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Transitzentrum Deggendorf Angeblicher Hungerstreik: Regierung weist Kritik zurück

Nach Angaben des Bayerischen Flüchtlingsrates sind seit dem Wochenende etwa 200 Menschen im Transitzentrum Deggendorf im Hungerstreik - aus Protest gegen ihre Unterbringung. Am Mittwoch soll es eine Demo geben. Allerdings ist immer noch nicht bestätigt, ob die Bewohner tatsächlich hungern. Die Regierung weist alle Vorwürfe zurück.

Von: BR-Autoren

Stand: 18.12.2017

Protest im Transitzentrum Deggendorf | Bild: BR/A. Wenleder

Im Transitzentrum Deggendorf sind am Wochenende nach Angaben des Bayerischen Flüchtlingsrates rund 200 Menschen in den Hungerstreik getreten. Auslöser sei die versuchte Abschiebung eines Asylbewerbers aus Sierra Leone gewesen.

Streiken die Bewohner wirklich?

Für den kommenden Mittwochvormittag haben die Flüchtlinge im Transitzentrum Deggendorf eine Demonstration angekündigt. Der Hungerstreik dauert nach deren Angaben seit vier Tagen an. Daran beteiligt seien auch Frauen und Kinder. Ob es allerdings tatsächlich einen Hungerstreik in der Unterkunft gibt, ist weiter unklar.

Die Regierung von Niederbayern bestätigte auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks lediglich, dass es bereits am Freitag zu Protesten in dem großen Transitzentrum gekommen ist. Diese seien nach einem Gespräch der Verantwortlichen vor Ort wieder beigelegt worden.

Regierung nennt Verpflegung, Hygiene und medizinische Versorgung gut

Ein Vertreter der protestierenden Flüchtlinge erklärte dem Bayerischen Rundfunk, es befänden sich derzeit rund 200 Menschen im Hungerstreik - aus Protest gegen die Ablehnung ihrer Asylanträge und wegen Problemen bei der Unterbringung. Die Regierung von Niederbayern wies in einer Stellungnahme alle Vorwürfe zurück. Die Verpflegung sei gut. Flüchtlinge aus anderen Nationen und Mitarbeiter, die ebenfalls in der Kantine essen, hätten das Angebot bisher nicht kritisiert. Auch Hygiene, medizinische Versorgung und Unterricht seien gewährleistet.

Transitzentrum Deggendorf

Im Transitzentrum Deggendorf sind derzeit 336 Flüchtlinge mit geringer Bleibeperspektive untergebracht, 258 von ihnen aus Sierra Leone, die anderen aus Aserbaidschan und dem Iran. Sie leben dort bis zu ihrer freiwilligen Ausreise oder der Abschiebung nach einem erfolglosem Asylverfahren.


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