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Radio trifft Streaming - Podiumsdiskussion im BR Funkhaus
© BR/Gregor Schmalzried

Autoren

Gregor Schmalzried
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Radio trifft Streaming - Podiumsdiskussion im BR Funkhaus

Die Zukunft von Audio-Unterhaltung scheint klar verortet: im Internet. Anstatt klassisches Live-Radio zu hören, verlassen sich vor allem junge Menschen immer öfter auf digitale Alternativen. Spotify oder andere Streaming-Anbieter zum Musikhören und statt Magazinsendungen oder Moderationen gibt es Podcasts. Die jungen Radioprogramme der ARD wie Puls vom BR oder Radio Fritz vom RBB müssen sich also entscheiden: Wohin geht die Reise?

Diskussion zwischen Radio und Plattformen

Darum ging es am Samstag in einer Podiumsdiskussion im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks in München. Vor dem anschließend stattfindenden New Music Award und dem Puls Festival sprachen drei Radiomacher der Öffentlich-Rechtlichen mit drei Vertretern der "neuen" Medien - repräsentiert durch Amazon, Napster und Sony Music. Klar war von Anfang an: Der Fokus soll auch in Zukunft auf Zusammenarbeit liegen, nicht auf Konkurrenzdenken.

Dafür müssen Radioprogramme ihre Inhalte auch auf Plattformen anbieten, die großen Tech-Unternehmen wie Spotify oder Amazon gehören. Der Vorteil: Genau da kann man die junge Zielgruppe erreichen. Das Problem: Man macht sich womöglich ein Stück weit von diesen Anbietern abhängig.

Gerade die Angebote von Puls zeigen aber: Man kann Radio durchaus ins 21. Jahrhundert bringen. Mit Podcasts zum Beispiel, die sowohl auf Spotify als auch über ARD-Apps und -Websites aufrufbar sind. Wer in Zukunft gute Inhalte bieten will, der muss überall sein - und bereit sein, jungen Menschen das zu geben, was sie wollen.

Wird die Radio-Welt komplizierter?

Allerdings: Je mehr Möglichkeiten durch neue Technologien auch entstehen, desto komplizierter wird es auch für die typische Hörerin. Läuft das Fußballspiel jetzt im Radio oder im Amazon-Stream? Muss ich mir die Sendung live anhören oder auf den Podcast warten? Und wie ruft man noch gleich einen Podcast auf?

Sowohl die Radiomacher als auch die Industrievertreter in der Diskussion betonen: Solche Probleme sollen in der Zukunft eher weniger als mehr werden. "Es liegt in der Natur der Dinge, gewisse technische Dinge muss die jüngere der älteren Generation auch einfach erklären", sagt Markus Ernst von Napster. Michael Höweler von Amazon Music verweist darauf, dass Smart Speaker eine mögliche Lösung für dieses Problem sind, sie könnten im richtigen Falle dem Nutzer Arbeit abnehmen.

Interessant, relevant - und überall verfügbar

Dass die Radio-Welt komplexer wird, daran besteht kein Zweifel. Für Florian Meyer-Hawranek von Puls ist auch gerade das ein Grund, mit Unternehmen wie Spotify zusammenzuarbeiten. "Man sieht, wie stark die Nachfrage steigt, weil die eine so einfach bedienbare und auch ansprechende Plattform gebaut haben", sagt er.

So könnte also eine Zukunft aussehen: Hochwertige Inhalte, die nicht länger an einen Ausspielweg gebunden sind - und durch moderne Technik schnell überall verfügbar.