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Bitcoin-"Münze" (Symbolbild)

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    Wundertechnik mit großem Potenzial

    Die Digitalwährung Bitcoin erlebt einen Höhenflug. Und für die zugrundeliegende Blockchain-Technologie gibt es noch viele weitere aussichtsreiche Anwendungen - zum Beispiel die fälschungssichere Stimmabgabe bei Wahlen. Von Florian Regensburger

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    Der Bitcoin ist die bekannteste Digitalwährung. In den letzten zwei Jahren hat sich sein Kurs fast verzehnfacht, alleine in letzten zwölf Monaten verfünffacht, auf heute an die zweieinhalb Tausend Euro pro Bitcoin. Immer wieder gibt es aber große Ausschläge beim Kurs, sowohl nach oben als nach unten - Investitionen in Bitcoin gelten als hochspekulativ. Der Bitcoin sei "kein geeignetes Medium, um Werte aufzubewahren. Das zeigt ein einfacher Blick auf die sehr schwankungsanfällige Kursentwicklung", sagte etwa das Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele im Mai der "Welt am Sonntag".

    Fälschungssichere Transaktionen

    Das zugrundeliegende Prinzip der Blockchain macht Bitcoin oder Ether-Transaktionen sehr fälschungssicher, weil alle Informationen in identischen Datensätzen auf etlichen verschiedenen Computern weltweit gespeichert sind. Wenn also jemand etwas manipulieren wollte, müsste er sich Zugang zu tausenden Computern verschaffen, um dort - zeitgleich und unbemerkt - die jeweils identische Änderung vorzunehmen. Dabei hat kein Staat, keine Behörde und auch keine Bank die Aufsicht über die jeweilige Blockchain, sie wird allein über das Rechnernetz aller Teilnehmer verwaltet.

    Die Blockchain rückt näher an den Endanwender

    Der Einsatz der Blockchain könnte bald weit über das Finanzielle hinaus ausgeweitet werden: So bietet die Ethereum-Blockchain eine Plattform für Smart Contracts – was im wesentlichen eine sichere Art der Dokumentation von Informationen und Transaktionen jeglicher Art bezeichnet. Das können digitale Vertragsabschlüsse sein, aber auch zum Beispiel Identitäts-Management. Der Musikstreaming-Anbieter Spotify etwa hat im April mit dem Startup Mediachain Technologie eingekauft, um auf Blockchain-Basis Urheberrechte an Musik und die Zahlung entsprechender Lizenzgebühren an die Rechteinhaber abzuwickeln.

    Blockchain gegen Wahlmanipulation

    Ein weiterer vielversprechender Ansatz ist der Einsatz von Blockchain-Technologie für E-Voting-Systeme. Gerade vor dem Hintergrund von Manipulationsvorwürfen bei vielen internationalen Wahlen in den letzten Jahren könnte eine dezentrale, transparente und weitgehend fälschungssichere Technik hier ein Stück verloren gegangenes Vertrauen wieder herstellen.