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EU-Richtlinie ändert den Zahlungsverkehr Neue Regeln für Online-Banking - wie sicher ist das Konto noch?

Neue europaweite Regeln sollen Geldtransfers billiger und sicherer machen. Für Onlinebanking-Kunden heißt das, dass in Zukunft auch Drittfirmen Zugriff auf ihre Kontodaten bekommen können.

Von: Jasmin Körber

Stand: 15.01.2018

Sparschwein (Symbolbild) | Bild: picture-alliance/dpa

Hinter dem Bank-Schreiben über die "Änderungen von Vertragsbedingungen" steckt die neue EU-Richtlinie PSD 2. Seit Samstag gilt sie europaweit - und soll den Wettbewerb in der EU-Finanzbranche anheizen. Die größte Änderung: In Zukunft müssen Geldhäuser auch Drittanbietern wie Finanz-Start-Ups (sogenannten Fintechs) den Zugriff auf Konten und Daten ihrer Kunden ermöglichen.

Zugriff für Externe

Bisher waren die Banken dazu nicht verpflichtet - und hatten dementsprechend Vorteile, wenn es darum ging, Kunden aufgrund ihres Finanzverhaltens bestimmte Dienstleistungen anzubieten. Für Onlinebanking-Kunden erwachsen daraus massenweise Möglichkeiten: Sie können jetzt beispielsweise externen Firmen den Auftrag erteilen, die Tagesgeldzinsen verschiedener Banken für sie zu vergleichen - und einen ausgemachten Geldbetrag automatisch an den günstigsten Anbieter zu überweisen. Mit Angeboten von Fintechs ist es dann auch möglich, mehrere Konten auf einen Blick zu sehen und Geld anstatt per Hausbank über Drittfirmen zu überweisen.

Keine Angst um die Daten

Angst um ihre Daten müssen Verbraucher deswegen aber nicht haben. Der Zugriff von Drittfirmen muss vom Bankkunden ausdrücklich erlaubt werden. Die Anfrage läuft über die Hausbank und darf nur für den angefragten Zweck gültig sein.

Mehr Schutz bei Kartenmissbrauch

PSD 2 bringt außerdem noch eine Neuerung, die Online-Kunden freuen dürfte: Die Haftungsgrenze beim Missbrauch der Bank- oder Kreditkarte sinkt auf 50 Euro. Früher mussten Kunden für Schäden bis zu 150 Euro haften, solange sie Karte oder Internet-Konto nicht gesperrt hatten. Bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz haftet man aber weiter unbeschränkt.


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Heinrich, Dienstag, 16.Januar, 00:00 Uhr

4. wieder eine Sau durchs Dorf treiben

Ein Finanzdienstleister hat nur dann Zugriff auf ein Konto, wenn der Inhaber diesen gewährt.

Da heißt, dass man sich jetzt nicht aufregen sollte, sondern nicht einfach nur die Bedingungen ankreuzen oder durchklicken, auch einmal lesen und darüber nachdenken, ob man das auch will.

Mir kommt es aber immer öfter so vor, als wird mehr Wert darauf gelegt, sich einfach mal wieder zu echauffieren, als tatsächlich mal die Fakten zu erkunden.

  • Antwort von König, Donnerstag, 18.Januar, 00:12 Uhr

    Exakt so ist es.

    Manchmal kommt es einem so vor als wollten die Leute ihre Eigenverantwortung komplett beim Pförtner abgeben.
    Ohne Genehmigung passiert gar nichts.

    Die Gesellschaft scheint das "App-Genehmigungs-Abnicken" auf alle Lebensbereiche ausdehnen zu wollen. Da hätten wir ein Problem.

realist, Montag, 15.Januar, 22:43 Uhr

3. Meine Befürchtung

Kann sich irgendwer, irgendwann und irgendwo der geneigten Leserschaft erinnern, dass uns aus der EU irgendetwas mit Hand und Fuß und zu unserm Vorteil aufgezwungen wurde? Ich nicht! Und so befürchte ich, dass sich hinter dieser Sache auch wieder einmal ein "großes Schelmenstück" versteckt.

  • Antwort von Klaro, Donnerstag, 18.Januar, 00:09 Uhr

    Aber sicher doch:

    Garantie auf 2 Jahre
    LED-Leuchtmittel
    14-tägiges Rückgaberecht im Online-Handel
    u.a.

frage, Montag, 15.Januar, 18:29 Uhr

2. Bankgeheimnis abgeschafft

Seit letzten Jahr wurde das Bankgeheimnis abgeschafft-und keiner hat es mitbekommen. § 30a Schutz des Bankgeheimnis ist abgeschafft worden am 25.06.17. Jeder kann in das Konto sehen und es stört niemand. Das Finanzamt hat das Konto schneller durchleutet als man selbst. Realität in Deutschland 2018-wie vieles anderes (NetzDG). Hätte man das früher gesagt... Niemand im Bundestag hat es diskutiert oder sein Veto eingelegt, keine einzige Partei.

  • Antwort von unbekannt, Montag, 15.Januar, 19:52 Uhr

    Jeder kann in ihr Konto sehen?

    Wer ist bei ihnen "jeder"? - Alsomich sehe nichts auf ihrem Konto ;-)

    Finanzämter konnten schon immer unter die Hosen ihrer "Kunden" sehen. Bei vielen Kandidaten war und ist das auch gut so, sonst schimpfen die Bürger wieder, wenn Steuervermeider ihr Steuern nicht bezahlen.

Leonia, Montag, 15.Januar, 17:40 Uhr

1. Gebetsmühlenartige Wiederholung

Nein, Kunden brauchen keine Angst um ihre Daten haben . . . aha, soso, das soll man also glauben. Und was ist mit der Sicherheit ihres Geld (abgesehen von der Änderung der Haftungsgrenze der Geldinstitute)?
Vertrauen in Online-Banking werde ich erst ab dem Tag haben, ab dem alle Kripobeamte des einschlägigen Münchner Dezernats selbst aufs Onlinebanking umsteigen, weil sie es für sicher halten.

  • Antwort von Trenner, Montag, 15.Januar, 19:46 Uhr

    Leonia,

    Online-Banking ist sicher.

    Unsicher ist meistens das übrige Computerverhalten. Von schlechter Wartung des OS angefangen bis zum Öffnen unbekannter Mailanhänge usw..

    Meine Strategie dagegen:
    Mit einem nicht ganz aktuellen Computer, aber mit aktuellem Betriebssystem, aktueller Virensoftware und Firewall der von den anderen Internetaktivitäten getrennt betrieben wird, passiert absolut nichts kompromittierendes. Für mich ist dieser Laptop quasi ausschliesslich ein Banking-Terminal. Allerdings nutze ich eine Buchhaltungssoftware und vermeide den webbasierten Zugang zum Account.
    Auf die anderen Netzwerkkomponenten ist zu achten, dass sich keine Malware einnisten kann. Seit BTX-Zeiten bin ich damit "unfallfrei" gefahren.
    Die Beamte müssen nicht unbedingt sicherer im Netz unterwegs sein als andere Nutzer. Einschlägige Angriffsvektoren sollte man sich aus dem Netz zur Kenntnis bringen.

  • Antwort von Leonia, Montag, 15.Januar, 22:53 Uhr

    Danke für Ihre Hinweise. Aber was ich meine ist, dass es gewichtige Gründe dafür geben wird, dass die von mir erwähnten Beamten des einschlägigen Münchner Kripodezernats allesamt privat kein Online-Banking machen. Und solange mich die Banken nicht wirklich durch Schließung aller Filialen zum Online-Banking zwingen, bleibe ich dabei, sie persönlich aufzusuchen. Letztlich wurde doch bislang noch jedes TAN-Verfahren geknackt. Und ob man es immer schafft, eigene Rechner wirklich sauber zu halten, bleibt offen. Ich würde jedenfalls trotz aller Sorgfalt dafür nicht die Hand ins Feuer halten. Ganoven sind mit nichts anderem beschäftigt, als Schlupflöcher zu finden, die verwenden ihre gesamte Zeit und Phantasie darauf. Alle Sicherheitsmethoden sind immer nur eine Reaktion auf eine neuentdeckte Gaunerei.

  • Antwort von Hanne, Dienstag, 16.Januar, 06:15 Uhr

    @ Trenner.

    Sie klingen jetzt, als würden Sie was veon der Sache (PC-Wartung) verstehen. Ich nicht, noch nicht mal so viel, dass ich Sie gegebenenfalls als Blender enttarnen könnte. Auch habe ich keinen Zweit-PC, damit die Bank auch noch die Verantwortung für die Wahrung des Bankgeheimnisses an mich outourcen kann, wenn ich auch sonst schon alles selber mache. Bei meiner Bank ist nur mehr dann jemand persönlich zu sprechen, wenn sie einem Spar-, Anlage- (natürlich zinsfrei) oder Versicherungsverträge aufschwatzen wollen

  • Antwort von Trenner, Donnerstag, 18.Januar, 00:06 Uhr

    @Leonia

    Selbstverständlich muss jeder nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten die freie Entscheidung darüber treffen Onlinebanking oder andere Internetservices zu nutzen.
    Allerdings sorgen dummerweise die Nutzer selbst für die Verlagerung des klassischen Bankgeschöftes hin zum Onlinebanking. Ich spreche immer von der "kritischen Masse", die erreicht sein muss, bis die Kunden selbst dafür sorgen keine Optionen mehr zu haben.
    Ähnlich entwickelt sich das beim KFZ-Versicherungsgeschäft. Irgendwann werden sich alle Kunden per Telemetrieanalyse zum Fahrverhalten überwachen lassen, um mal wieder ein "Schnäppchen-Tarif" zu bekommen.

    @Hanne
    Ich weiß, wo der "Zündschlüssel" beim PC rein gesteckt wird. :-)
    Sicherheit gibt es nirgends ohne eig. Bemühen.

    Völlig indiskutabel ist Onlinebanking in Kombination mit Smartphones. Da bei dieser Gerätearchitektur die Datenhoheit längst verloren ist und Risiken über zweifelhafte Apps vergrössert werden, würde ich Onlinebanking deaktivieren.