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Apple verabschiedet sich von iTunes | BR24

© dpa-Bildfunk/Jeff Chiu

Apple-Entwicklerkonferenz WWDC 2019

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    Apple verabschiedet sich von iTunes

    Aus einer App werden mehrere Apps: Apple hat sich endgültig von iTunes verabschiedet. Auch andere Neuerungen wurden auf der Entwicklerkonferenz präsentiert - von denen aber nicht alle Apple-Nutzer profitieren.

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    Apple hat das Ende seiner beliebten Multimedia-Software iTunes angekündigt. "Die Zukunft von iTunes ist nicht eine App, sondern drei", sagte der leitende Software-Entwickler Craig Federighi während der jährlichen Entwicklerkonferenz WWDC des Konzerns in San José im US-Bundesstaat Kalifornien. Die drei neuen Apps sind demnach Apple Music, Apple Podcasts und Apple TV - und sollen nach Angaben des Unternehmens "vieles vereinfachen".

    Das Ende von iTunes war vorhersehbar. Die Software war zuletzt nur noch auf den Mac-Computern installiert gewesen, mobile Geräte waren bereits mit den neuen Apps ausgestattet. Bei seiner Vorstellung im Jahr 2001 war iTunes ein innovatives Geschäftsmodell für den Kauf von Liedern, Musikalben, Filmen und Serien, die über die Software auf allen Endgeräten synchronisiert wurde. Der Triumphzug der Streamingdienste machte iTunes zuletzt jedoch überflüssig. Im März hatte der Apple-Konzern, der mit sinkenden iPhone-Verkäufen zu kämpfen hat, seinen Streamingdienst Apple TV+ vorgestellt. Damit will der Konzern vermehrt auch auf Inhalte setzen und somit Netflix, Hulu und Amazon Prime Video Konkurrenz machen.

    Weniger Zugriff auf Aufenthaltsorte

    Auf der Entwicklerkonferenz wurde auch das neue Betriebssystem für die iPhones präsentiert - die Version iOS 13, die den Nutzern im Herbst zur Verfügung gestellt werden soll. Dabei haben die Entwickler offenbar den Fokus auf mehr Anonymität und Datensicherheit für die Nutzer gelegt: So bekommen die Nutzer die Möglichkeit, ihren Aufenthaltsort künftig nur noch einmal mit einer App zu teilen. Bisher konnten sie nur der dauerhaften Nutzung von Ortsdaten zustimmen. Wenn eine App trotzdem versucht, den Aufenthaltsort abzurufen, bekommt der Nutzer eine Warnmeldung.

    Außerdem startet Apple einen eigenen Log-In-Dienst: Wer sich in Apps mit eigener E-Mail-Adresse anmelden soll, bekommt künftig eine Wegwerf-Mail-Adresse spendiert. Das sorgt für weniger Spam im eigenen Postfach und erhöht die Anonymität des Nutzers gegenüber dem App-Hersteller. Darüber hinaus soll das Smartphone mit iOS 13 über einen sogenannten Dark Mode verfügen und damit beim Stromsparen helfen, weil ein schwarzer Hintergrund weniger Energie verbraucht als ein heller.

    Ausschluss von älteren iPhones

    Doch nicht alle iPhone-Nutzer bekommen das neue iOS 13. Das Unternehmen hat ältere Geräte von der Liste gestrichen, die das neue Betriebssystem erhalten. Das iPhone muss mindestens ein iPhone 6s sein, 6 und 6 Plus bekommen das Upgrade nicht mehr. Das iPhone SE soll die neue Software allerdings noch erhalten.

    Auch weitere Neuerungen wurden auf der Konferenz präsentiert: Die Computer-Uhr Apple Watch wird demnach unabhängiger vom iPhone und damit auch interessanter für Nutzer von Android-Smartphones. Die iPad-Tablets bekommen erstmals ein eigenes Betriebssystem, das sie stärker wie einen vollwertigen PC-Ersatz nutzen lässt. Außerdem stellte Apple nach Jahren wieder einen neuen Hochleistungscomputer der Mac-Pro-Reihe vor, der für professionelle Nutzer mit sehr hohen technischen Anforderungen gedacht ist.

    US-Kongress nimmt Wettbewerb ins Visier

    Die US-Demokraten im Abgeordnetenhaus wollen unterdessen umfassend die Marktmacht der großen Technologiefirmen wie Facebook, Google oder Amazon untersuchen lassen. Das kündigte der Vorsitzende des Unterausschusses für Wettbewerb, David Cicilline, in Washington an. Die Kurse der Technologieaktien reagierten umgehend mit Abschlägen. Die Untersuchung soll unter anderem herausfinden, ob die Unternehmen ihre Monopolstellungen ausnutzen oder wettbewerbsfeindliche Maßnahmen ergriffen haben.

    In den USA macht sich parteiübergreifend ein Gefühl breit, dass bei Technologieriesen wie Apple oder Google zu viel Macht und Einfluss bei zu wenig Regulierung gebündelt sein könnte. Damit steigt der politische Druck auf die Unternehmen, die auch in Europa massiv ins Auge der Wettbewerbshüter und Steuerbehörden geraten sind. Die Unternehmen müssen sich darauf gefasst machen, größere Mengen von Dokumenten aushändigen zu müssen und Vertreter zu Anhörungen nach Washington schicken zu müssen.