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Wie geht es weiter mit TikTok? | BR24

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TikTok droht in den USA das Aus.

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    Wie geht es weiter mit TikTok?

    Wird TikTok verkauft? Wird TikTok nicht verkauft? Oder wird TikTok nur ein bisschen verkauft? Nachdem Microsoft mit einer Übernahme der Kurzvideoplattform gescheitert ist, scheint es nur noch eine Lösung zu geben. Und auch die könnte scheitern.

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    Eigentlich bleiben TikTok in den USA nur noch wenige Tage. Am 20. September könnte der beliebten Videoplattform in den USA ein Verbot drohen – ein Schicksal, das die App bereits in Indien ereilt hat.

    Seit Donald Trump Anfang August eine entsprechende Verfügung erlassen hat, gilt ein Verkauf des US-Geschäfts an einen westlichen Konzern als ein Ausweg, um ein Ende TikToks in den USA noch abzuwenden. Der Software-Konzern Microsoft hatte sich mit dem Einzelhandelsriesen Walmart zusammengetan, um das US-Geschäft der App übernehmen und galt eigentlich als Favorit in dem Übernahmepoker. Nun aber hat Microsoft bekannt gegeben, dass die Übernahmegespräche gescheitert sind.

    Was soll überhaupt verkauft werden?

    Das überrascht nicht. Beobachter hatten immer wieder auf die Schwierigkeiten der Verhandlungen hingewiesen. TikTok ist längst zu einem geopolitischen Spielball geworden, und es geht in diesem Streit um weit mehr als nur um eine Teenie-Plattform.

    Das Herzstück von TikTok ist ein Algorithmus, der es wie kein anderer schafft, den Nutzern Videos anzuzeigen, die diesen gefallen. Anders als bei anderen Netzwerken, müssen die Nutzer nicht erst anderen Personen oder Marken folgen, um bei TikTok etwas zu sehen, das sie interessiert. Hinzu kommt, dass der Algorithmus aus einer großen Fülle von Videos wählen kann, die bereits für TikTok produziert worden sind. Eine Frage war also immer: Was soll überhaupt verkauft werden? Die Plattform? Die Videos? Die Mitglieder? Der Algorithmus? Und wäre TikTok ohne Algorithmus überhaupt noch etwas wert?

    China müsste Verkauf des Algorithmus erlauben

    Es geht also auch um Zukunftstechnologien und die Frage, wer auf darauf Zugriff hat. China hatte im Zuge des Streits neue Exportregeln erlassen unter anderem für Algorithmen, die zur Personalisierung eingesetzt werden können – wie eben dem, der TikTok zugrunde liegt. Wollte ByteDance den Algorithmus an ein westliches Unternehmen verkaufen, so müsste das Unternehmen dafür erst die Erlaubnis des chinesischen Staates einholen.

    TikTok könnte aus den USA verschwinden

    Offenbar möchte ByteDance TikTok nun nicht mehr verkaufen, die Rede ist stattdessen von einer Technologiepartnerschaft mit dem Softwarekonzern Oracle. Das könnte bedeuten, dass Oracle die Daten der TikTok-Kunden verwaltet, denn die US-Administration hatte sich daran gestört, dass diese der chinesischen Regierung in die Hände fallen könnten. Der Algorithmus, und damit das eigentliche Kapital TikToks, würde beim Oracle-Deal aber bei ByteDance verbleiben. Allerdings bleibt die Frage, ob Donald Trump sich mit diesem Deal zufriedengibt, auch vor dem Hintergrund der anstehenden US-Wahl. Am Ende könnte es so kommen, dass keine der beiden Seiten nachgibt und TikTok tatsächlich aus den USA verschwindet.

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