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Wie smarte Fernseher die Zuschauer ausspionieren | BR24

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Hungrig nach den Daten der Zuschauer: Smart-TV

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    Wie smarte Fernseher die Zuschauer ausspionieren

    Sie sind praktisch, schlau, aber auch ziemlich neugierig: Smart-TVs wollen eine Menge über die Zuschauer wissen. Das Bundeskartellamt übt deswegen nun scharfe Kritik und hat Ideen für einen besseren Datenschutz.

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    "Passen Sie auf, was Sie vor dem Fernseher sagen", warnte vor fünf Jahren der TV-Hersteller Samsung in den allgemeinen Geschäftsbedingungen Käufer von Smart-TVs sinngemäß - denn Fernseher, die man per Sprache bedienen kann, würden schließlich permanent mithören. Damals brach ein ausgewachsener Shitstorm über das südkoreanische Unternehmen herein. Seitdem haben sich die Nutzer schon daran gewöhnt, dass smarte Geräte allerlei Daten von uns sammeln. Problematisch ist es dennoch.

    Geräte werden nicht ausreichend mit Updates versorgt

    Drei Jahre lang hat die Wettbewerbsbehörde den Markt der Smart-TVs analysiert und geht mit den Herstellern hart ins Gericht. Die Datenschutz-Bestimmungen seien oft unverständlich formuliert, zudem würden die Geräte nur unzureichend mit Software-Updates versorgt. Die Macher der Untersuchung fordern politische Konsequenzen, etwa einen Anspruch des Verbrauchers auf Software-Updates. Solange dies aber nicht der Fall ist, sollten sich Käufer vor dem Kauf eines smarten Fernsehers selbst informieren, ob der Hersteller bislang seine Geräte ausreichend mit Software-Updates versorgt hat.

    "Das Bewusstsein der Verbraucher für die extensiven Datenverarbeitungsmöglichkeiten von Smart-TVs sollte geschärft werden." Aus dem Bericht des Bundeskartellamts über Smart-TVs

    Datenschutz: Käufer müssen nachbessern

    Die Behörde weist zudem darauf hin, dass die Fernseher meistens in ihrer Grundkonfiguration nicht besonders datensparsam eingestellt seien. Hier lohnt es sich, die Einstellungen durchzugehen und gegebenenfalls nachzujustieren. Denn die Geräte sind sehr datenhungrig: "Je nach Fernseher können auch Internetsuchen ausgewertet oder gar biometrische Daten wie Stimme oder Cursorbewegungen erhoben werden", heißt es in dem Bericht. Den meisten Käufen sei dies aber gar nicht bewusst.

    © Screenshot

    Solche Warn-Symbole sollen in Zukunft für mehr Klarheit in Sachen Datenschutz bei Smart-TVs sorgen.

    Das Bundeskartellamt fordert deswegen prägnante Datenschutz-Symbole auf der Verpackung. Dazu gehört beispielsweise ein Daumenabdruck in einem roten Warndreieck, um zu signalisieren: Achtung, hier werden biometrische Daten verarbeitet! Ob solche Symbole aber jemals auf Smart-TV-Verpackungen gedruckt werden, das entscheidet am Ende die Politik.

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