BR24 Logo
BR24 Logo
Netzwelt

Yelp & Co.: Wie ticken Bewertungsplattformen? | BR24

© BR

Die Bewertungsplattform Yelp darf bestimmte Bewertungen aussieben, das hat der Bundegerichthof entschieden. Aber wie tickt der Yelp-Algorithmus? Und können sich Ladenbetreiber wehren? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum "Krieg der Sterne".

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Yelp & Co.: Wie ticken Bewertungsplattformen?

Die Bewertungsplattform Yelp darf bestimmte Bewertungen aussieben, das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Aber wie tickt der Yelp-Algorithmus? Und können sich Ladenbetreiber wehren? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum "Krieg der Sterne".

Per Mail sharen
Teilen

Wie arbeiten Bewertungsportale wie Yelp?

Bei Yelp können die Nutzer Geschäfte, Dienstleistungen und Restaurants auf einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 5 (sehr gut) bewerten und auch Rezensionen hinterlassen. Yelp bezieht allerdings nicht alle Bewertungen in das Gesamtergebnis mit ein. Stattdessen entscheidet ein Algorithmus, welche Bewertungen in das Gesamtwertung einfließen. Die genaue Funktionsweise des Algorithmus ist nicht bekannt. Yelp selbst beruft sich auf das Geschäftsgeheimnis und verweist darauf, dass der Algorithmus Fake-Bewertungen verhindern soll. Eine Fitnessstudio-Betreiberin wollte, dass alle Bewertungen für die Gesamtwertung herangezogen werden und verlor vor dem Bundesgerichtshof gegen die Bewertungsplattform.

Auf der einen Seite des Streits steht also der nachvollziehbare Wunsch vieler Ladenbetreiber, verstehen zu können, wie eine Yelp-Bewertung zustande kommt. Auf der anderen Seite weiß man aber auch, dass sich Algorithmen leichter austricksen lassen, wenn ihre genaue Formel bekannt ist.

Klar ist: Den Portalen wird ein erheblicher Einfluss nachgesagt, auch weil beispielsweise Yelp-Bewertungen prominent in Suchmaschinenergebnissen angezeigt werden. Die Verführung zur Manipulation ist entsprechen groß.

Wie finanzieren sich solche Portale?

Yelp finanziert sich über Werbung. Insbesondere in der USA gibt es immer wieder Gerüchte, Ladenbesitzer, die keine Werbung schalten, würden bei den Bewertungen abgestraft. Yelp bestreitet dies, bislang konnten für eine solche Praxis auch nicht belegt werden.

Anders sieht es bei Jamenda aus, einem Portal, auf dem vor allem Ärzte bewertet werden. Hier monierten die Richter, dass zahlende Premiumkunden "verdeckter Vorteile" hätten, womit Jameda seine Status als "neutraler Informationsmittler" aufgebe. Ärzte können deswegen bei der Plattform beantragen, ihr Profil löschen zu lassen.

Können sich Betreiber gegen schlechte Bewertungen wehren?

Die Portale berufen sich hierbei auf die Meinungsfreiheit. Bei manchen Portalen, wie etwa Jameda (siehe oben), kann man eine Löschung des Profils beantragen.

Für Betreiber von Geschäften, Restaurant und anderen Dienstleistungen kommt aber Hilfe aus Brüssel. Ab dem 12. Juli tritt in allen EU-Ländern die sogenannte P2P-Verordnung in Kraft, die Fairness und Transparenz bei Online-Plattformen herstellen soll. Dabei sollen auch Rankings transparenter gemacht werden. So sollen Bewertungsportale zum Beispiel dazu verpflichtet werden offen zu legen, wenn das Ranking mit Zahlungen beeinflusst werden kann.