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Wie Europa digital aufholen will | BR24

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Die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen

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    Wie Europa digital aufholen will

    Digitalisierung, Daten und künstliche Intelligenz: Die EU-Kommission hat ein ehrgeiziges Digitalprogramm vorgestellt. Das Ziel: Schritt halten mit China und den USA.

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    Es ist eine Zahl, die das Scheitern der bisherigen europäischen Digital-Politik greifbar macht: Von den zwanzig wertvollsten Digital-Unternehmen der Welt kommt kein einziges aus Europa. Google, Amazon, Microsoft, aber auch Tencent oder Alibaba, all diese Unternehmen sind entweder in den USA zu Hause oder in China. Und jetzt droht Europa den Anschluss bei den nächsten Schlüsseltechnologien zu verlieren, etwa bei der künstlichen Intelligenz. Nun will die EU-Kommission dagegen halten mit einem ambitionierten Plan. Gleich drei Papiere wurden am Mittwoch vorgestellt, eines zur digitalen Zukunft Europas, eines zur europäischen Datenpolitik und eines zur künstlichen Intelligenz.

    Europas Digitale Zukunft

    Einer der Schwerpunkte der neuen Digitalstrategie sind Maßnahmen, um Europa zu einer führenden Region datengetriebener Geschäftsmodelle zu machen. Auch eine effiziente Besteuerung von Tech-Konzernen will die EU-Kommission forcieren, sowie einen beschleunigten Ausbau Gigabit-Netzen und 5G. Außerdem soll der ökologische Fußabdruck der Digitalisierung reduziert werden.

    "Die Bürger haben nicht mehr das Gefühl Kontrolle darüber zu haben, was mit ihren Daten passiert und fühlen sich zunehmen überfordert, weil dauernd um ihre Aufmerksamkeit gebuhlt wird." Aus dem Papier zur Digitalstrategie der Europäischen Komission

    Europas Datenstrategie

    In dem zweiten Papier wird die neue Europäische Datenstrategie weiter konkretisiert. Daten sollen europaweit fließen. Das Ziel: Ein gemeinsamer Daten-Binnenmarkt, mit vereinheitlichten technischen Standards.

    Zugleich sollen aber auch die Daten der Bürger besser geschützt werden. Konsumenten sollen dabei unterstützt werden, informierte Entscheidungen zu treffen. Wichtig ist der Kommission zudem, dass Forschung und Allgemeinheit einen leichteren Zugang zu nicht-personenbezogenen Daten bekommen. Beispielweise sollen Gesundheitsdaten leichter verfügbar werden, um Krankheiten früher erkennen und heilen zu können.

    Europas KI-Strategie

    Künstliche Intelligenz ist ohne Zweifel das Technologiethema unserer Zeit. Auf der einen Seite werden große Hoffnungen mit dieser Technologie gesetzt etwa im medizinischen Bereich, andererseits wird auch vor dem Missbrauchspotenzial von KI-Algorithmen gewarnt. Die EU Kommission möchte deswegen künstliche Intelligenz regulieren. KI-Systeme sollen robust sein und von Menschen kontrolliert werden. Die Gesichtserkennung wird nicht, wie ursprünglich geplant, verboten, stattdessen ist nun lediglich von „ernsthafte Grundrechtsbedenken“ die Rede.

    Wir wollen, dass jeder Bürger, jeder Arbeitnehmer und jedes Unternehmen eine Chance hat, von der Digitalisierung zu profitieren. Egal, ob es um mehr darum geht, sich sicherer und umweltfreundlicher mit Hilfe von autonomen Fahrzeugen zu fortzubewegen oder darum, dass Ärzte früher als jemals zu vor Krankheiten diagnostizieren können.“ Margrethe Vestager, Vizepräsidentin der Europäischen Komission

    Insgesamt soll mehr Geld in die KI-Forschung fließen, die Rede ist von 20 Milliarden Euro. Zudem soll die Vernetzung der Forschung vorangetrieben werden. Ein Ziel: Im Jahr 2025 sollen ein Viertel aller Industrie – und Serviceroboter aus Europa kommen.