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Zwischen Eiszeit und Rockstar-Bühne: Politiker bei SXSW | BR24

© Picture Alliance

Alexandria Ocasio-Cortez auf der SXSW

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    Zwischen Eiszeit und Rockstar-Bühne: Politiker bei SXSW

    Eigentlich dominieren Techies und Hipster die Messe South by Southwest im texanischen Austin. In diesem Jahr haben sich auffällig viele Politiker angekündigt. Sie hoffen, beim jungen, technikaffinen Publikum zu punkten.

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    Es wird schwer sein, eine Veranstaltung auf der diesjährigen South By Southwest-Konferenz zu finden, die auf ähnlich großes Interesse stößt. Die Schlange zum Ballroom D, der größten Halle im Austin Convention Center, geht über vier Stockwerke - und als die Interviewerin und ihr Gast die Bühne betreten, bricht riesiger Jubel aus. Die Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez hat hier Rockstar-Status, auch weil die 29-Jährige wie keine andere Kongressabgeordnete das Spiel mit den sozialen Medien beherrscht. Dazu kommt: vor ihr sitzt ein junges, liberales Publikum, offen für ihre zum Teil radikalen Ideen für eine neue Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftspolitik.

    SXSW: Werbung in eigener Sache

    Ocasio-Cortez ist auch hier in Austin, weil ein Dokumentarfilm über ihren erfolgreichen Wahlkampf für einen Platz im US-Abgeordnetenhaus im Film-Bereich der Konferenz gezeigt wird. “Knock down the house”, so der Titel. Für Interesse sorgt auch die Dokumentation “Running with Beto”. Sie zeigt den misslungenen Versuch des Demokraten Beto O’Rourke den texanischen Senator Ted Cruz abzulösen. Er unterliegt allerdings nur knapp. Angeblich verkündet O’Rourke in wenigen Tagen, ob er ins Rennen um eine Nominierung für den Präsidentschaftswahlkampf einsteigt. Etliche Bewerber haben das bereits getan und nutzen South by Southwest für Werbung in eigener Sache, so wie auch die Senatorin aus Minnesota Amy Klobuchar. Auf die Frage, ob sie den großen Technologieunternehmen traue, sagt sie kurz: “Nein.”

    Warren: Amazon und Google müssen zerschlagen werden

    Kollegin Elizabeth Warren geht weiter: sie erklärt ausführlich, warum sie die Zerschlagung von Unternehmen wie Amazon oder Google für notwendig hält:

    Diese Giganten berauben uns der Möglichkeit, das zu tun, was wir am besten können: eine großartige Idee zu haben, daran Tag und Nacht zu arbeiten um sie umzusetzen, auf Augenhöhe mit anderen zu sein. Wenn sie zerschlagen werden, wird unser Markt robuster und wettbewerbsfähiger. Elizabeth Warren

    Dafür erntet Warren Applaus. Eher höflich bis spärlich fällt dieser für Starbucks-Gründer Howard Schultz aus, der ebenfalls seine politischen Ideen vorstellt. Offiziell ist Schultz bislang noch nicht ins Rennen als unabhängiger Kandidat eingestiegen. Doch ein Auftritt beim South by Southwest ist ein Testlauf - für Visionen, Slogans und Kommunikationsstil. Schultz hat zwar eine Kaffeekette zu Weltruhm geführt, seine eigene politische Marke bleibt weiter unscharf. Ocasio-Cortez löst ein Feuer der Begeisterung bei ihren Besuchern ausgelöst. Für Howard Schultz gleicht der Auftritt South by Southwest einem Abstecher an den Polarkreis.