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Wie Fans aus dem Computer Stimmung in die Stadien bringen sollen | BR24

© Youtube / FOX Sports

Fans aus dem Computer im Sportsender FOX Sports

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    Wie Fans aus dem Computer Stimmung in die Stadien bringen sollen

    Hierzulande wird noch darüber diskutiert, ob es bald wieder Bundesliga mit Zuschauern geben soll. In anderen Ländern sind die Stadien hingegen schon wieder voll - mit virtuellen Fans aus dem Computer. Aber kann so wirklich Stimmung aufkommen?

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    "Eure Scheiß-Stimmung - da seid ihr doch dafür verantwortlich und nicht wir!" polterte Uli Hoeneß vor einigen Jahren auf einer Jahreshauptversammlung des FC Bayern. Und wer weiß, vielleicht muss das Vereins-Urgestein seine Beschwerden über maue Fußball-Atmosphären irgendwann nicht mehr an die Ultras in der Südkurve richten, sondern an irgendwelche Programmierer in hippen Großraumbüros. Denn in manchen Ligen setzt man Corona-bedingt nicht mehr aus Fans aus Fleisch und Blut, sondern auf Fans, die virtuell am Computer entstehen.

    Im amerikanischen Sportsender Fox Sports beispielsweise werden die Spiele in der amerikanischen Baseball-Liga per Computerfans atmosphärisch aufgebrezelt. Digitale Fans sind, wen wundert's, zudem bereits in China im Einsatz. Auch in der spanischen Fußballliga denkt man offenbar über den Einsatz solcher Computerfans nach. Und in der englischen Premier League werden Fangesänge aus den populären FIFA-Computerspielen benutzt, um zumindest akustisch Gänsehautstimmung zu erzeugen. Die NBA hingegen geht einen anderen Weg. In der obersten Basketball-Spielklasse der USA werden echte Fans virtuell an den Spielfeldrand gesetzt - mit Hilfe von fünf Meter hohen LED-Displays.

    Die Computerfans haben noch Probleme beim Jubeln

    Was die Fans aus der Computer-Retorte bei den Baseball-Spielen auf Fox-Sport angeht, so fällt aus der Entfernung kaum auf, dass es sich um Fans aus Bits und Bytes handelt. Allerdings sieht man in den Nahaufnahmen schon, dass viele der Computerfans das gleiche T-Shirt tragen und doch aussehen wie generische Schaufensterpuppen. Und es gibt weitere Probleme: Die Computerfans jubeln immer gleich oder zu spät. Immerhin: Der Anbieter der Computerfans verspricht zahlreiche Features. So sollen die Fans passend zu den jeweiligen Teams bekleidet sein, ihr Outfit den Wetterbedingungen anpassen und das Stadion verlassen können.

    Immerhin besser als Sex-Puppen

    Die virtuellen Fans sind die neueste Idee, um Geisterspiele so aussehen zu lassen, als wären es keine. Borussia Mönchengladbach lies Papp-Aufsteller von echten Fans aufstellen, was allgemein als recht charmant und bodenständig empfunden wurde. Anders in Südkorea: Dort setzte ein Verein kurzerhand Sex-Puppen als Zuschauerersatz auf die Tribünen – und musste sich hinterher für diese frivole Idee entschuldigen. Am Ende werden aber wohl nur echte Fans, echte Fans ersetzten können.

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