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Auf Wunsch von Studierenden und Flüchtlingen Deggendorf: Katholische Gottesdienste künftig auch auf Englisch

In Deggendorf soll es künftig einmal im Monat einen englischsprachigen Gottesdienst geben. Das gab die Pfarrei Sankt Martin bekannt. Viele Studierende und Asylbewerber hatten diesen Wunsch in den vergangenen Wochen geäußert.

Von: Harald Mitterer

Stand: 13.06.2018

Ein Geistlicher verteilt Hostien im Gottesdienst. | Bild: pa/dpa/Rolf Vennenbernd

Es gab in den vergangenen Wochen verstärkt Anfragen von Studierenden der Technische Hochschule Deggendorf, aber auch von Asylbewerbern, die sich einen englischsprachigen katholischen Gottesdienst wünschen, erzählt Pfarrer Franz Reitinger. Deshalb habe sich die Pfarrei Sankt Martin dazu entschlossen, diesem Wunsch nachzukommen und voraussichtlich einmal im Monat einen Gottesdienst auf Englisch abzuhalten.

Von den gut 6.000 Studierenden an der TH kommen gut 1.000 aus dem Ausland.

Pater mit Englisch-Know-How

Die erste Eucharistiefeier in englischer Sprache findet am Freitag, 15. Juni, um 19 Uhr in der Schachinger Kirche statt. Halten wird sie Pater Werner Arens, der als Pensionist zurzeit für die Gottesdienste im Schloss der Familie Arco-Zinneberg in Moos zuständig ist. Pater Arens ist laut Pfarrei für englischsprachige Gottesdienste bestens qualifiziert, da er im Zweitstudium Englische Literaturwissenschaft studierte und in diesem Fach sowohl promovierte als auch habilitierte. Er arbeitete als Professor zuletzt in Stuttgart mit einem Lehrauftrag für amerikanische Literatur.

Im Chor singen auch Flüchtlinge

Die musikalische Gestaltung übernimmt diesmal der Kirchenchor der Pfarrei St. Magdalena in Plattling unter Leitung von Kirchenmusiker Stefan Trenner. Der Kirchenchor ist sowohl von der Besetzung als auch vom Repertoire her international ausgerichtet. Es singen unter anderem einige Flüchtlinge mit.


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Anna, Donnerstag, 14.Juni, 10:25 Uhr

10. Gottesdienst

Klar ist es schön, wenn der Gottesdienst auf Englisch abgehalten wird. Ich persönlich finde es trotzdem besser, wenn Integrität entstehen würde und auch dadurch besser Deutsch verstanden/ gesprochen wird.

  • Antwort von Renate E., Donnerstag, 14.Juni, 17:11 Uhr

    Wie man ja als ausländischer Student sicherlich hier Deutsch sprechen muss... So bleibt halt irgendwie der schale Nachgeschmack. Und der Verdacht, dass es wieder nur voraus eilender Gehorsam ist. Und man mit dem Reichen des kleinen Fingers beginnt, wie es in Deutschland eben immer ist. Und was dann folgt, das sehen wir ja mittlerweile überall, besonders in den Migrantenhochburgen. In deren Zentren fühlt man sich gar nicht mehr in Deutschland, sondern in arabischen Städten. Und wer da heute zufällig die Rede einer Frau Ferda A. beim Migrantengipfel hörte, der ist aus dem Kopfschütteln nicht heraus gekommen...

  • Antwort von Wolfgang, Donnerstag, 14.Juni, 20:57 Uhr

    Hallo,
    ich denke den praktizierenden Mitgliedern der römisch-katholische Kirche sind die Abläufe von Messen und Wortgottestdiensten durch Einübung bestens bekannt. Die Strukturierung, Segenspendung, Gemeinderefrain usw. mit Deutscher Sprache übt das Verstehen dieser. Was anderes ist es mit der Predigt, die, besonders ein zeitgeschichtlicher aktueller Beitrag, die, aber nur die auf English alle vier Wochen kann eine gute Lösung sein.

Altgläubiger, Mittwoch, 13.Juni, 20:06 Uhr

9. Do könnt mer glei Himmelsakra brülln!

Warum nicht zukünftig bloß noch lateinisch gehaltene Gottesdienste? Um keinerlei Schichten zu diskriminieren. Schließlich waren vor Luthers Zeiten die Schäfchen auch der Willkür ihrer geistlichen Oberen ausgeliefert und verstanden kein Wort! Wenn schon, denn schon, ihr Verräter der eigenen Christenheit!

Barbara, Mittwoch, 13.Juni, 13:16 Uhr

8. Gottesdienste auf Englisch in Deggendorf?

Wollen diese Leute auch auf Englisch die Beichte ablegen? Denn ohne Beichte ist der Kommunionempfang ein Sakrileg.

  • Antwort von Maria A., Mittwoch, 13.Juni, 20:17 Uhr

    Barbara, so einen Vorschlag sollte mal unser Pfarrer machen. Da würde es aber rauchen! Wegen einiger Ausländer einen Gottesdienst im Monat mit englischer Predigt abhalten? Dazu sollte noch der ansässige Kirchenchor englische Lieder einstudieren, also auch andere Gesangbücher bestellen? Könnte man das nicht anders regeln? Nach dem Gottesdienst eine kurze englische Andacht mit Beichte für Ausländer und Migranten?
    Aber vielleicht ist dieser Beitrag auch nur "Verstehen Sie Spaß" für die Deggendorfer und wir können bald gemeinsam herzlich darüber schmunzeln, Barbara?

  • Antwort von Marianne, Donnerstag, 14.Juni, 14:33 Uhr

    Muss man denn unbedingt die Kommunion empfangen, wenn man in den Gottesdienst geht?

websaurier, Mittwoch, 13.Juni, 13:08 Uhr

7. God shave our souls !!!


Warum nicht, wird bestimmt ganz witzig...
Wenn der Pfarrer, der nicht richtig Deutsch kann, dann auch noch in Englisch loslegt !
-GRINS-

  • Antwort von Barbara, Mittwoch, 13.Juni, 13:32 Uhr

    Sehr merkwürdig, wie Sie selber Ihre eigene Seele bearbeiten. Eine ordentliche gesunde Seelen-Pflege sieht anders aus!

  • Antwort von websaurier, Mittwoch, 13.Juni, 16:27 Uhr


    Ich musste vor ein paar Wochen an einer Beisetzung teilnehmen.
    Der katholische Pfarrer war nicht in der Lage den Namen des Verstorbenen korrekt auszusprechen und stammelte unbeholfen herum....
    Die Angehörigen haben mir wirklich leid getan !

  • Antwort von Mittfünfziger, Mittwoch, 13.Juni, 20:23 Uhr

    websaurier - wer sowas glaubt, ist selbst schuld... Denn wenn eins sicher ist in diesen unsicheren Zeiten - man kann koa dumme Soa sei, wenn man Pfarr' studiern will... Es mag wirklich Studienrichtungen geben, wo man sich durchschummeln kann. Doch wurde man bislang nie Pfarrer mit Mittelmäßigkeit.

  • Antwort von thorie, Mittwoch, 13.Juni, 23:45 Uhr

    Mittfünfziger
    Nur mal als Info ein Ausschnitt aus einem früheren BR-Artikel
    "....Die katholische Kirche hat ein Nachwuchsproblem: Weil es nicht mehr genügend Pfarrer gibt, werden Geistliche aus dem Ausland nach Bayern geholt – häufig aus Afrika, Indien oder Polen. ..."

    und die sprechen eben meist etwas anders^^

  • Antwort von Marianne, Donnerstag, 14.Juni, 14:32 Uhr

    Diese ausländischen Priester müssten sich dann nicht mehr so sehr plagen, da sie sich vermutlich oft auf Englisch besser ausdrücken können als auf deutsch. Nur dass sie dann von der Mehrheit der Gottesdienstbesucher, die ja meist auch schon älter sind noch schlechter verstanden werden würden.

Sandman, Mittwoch, 13.Juni, 11:49 Uhr

6. Untergang des Abendlandes

Mein Gott, jetzt wird hier schon wieder der Weltuntergang beschworen...

Es gibt in vielen Städten regelmäßige Gottesdienste in Fremdsprachen. Alleine hier in meiner Stadt mindestens auf polnisch und kroatisch. Und das nicht nur monatlich, sondern teilweise mehrmals wöchentlich. Nur weil der Wunsch unter anderem von Flüchtlingen kam, wird jetzt hier ein Bohei drum gemacht - und das mutmaßlich von Leuten, die weder aus Deggendorf sind, noch in letzter Zeit eine Kirche von innen gesehen haben, schon gar nicht Freitagabend.

Ganz ehrlich, und das geht an den BR: Das ist eigentlich gar keine Meldung wert!

  • Antwort von Markus B., Mittwoch, 13.Juni, 20:34 Uhr

    Sandmann, da frage ich mich, wo Sie wohl wohnen? Denn unsere polnischen Mitbürger brauchen keinen Extragottesdienst, die sprechen längst leidlich unsere Sprache. Und auch die Russlanddeutschen nehmen gern und häufig am "normalen" Gottesdienst mit uns gemeinsam teil. Ja, das ist wirklich keine Extra-Meldung wert. Aber die Information von Deggendorf schon, denn sowas ist für jeden ansässigen schlichten Christenmenschen der falsche Weg der Glaubensgemeinsamkeit und resultiert, wie neuerdings so viele "Modernitäten", aus dem leider unter der Kirchenprominenz üblichen voraus eilendem Gehorsam. Noch was: Ich glaube nicht, dass sich Atheisten darum scheren. Wieso? Die sind doch viel eher begeistert, wenn solche Absurditäten beschlossen werden, wie Sie ja auch, oder?

  • Antwort von Sandman, Donnerstag, 14.Juni, 08:51 Uhr

    @ Markus B: Auch in meiner Pfarrei gibt es Menschen aller Herren Länder, die den deutschsprachigen Gottesdienst mitfeiern. Und dennoch gibt es diese Spezialangebote.

    Genauso bin ich froh, wenn ich bei längeren Auslandaufenthalten eine deutsche Gemeinde besuchen kann. Ich kann zwar - der katholischen Liturgie sei Dank - eine Messe in jeder Sprache mitfeiern (und habe das in einigen schon getan), aber schöner ist es doch, je besser ich den Zelebranten verstehe. Eine Osternacht in Kiswahili ist auch erhebend, aber die Predigt wäre bestimmt noch schöner gewesen, wenn ich nicht nur jeden zweiten (englischen) Absatz verstanden hätte.

    Das hat überhaupt nichts mit "Modernitäten" und "vorauseilendem Gehorsam" (gegenüber wem eigentlich?) zu tun, sondern mit passgenauer Seelsorge. Es besteht ein seelsorgerischer Bedarf, den die Kirche dankenswerterweise wahrnimmt und versucht zu befriedigen. Das tut doch keinem weh!

    Absurd ist einzig diese Diskussion.