Die EU hat harte neue Pläne für Kryptowährungen
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Die EU hat harte neue Pläne für Kryptowährungen

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    Wohin führen die EU-Pläne für Kryptowährungen?

    Wohin führen die EU-Pläne für Kryptowährungen?

    Die EU will anonyme Krypto-Zahlungen quasi verbieten — die Kryptoszene ist in Aufruhr. Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen würden durch die Pläne zwar nicht verboten, doch schärfere Regulierung könnte trotzdem deren Zukunft gestalten.

    Chaos in der Blockchain-Welt: Nachdem das Europäische Parlament harte Maßnahmen gegen anonyme Krypto-Zahlungen eingeleitet hat, ist ein Streit um die Zukunft von Bitcoin und anderen Kryptowährungen in Europa entbrannt.

    Aus für "Unhosted Wallets"?

    Die vom Europäischen Parlament beschlossenen neuen Regeln würden alle Krypto-Transaktionen verbieten, bei denen keine persönlichen Daten der Teilnehmer vorliegen. Die Nutzung von sogenannten "Unhosted Wallets" würden damit faktisch illegal. Als "Unhosted Wallets" bezeichnet man Krypto-Wallets, die von privaten Nutzern und nicht von Unternehmen wie Coinbase und Kraken betrieben werden.

    Der Gesetzentwurf ist noch nicht final und muss nun in den Trilog-Gesprächen mit dem Europäischen Rat abgestimmt werden.

    Was steckt hinter dem Entwurf?

    Der Vorstoß der Europäischen Union ist Teil eines Maßnahmen-Pakets, das gegen Geldwäsche und andere illegale Finanzgeschäfte vorgehen soll. "Gesetzwidrige Kapitalströme von Krypto-Gütern bewegen sich weitgehend unerkannt durch Europa und die Welt", erklärte Ernest Urtasun vom EU-Ausschuss für Wirtschaft und Währung in einem Statement.

    Tatsächlich sind Bitcoin und andere Kryptowährungen im Darknet ein beliebtes Zahlungsmittel. Es bleibt jedoch umstritten, ob kriminelle Vorgänge hier wirklich eine größere Rolle spielen als bei traditionellen Währungen. Der Europäischen Polizeibehörde Europol zufolge spielen Kryptowährungen nur eine untergeordnete Rolle in der kriminellen Wirtschaft.

    Kritik aus der Kryptobranche

    Mitglieder und Unternehmer der Kryptoszene haben die Pläne der EU mehrheitlich kritisiert. Brian Armstrong, CEO der Krypto-Plattform Coinbase, bezeichnete den Gesetzentwurf als "Anti-Innovation, Anti-Privatsphäre und Anti-Strafverfolgung".

    Der Branchenverband Crypto Council of Innovation bekundete Hoffnung, dass die Pläne im weiteren Verlauf noch einmal abgeschwächt werden könnten: "Würden die einzigartigen Möglichkeiten von Krypto nicht und das Potential für neue Rahmenbedingungen nicht erkannt wären, wäre das eine große vertane Chance für die EU und ihre Bürger", schrieb der Verband in einem Statement.

    Wie geht es weiter?

    Bereits seit Jahren wird damit gerechnet, dass die noch relativ junge Blockchain-Technologie in Europa stärker reguliert wird. Die nun vorgesehenen Richtlinien könnten eine neue Richtung vorgeben, wie Kryptowährungen in der EU gehandhabt werden. Trotzdem ist aktuell noch nicht abzusehen, wie genau sich die meisten dieser Änderungen auf Krypto-Startups oder User auswirken würden.

    Viele sehen in den Plänen der EU jedoch auch eine Signalwirkung: Kryptotechnologie wird in Europa eher kritisch als optimistisch gesehen. Anders ist das beispielsweise im Vereinigten Königreich: Dort hat Finanzminister Sunak kurz nach der Verabschiedung der EU-Pläne angekündigt, Großbritannien zu einem "globalen Zentrum für Krypto-Technologie" machen zu wollen.

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