Elon Musk mit Denkblase
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Macht sich Gedanken darüber, was auf Twitter anders werden soll: Twitter-Besitzer Elon Musk.

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    Wird Twitter unter Elon Musk zur Hass-Schleuder?

    Wird Twitter unter Elon Musk zur Hass-Schleuder?

    Kritiker befürchten, dass unter Elon Musk auf Twitter ein laxerer Umgang mit Hass und Hetze Einzug halten könnte. Nun hat der Twitter-Chef eine neue Umfrage gestartet. Am Ende könnte eine Art "Generalamnestie" für gesperrte Nutzer stehen.

    Man habe sie in einem einfachen Wandschrank gefunden, twitterte Elon Musk am Mittwoch. Dazu stellte er ein Video, in denen T-Shirts mit der Aufschrift "stay woke" zu sehen sind. Als "woke" bezeichnet man im Englischen einen besonders sensiblen Umgang mit Themen wie Rassismus, Sexismus oder auch Transfeindlichkeit.

    Twitter-Chef Elon Musk hat sich zur "Woke"-Bewegung immer kritisch geäußert und so verwunderte es nicht, dass er sich über die T-Shirts lustig machte. Am Donnerstag setzte er noch einen drauf und präsentierte neue T-Shirts. Auf denen steht im selben Schriftzug statt "stay woke" nun "stay at work", zu deutsch: bleibe bei der Arbeit.

    Bruch mit der bisherigen Moderationspraxis

    Es ist nur eine kleine Episode in der an absurden Höhepunkten nicht gerade armen Twitter-Musk-Saga, aber sie ist doch irgendwie symptomatisch: Denn Elon Musk krempelt nicht nur die Struktur von Twitter um, entlässt Mitarbeiter, stellt neue ein, verspricht neue Features und probiert neue Formen der Finanzierung aus, sondern er bricht mit der bisherigen Moderationspraxis bei Twitter. Nach einer Abstimmung hat er den Account des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump freigeschaltet. Auch der wegen antisemitischen Äußerungen gesperrte Musiker Kanye West darf wieder twittern, ebenso wie der umstrittene Autor Jordan Peterson oder die konservative Satire-Seite "The Babylon Bee".

    Elon Musk: "Vox populi vox Dei"

    Viele dieser Entscheidungen treffen auf Kritik. So twitterte der Chef der Anti-Defamation League, Jonathan Greenblatt, dass die Trump-Entscheidung zeige, dass Musk nicht gewillt sei, die Plattform vor Hass, Belästigung und Falschinformationen zu schützen.

    Kritisiert wird aber auch das Zustandekommen der Trump Entscheidung. Musk hatte auf Twitter eine Umfrage gestartet, bei der sich eine knappe Mehrheit für das Trump-Comeback ausgesprochen hatte. Die Frage allerdings ist, wie repräsentativ das Ergebnis ist und ob es nicht beispielsweise durch Bots beeinflusst wurde. Zudem hatte Musk eigentlich Ende Oktober angekündigt, dass die Entscheidungen, wer auf die Plattform dürfte und wer nicht, von einem eigens dafür geschaffenen Gremium gefällt werden würde. In diesem Gremium sollten sich die unterschiedlichsten Standpunkte wiederfinden.

    Kommt die große "Generalamnestie"?

    Davon ist nun keine Rede mehr, Musk regiert Twitter stattdessen per Twitter-Referenden. Nun lässt der Twitter-Eigner darüber abstimmen, ob gesperrte Accounts generell wieder freigeschaltet werden sollten. Bislang ist eine deutliche Mehrheit dafür.

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