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Wie sich die Corona-Warn-App und die Luca-App ergänzen sollen | BR24

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Sowohl mit Corona-Warn-App als auch mit Luca-App kann man sich bei einer Veranstaltung einchecken, indem man einen QR-Code scannt

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    Wie sich die Corona-Warn-App und die Luca-App ergänzen sollen

    Die Corona-Warn-App (CWA) bekommt eine Check-in-Funktion, die im Gegensatz zur privaten Luca Tracing-App anonym ist. Was die CWA und die Luca-App gemeinsam haben - und wo sie sich unterscheiden.

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    Von
    • Bernd Oswald

    Um Ostern herum bekommt die die Corona-Warn-App ein Feature, das sich viele schon lange gewünscht hatten: Eine Check-In-Funktion, mit der man bei Veranstaltungen, Restaurant- oder Geschäftsbesuchen einchecken können soll. Während für solche Gelegenheiten der Veranstalter den QR-Code erstellt, macht man das für private Veranstaltungen selbst. Dann können alle Personen, mit denen man sich trifft, ebenfalls diesen Code einscannen.

    Andere private Tracing-Apps bieten eine solche Check-In Funktion schon länger. Am bekanntesten davon ist die Luca-App. Die gute Nachricht: Sowohl die CWA als auch die Luca-App sollen die QR-Codes erkennen, die man bei Veranstaltungen einscannen soll, wie das Bundesgesundheitsministerium auf BR24-Anfrage mitteilt.

    Zum Artikel "Luca-App in Bayern: Das müssen Sie wissen"

    CWA und Luca-App warnen auf unterschiedliche Weise

    Machen also beide Apps das gleiche, tritt die Corona-Warn-App in Konkurrenz zur Luca-App? Nein, denn die beiden Apps funktionieren ganz unterschiedlich. Die Corona-Warn-App erhebt ja generell keine personenbezogenen Daten wie Name, Geburtsdatum oder Adresse. Dementsprechend ist auch die Check-In-Funktion anonym. Die Grundidee der CWA bleibt weiterhin, dass man gewarnt wird, wenn man eine kritische Zeitspanne in kurzem Abstand mit Personen in Kontakt war, die mit dem Coronavirus infiziert waren.

    Durch die Check-In-Funktion wird das Warn-Konzept erweitert: Denn wenn es auf einer Veranstaltung, die man besucht hat, einen Corona-Fall gibt, wird man künftig von der App benachrichtigt.

    Auch dann liegt es weiter in der Verantwortung des CWA-Nutzers, ob er sich testen lässt und gegebenenfalls sein positives Test-Ergebnis über die CWA meldet, so dass die App wiederum die Kontaktpersonen des CWA-Nutzers warnen kann. Die Gesundheitsämter erhalten aber keine Daten.

    Luca-App für Kontaktverfolgung geeignet

    Ganz anders dagegen die Luca-App: Dort registrieren sich Nutzer mit ihrem Namen, ihrer Adresse und ihrer Telefonnummer. Wenn ein Nutzer positiv auf das Coronavirus getestet wurde, übermitteln die Labore dieses Ergebnis digital an das zuständige Gesundheitsamt. Das Gesundheitsamt informiert daraufhin die einzelnen Veranstaltungsorte und Events, an denen der infizierte Nutzer war, und sendet dem Gastgeber eine Anfrage zur Datenfreigabe. Dieser kann dem Gesundheitsamt alle zeitgleichen Check-ins freigeben. Das Gesundheitsamt entschlüsselt diese und kann dann alle Kontaktpersonen über die Luca-App oder andere Meldewege informieren.

    Die Luca-App ist im Gegensatz zur CWA also explizit für die Kontaktverfolgung gedacht. Und zwar speziell für Orte, an denen einen Dokumentationspflicht herrscht, die momentan oft noch mit Stift und Papier umgesetzt wird. "Die Luca-App hilft, der Zettelwirtschaft in Restaurants etc. zu begegnen und bei Corona-Fällen schnell das Gesundheitsamt über weitere Kontakte zu informieren", schreibt das Bundesgesundheitsministerium an BR24.

    Das Bundesgesundheitsministerium sieht in der Check-In-Funktion der CWA eine Ergänzung zur Luca-App: Die anonyme Eventregistrierung der CWA sei hauptsächlich für private Events gedacht. Allerdings bietet auch die Luca-App die Möglichkeit, private Events zu erstellen. Welche App wie eingesetzt wird, muss sich also in der Praxis zeigen.

    Bayern entscheidet zwischen Luca und "Darfichrein"

    Aber schon jetzt mehren sich die Anzeichen, dass Luca das "System zur einheitlichen digitalen Kontaktnachverfolgung" ist, das die Ministerpräsidentenkonferenz kürzlich beschlossen hat. Bereits 98 der 375 deutschen Gesundheitsämter verwendeten das Luca-System, sagt ein Sprecher zu BR24, Tendenz steigend. Die Nexenio Gmbh, das Unternehmen hinter der Luca-App, stehe in Gesprächen mit elf Bundesländern.

    Als erstes Bundesland hat Mecklenburg-Vorpommern eine Luca-Lizenz für seine Gesundheitsämter erworben. Bayern ist bislang nicht darunter. Allerdings sagte Ministerpräsident Markus Söder heute in einer Pressekonferenz zu den Bund-Länder-Beschlüssen, die Staatsregierung prüfe gerade, ob sie ebenfalls das Luca-System oder die konkurrierende Anwendung "Darfichrein", die schon in bayerischen Kommunen angewendet wird, einführen will. Bis Ende der Osterferien soll eine Vorentscheidung fallen.

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