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Wie die Blockchain die Wirtschaft umkrempeln soll | BR24

© BR/Christian Sachsinger

Der Bitcoin scheint seinen Zenit hinter sich zu haben. Auch wenn die Cyberwährung gänzlich verschwinden sollte, so bleibt in jedem Fall die geniale Technologie, die dahintersteckt: die Blockchain. Sie könnte die Wirtschaft völlig umkrempeln.

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Wie die Blockchain die Wirtschaft umkrempeln soll

Der Bitcoin scheint seinen Zenit hinter sich zu haben. Auch wenn die Cyberwährung gänzlich verschwinden sollte, so bleibt in jedem Fall die geniale Technologie, die dahintersteckt: die Blockchain. Sie könnte die Wirtschaft völlig umkrempeln.

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Alex Tapscott, Wissenschaftler und Verfasser des Buches "Die Blockchain-Revolution", glaubt, dass die Technologie, die in den nächsten 20 Jahren den größten Einfluss haben wird, nicht Big Data, Cloud Computing oder künstliche Intelligenz sein wird, sondern die Blockchain. Um die Begeisterung nachvollziehen zu können, muss man die Grundzüge verstehen.

Bleiben wir beim Beispiel Bitcoin

Problem einer Cyberwährung ist, zu verhindern, dass eine Münze kopiert und somit mehrmals ausgegeben wird. Deshalb wird genau dokumentiert, wer einen Bitcoin von wem bekommen hat und wann er ihn an wen weitergibt. All diese Informationen werden in einem gut verschlüsselten Datenblock zusammengefasst. Jedes Mal, wenn die Münze wieder den Besitzer wechselt, entsteht ein neuer Datensatz und bald reiht sich eine ganze Kette solcher Blöcke aneinander – eben eine Blockchain! Und da ja nicht nur eine Münze im Umlauf ist – sondern momentan gut 17 Millionen – gibt es auch 17 Millionen Bitcoin-Blockchains.

Keine zentrale Kontrollstelle

Diese Blockchains liegen nicht auf einem zentralen Rechner, den irgendein Unternehmen oder der Staat verwaltet. Vielmehr werden sie auf allen Computern parallel abgespeichert, über die diese Münzen jemals gewandert sind. Deshalb ist es auch so schwierig, eine Münze zu fälschen, denn man müsste nicht nur eine dieser Transaktionen hacken, sondern bis ganz zum Anfang der Blockchain zurückspringen und die gesamte Kette mit allen Geschäfts-Transaktionen umschreiben und das auf allen Rechnern, auf denen die Blockchain liegt gleichzeitig, damit nichts auffällt. Schier unmöglich. Das Gute an diesem Verfahren: Es funktioniert ohne zentrale Kontrollstelle und sichert sich ganz von alleine ab.

Uber, Airbnb oder eBay könnten überflüssig werden

Die Blockchain lässt sich auch für ganz andere als nur für Geldtransaktionen verwenden. Carsharing, Zimmervermietungen oder Versteigerungen – alles ohne die bislang dafür benötigten großen Konzerne. Anders als bei Uber, Airbnb oder eBay findet die Kommunikation nämlich direkt zwischen den beiden Partnern statt, die miteinander handeln wollen. Es redet keiner rein und niemand diktiert den Preis. Die großen Konzerne werden hier nicht mehr gebraucht.

Neue Art des Wirtschaftens

Bernd Lapp von der Plattform Swarm City, einem Non-Profit-Unternehmen, versucht, ganz neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Über die Blockchain kann die Abrechnung zwischen Geschäftspartnern laufen. Außerdem lässt sich fälschungssicher dokumentieren, wie zuverlässig ein Kunde oder ein Händler in der Vergangenheit gewesen ist. Und so sind ganz neue Arten von Kleingeschäften denkbar, zum Beispiel, dass Hausbesitzer überschüssige Energie ihrer Solarpanels an den Nachbarn verkaufen ohne einen großen Energiekonzern dazwischenzuschalten. Die Blockchain ist also Impulsgeber für eine neue, kleinteiligere und gerechtere Wirtschaft – das ist zumindest die Vision.

Auch Politik erkennt Bedeutung der Blockchain

Im Koalitionsvertrag der neuen bayerischen Regierung steht, dass eine bayerische Blockchain-Strategie auf den Weg gebracht werden soll. Auch die Bundesregierung beabsichtigt, eine solche Strategie zu erarbeiten. Noch in diesem Jahr soll das Thema angegangen werden. Und der Bundestag befasst sich mit der Blockchain in dieser Woche in einer öffentlichen Anhörung des Digitalausschusses, der am Mittwoch zusammenkommt.