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Offline-Aktion: Wikipedia Deutschland verteidigt Abschaltung | BR24

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John Weitzmann vom Förderverein Wikimedia hat die Abschaltung von Wikipedia Deutschland für den heutigen Tag verteidigt.

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Offline-Aktion: Wikipedia Deutschland verteidigt Abschaltung

Wikipedia war am Donnerstag offline. Damit will die Plattform gegen die geplante Urheberrechtsreform protestieren. John Weitzmann vom Förderverein Wikimedia hat die Abschaltung in der "radioWelt" verteidigt.

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Mit der Offline-Aktion will die Plattform gegen die geplante Urheberrechtsreform protestieren, über die am Dienstag im EU-Parlament abgestimmt werden soll - eine Reform, die das Internet total verändern könnte.

John Weitzmann ist Leiter der Abteilung Politik und Recht bei Wikimedia Deutschland, der zum Betreiberverein von Wikipedia gehört. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk verteidigte er die Abschaltung von Wikipedia Deutschland:

"Die Entscheidung ist in der Community getroffen worden. Das ist das drastischstes Mittel, das wir zur Verfügung haben, um auf etwas hinzuweisen." John Weitzmann

Änderungen der Reform des Urheberrechts gefordert

Weitzmann hofft, dass die Reform des EU-Urheberrechts in Brüssel noch abgeändert wird, da sie in der jetzt vorgeschlagenen Form durchaus nichtkommerzielle Plattformen im Internet, wie Wikipedia, empfindlich treffen könnte. Es sei immer noch nicht klar, ob für solche Plattformen Ausnahmeregeln gelten werden, so Weitzmann.

"Der ganze Ansatz, über Ausnahmeregelungen, die im jetzigen Entwurf sehr lückenhaft sind, ist sehr schwierig. Es ist ein bisschen so, also ob man mit der Schrotflinte auf alle Plattformen schießt, und vorher ein paar schusssichere Westen verteilt. Das ist weder zukunftssicher, noch bietet der Entwurf Rechtssicherheit." John Weitzmann

Wikipedia bald haftbar für Bilder und Videos?

Wikipedia Deutschland könnte dann für Bilder und Videos haftbar gemacht werden, die User ohne urheberrechtliche Erlaubnis auf die Plattform stellen. Die heutige Abschaltung von Wikipedia ist bislang beispiellos. John Weitzman betonte, dass dieser Schritt nicht zum Standard und Wikipedia keine politische Plattform werden soll:

"Das wird erstmal eine einmalige Sache bleiben." John Weitzmann