22

Weltfrauentag Haidmühle ist in Frauenhand

Zum internationalen Frauentag wird viel über Ungerechtigkeiten im Geschlechterverhältnis gesprochen. Die kleine Gemeinde Haidmühle im Bayerischen Wald ist ein Lichtblick. Hier sind Frauen an der Spitze: Es gibt eine Bürgermeisterin, eine Feuerwehrkommandantin und erfolgreiche Unternehmerinnen.

Von: Martin Gruber

Stand: 08.03.2018

Die Bürgermeisterin von Haidmühle, Margot Fenzl | Bild: BR/ martin gruber

Margot Fenzl ist die einzige Gemeindechefin im Landkreis Freyung-Grafenau. Und sie ist in der Geschichte Haidmühles die erste Frau im Bürgermeisteramt. Viele hätten die gelernte Bankerin ermuntert, zu kandidieren. Nach vier Jahren im Amt sagt sie jetzt: "Die Bürger akzeptieren mich. Und die anderen Gemeindechefs im Landkreis sehen mich als gleichwertige Amts-Kollegin. Ich kriege jede Unterstützung, wenn ich mal Fragen habe."

"Erfolg ist keine Frage des Geschlechts"

Feuerwehrfrau Regina Scherz

Auch die Feuerwehr von Haidmühle hat eine Frau an der Spitze. Regina Scherz ist stellvertretende Kommandantin, die erste Frau im Landkreis in einer Führungsposition bei der Feuerwehr. Ob bei schlimmen Unfällen oder Bränden: Die 41-jährige zweifache Mutter muss und will den gleichen Job machen wie ihre männlichen Feuerwehrkameraden. "Es wäre auch für die Frauen nicht gut, wenn sie eine leichtere Arbeit bekämen. Das würde einen Zwiespalt zwischen beiden Geschlechtern bedeuten. Es gibt keine spezielle Einteilung. Entscheidend ist nur die Qualifikation", sagt sie.

Elisabeth Hintermann ist Chefin im Bettenhaus Mühldorfer, einem international erfolgreichen Unternehmen. Auch sie sagt: "Erfolg ist keine Frage des Geschlechts, sondern der Leistung."

Frauen auf sich gestellt

Warum ausgerechnet in Haidmühle viele Frauen das Sagen haben? Feuerwehrfrau Regina Scherz hat eine Erklärung parat: "Ich glaube, dass es daran liegt, dass es hier wenig Arbeitsplätze gibt und die Männer, die Hauptverdiener, immer schon pendeln mussten. Also müssen die Frauen hier schauen, dass was weiter geht."

Frauen müssen sich nur mehr zutrauen

Bürgermeisterin Margot Fenzl sieht es etwas anders: Haidmühle sei nicht frauenlastiger als andere Gemeinden. "Ich bin davon überzeugt, dass es in jeder Gemeinde Frauen gibt, die das genau so können, aber sich vielleicht nicht trauen. Die Frauen müssen einfach mehr nach vorne rücken. Dann geht das auch."


22

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Wolfgang, Freitag, 09.März, 09:33 Uhr

1. Seit 1919 gleichwertige Rechte und Pflichten für Frauen und Männer.

Ausnahme Bergbau unter Tage und Wehrpflicht....

Und die Dinge wie Arbeitsvertrag oder Bankkonto konnten auch schon 1919 mit der Wahl einer entsprechender Eherechtsform anders festgelegt werden.

Und solange Frauen mit hoher Qualifikation trotzdem nicht einen jüngeren als Hausmann willigen als Partner sich suchen bleibt es dabei, Kinder betreut der mit dem geringeren Verdienst, nämlich die Frau.

Halbtagstelle?, von 6000€ brutto auf die Hälfte verzichten tut mehr weh als von 3000€ nur die Hälfte...

Kein politischer Handlungsbedarf, alles ist möglich.

  • Antwort von IH, Freitag, 09.März, 11:53 Uhr

    Volle Zustimmung.

    Man muss sich nun mal entscheiden - Familie oder Karriere. Beides zusammen - da leiden alle Parteien darunter. Ob da jetzt der Mann oder die Frau daheimbleibt, ist erstmal nebensächlich - die Politik sollte sich aber dringend anstrengen, dass genau dieses Familienmodell für jeden möglich ist! Für mich war es absolut gut als Kind, dass immer ein Elternteil (meist die Mutter) zu Hause war.

    Aber ich sehe "Erfolg im Job" und "soliden Verdienst" auch als Mittel zum Zweck, um sich ein angenehmes Leben machen zu können, ich brauch keine Beförderungen, um mich zu verwirklichen ...

  • Antwort von man man man, Samstag, 10.März, 19:07 Uhr

    Ja klar, von 6000 auf 3000 tut mehr weh als von 3000 auf 1500. In welch irrer Welt leben sie denn?
    Da der Monatsbedarf nicht im Koordinatenursprung beginnt - sprich 0 Euro - sondern jeder einen Grundbedarf hat - sprich Ordinatenabschnitt - ist der Fall auf 1500 Euro härter als auf 3000.