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Warentest hat Onlinekündigungsdienste untersucht. Sie sind nur manchmal wirklich nützlich.

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Wie hilfreich sind Online-Kündigungsdienste?

Abofallen oder Lockangebote ziehen User schnell in Abos, die sie gar nicht brauchen. Es ist lästig, die einmal abgeschlossenen Verträge wieder loszuwerden. Nun hat die Stiftung Warentest untersucht, wie hilfreich "Online-Kündigungsdienste" sind.

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Von
  • Christian Sachsinger

Sie heißen Aboalarm.de, Kündigen.com, oder Volders.de und versprechen Usern, sie könnten die lästigen Formalitäten abnehmen, die nötig werden, wenn man aus einem Abo wieder raus will. In manchen Fällen lassen App-Anbieter oder Spielefirmen Kündigungen ins Leere laufen und buchen weiter die Monatsraten ab. Soviel gleich vorweg: Für die zähen bis kriminellen Anbieter haben auch die Kündigungsdienste keine Pauschallösung, hier muss man selbst eingreifen. Doch in den allermeisten Fällen schaffen es Kündigen.com und Konsorten, die Abos ohne Probleme loszuwerden, wie Christoph Herrmann, Redakteur bei der Stiftung Warentest erklärt. Er hat sich sieben Online-Kündigungsdienste angeschaut. Aboalarm.de und Volders.de sind die Testsieger, die in allen untersuchten Kategorien wenigstens gut abschnitten.

Wie helfen Online-Kündigungsdienste?

Wer ein Abo kündigen möchte, muss den Diensten die Abofirma nennen, um die es geht und seine dortigen Kundendaten zuschicken. Egal ob Mobilfunkvertrag, Versicherungspolice oder Zeitungsabo, die Online-Kündigungsdienste setzen das passende Kündigungsschreiben auf und suchen nach der richtigen Adresse, an die das Schreiben geschickt werden muss. Das ist normalerweise die Hauptarbeit. Gut ist, wenn es eine große Adressdatenbank gibt, in der möglichst viele Abodienste-Anbieter aufgelistet sind. Besonders gut schneiden hierbei im Test Aboalarm.de, Volders.de und Kuendigung.services ab.

Verschiedene Versandwege für die Kündigung

Seit 2016 muss man eine Kündigung nicht mehr als unterschriebenen Brief schicken. Auch eine Mail oder ein Fax reichen völlig aus. Die Online-Kündigungsdienste bieten unterschiedliche Versandwege an, die beiden Testsieger offerieren alle drei Varianten, den Brief dabei als Einschreiben. Bei Volders kann man auch noch die Variante "extra-sicher" wählen, bei der zusätzlich eine E-Mail an einen Anwalt verschickt wird. Das hört sich gut an, bringt laut Herrmann aber keine wirklichen Zusatznutzen und kostet extra-viel, nämlich 14,99 Euro pro Kündigung.

Apropos Kosten: Alle Kündigungsdienste verlangen wenigsten 3,50 Euro pro Fall. Einzige Ausnahme ist der kostenlose Dienst Smartkündigen.de. Hier gibt es Vertragspartner, die den Dienst finanzieren, womöglich, weil sie sich erhoffen, die Kunden später selbst mit einem Abo "beglücken" zu können.

Wer Ärger bei der Kündigung erwartet und sein Schreiben gerichtsfest zustellen möchte, hat übrigens nur eine Möglichkeit, die keiner der Online-Kündigungsdienste im Programm hat: die Zustellung per Gerichtsvollzieher. Schlau kann es auch sein, die Kündigung von einer Freundin oder einem Bekannten abschicken zu lassen, die oder der dann im Zweifelsfall bezeugen kann, dass die Kündigung wirklich rausging – auch dafür braucht man keinen Kündigungsdienst.

Abos nicht aus den Augen verlieren

Für viele Kunden sind Abokündigungsdienste nicht wirklich überlebensnotwenig. Wer jedoch viele Abos am Laufen hat, dem können die Anbieter tatsächlich helfen, nicht den Überblick zu verlieren. Aboalarm.de bietet zum Beispiel den Service, das Bankkonto nach regelmäßigen Abbuchungen zu durchsuchen und daraus eine Liste der offensichtlichen Abonnements zu erstellen. Dafür müssen Kundinnen und Kunden aber Zugriff auf das Onlinebanking gewähren. Da keiner der untersuchten Dienste laut Warentest wirkliche Mängel beim Datenschutz aufweist, könnte man dieses Risiko vielleicht eingehen.

Eine andere Hilfestellung bietet Volders mit seinem Erinnerungsdienst. Wer schon einmal die Kündigungsfrist verschlafen hat, weiß wie ärgerlich das ist und wie nützlich es sein kann, rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht zu werden.

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