 11:18 Uhr

7. Tierschutz für Schoßhunde ist Quatsch. Kein Fall für Artenschutz!

Tierschutz, damit Artenschutz, als Zuchtreserve des Geenpool für alte bewährte Rassen von Pferd, Schaf, Schwein, Ziege, Rinder, Hühner, Enten, Gänse ist notwendig. Aber überzüchtete Kurznasenpekinesen und andere Spaßkreaturen sind doch nur belangloser Spielkram, damit kann ruhig jeder machen was ser will, darum soltle sich der Staat nicht kümmern. Abgesehen von Seuchenschutz..

  • Antwort von Selim, Donnerstag, 04.Januar, 13:14 Uhr

    Der Verursacher muß für die Kosten aufkommen.
    Das wäre ganz normal die Beschlagnahmung des Fahrzeuges, das zur Deckung der Kosten heran gezogen werden sollte.
    Wenn die Kosten gedeckt sind, kann der/die Schmuggler den Restwert des Fahrzeuges haben.