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Abensberger Bürgermeister Brandl ist neuer Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebunds

Uwe Brandl (CSU) ist ab heute neuer Präsident des Deutschen Städte-und-Gemeindebunds. Der Abensberger Bürgermeister gilt als Mann der klaren Worte. Der Städte- und Gemeindebund soll in Berlin zukünftig eine größere Rolle spielen.

Von: Andreas Mack

Stand: 02.01.2018

Der designierte neue Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Uwe Brandl (CSU), aufgenommen am 30.11.2017 in Abensberg. | Bild: dpa/Armin Weigel

Der Abensberger Bürgermeister Uwe Brandl übernimmt heute das Amt des Präsidenten des Deutschen Städte- und Gemeindebunds. Morgen wird er bei der Bundespressekonferenz sprechen. Der Auftritt vor der Hauptstadtpresse ist selbst für den erfahrenen Brandl noch einmal etwas Besonderes.

"So ein großes Podium habe ich noch nie gehabt. Ich weiß, dass ich da zu liefern habe und ich hoffe, das gelingt mir auch."

Uwe Brandl

Nicht immer politisch korrekt

Als neuer Präsident des Städte- und Gemeindebundes vertritt er vor allem die kleinen und mittelgroßen Kommunen. Und das wird er mit klaren Worten tun, da sind sich alle einig, die Brandl seit Jahren kennen. Zum Beispiel der Kelheimer Landrat Martin Neumeyer (CSU).

"Ich glaube, die Zeiten sind vorbei, in denen man nur politisch korrekt spricht. Man muss auch öffentlich deutlich sagen was los ist. Die Menschen erwarten Antworten und deswegen ist kritisches Fragen wichtig. Das macht Uwe Brandl."

Martin Neumeyer

Brandl will Digitalisierung vorantreiben

Uwe Brandl ist klar, dass Berlin nicht der Gillamoos-Jahrmarkt in Abensberg ist, wo jedes Jahr Spitzen-Politiker in unmittelbarer Nachbarschaft deftig übereinander herziehen. Der neue Präsident will und muss diplomatischer vorgehen. Wie gut ihm das gelingt wird sicher spannend. Denn der 58-Jährige gilt aus Quertreiber, der Probleme offen und auch selbstkritisch anspricht.

Zum Beispiel die Digitalisierung, die Brandl nach vorne treiben will. Seine eigene Stadtverwaltung in Abensberg steckt dabei noch in den Kinderschuhen, gibt Brandl ohne Umschweife zu. Aus Brandls Sicht braucht es beim Thema Digitalisierung einen Masterplan. Dahinter müssen andere Projekte gegebenenfalls auch zurückstehen.

Städte- und Gemeindebund soll größere Rolle spielen

Erste große Aufgabe des neuen Präsidenten des Städte- und Gemeindebundes wird es aber wohl sein, Netzwerke zu knüpfen. In Berlin hofft Brandl auf den Kontakt zu einer stabilen, neuen Regierung. Hier soll der Städte- und Gemeindebund eine größere Rolle spielen als bisher. Die Menschen in den ländlichen Räumen fühlten sich nicht ausreichend abgebildet, so Brandl.

Mehr Unterstützung vom Bund

Uwe Brandl will die Themen ansprechen, die die Menschen bewegen. Neben der Digitalisierung gehört dazu die Integration von Flüchtlingen. Eine Herkulesaufgabe, die uns noch über Generationen begleiten wird, glaubt der neue Präsident des Städte- und Gemeindebundes. Er fordert finanzielle Unterstützung vom Bund.

"Wenn das alles nur aus der kommunalen Kasse zu finanzieren ist, dann müssen wir anderweitig priorisieren. Das geht dann möglicherweise zu Lasten von Bildung, Betreuung oder der sozialen Systeme."

Uwe Brandl

Die Berliner Politik muss sich aus Brandls Sicht völlig neu auf die Bedürfnisse der Kommunen ausrichten.


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Elisabeth G. vom Donau-Gymnasium, Mittwoch, 03.Januar, 13:54 Uhr

1. Erfolg in Berlin fuer die Anliegen der Gemeinden

Ob das so einfach wird bei dieser etwas blasiert wirkenden Regierungsclique in Berlin? An der Kanzlerin perlt sowieso alles ab und Reflektionsfaehigkeit ihrerseits ist meinem Eindruck nach nicht so gut entwickelt wie sie ganz freimuetig, vielleicht unbedacht, am Wahlabend vor laufender Kamera von sich gab.. Auch kommen wir Baiern u.a. schon wegen unserer Direktheit nicht ueberall gut an. Aber wenn die Probleme der Kommunen akut genug sind um den 'Raechtspopulisten' noch mehr Waehler zuzutreiben, wirds vielleicht schon klappen. Viel Erfolg. Und viele Gruesse nach Abensberg.