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Wie Corona Verschwörungstheorien im Netz vorantreibt | BR24

© picture alliance

Virus mit Aluhut

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    Wie Corona Verschwörungstheorien im Netz vorantreibt

    Falschmeldungen und Verleumdungen gab es schon zu Zeiten der spanischen Grippe. Grundsätzlich hat sich also nichts verändert. Aber das Netz bietet Fake News und Verschwörungstheorien einen guten Nährboden und die Corona-Krise ist wie Extra-Dünger.

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    "Bill Gates will uns allen Mikrochips injizieren und uns versklaven", "Corona gibt’s gar nicht, sondern nur Nebenwirkungen von 5G-Strahlung", "China will uns mit Corona die Wirtschaft kaputt machen". Zu Corona-Zeiten sprießen überall Fake News und Verschwörungstheorien, manchmal hat man gar das Gefühl, fragwürdige Theorien verbreiten sich schneller als das Virus selbst.

    Verschwörungstheorien gab es schon bei der spanischen Grippe

    Melanie Brinkmann, Professorin für Virologie an der Technischen Universität Braunschweig, sagt, das alles sei nichts Neues. Falschnachrichten kenne man von anderen Pandemien, wie Aids, als behauptet wurde, die Krankheit sei eine Waffe zur Auslöschung der Afro-Amerikaner oder der Homosexuellen.

    Laut Brinkmann gab es auch schon bei der Pest und bei der Spanischen Grippe Verschwörungstheorien. Allerdings hat sich bei Corona diesbezüglich doch etwas verändert, die sozialen Medien spielen nun eine große Rolle du damit hat sich die Taktzahl bei der Veröffentlichung von Falschmeldungen deutlich erhöht. Brinkmann bekommt jeden Tag Mails, in denen es um die ganz große Corona-Verschwörung geht.

    Krisenzeiten sind Fake-News-Zeiten

    Fake News und Verschwörungstheorien boomen generell in Zeiten der Krise, sagt auch der Düsseldorfer Kommunikationswissenschaftler Florian Meißner, der für Newsguard, einem Portal, das die Verlässlichkeit von Nachrichtenseiten einschätzt, arbeitet. Er stößt fast täglich auf neue abstruse Angebote zum Thema Corona.

    Die Krise wird seiner Ansicht nach genutzt, "um da ein bisschen was von dem Kuchen der Aufmerksamkeit abzubekommen", denn Aufmerksamkeit lässt sich auch zu Geld machen. Wer mit einem abenteuerlichen Verschwörungsvideo zu Bill Gates und Corona aufwarten kann, bekommt im Zweifel mehr Klicks, als das Robert Koch-Institut, das saubere aber doch eher nüchterne Fakten veröffentlicht.

    Folgen Falschmeldungen den Gesetzen der Pandemie?

    Trotzdem: Fake News sind kein Problem des Internetzeitalters. Aber das Internet hat es sehr viel einfacher gemacht, Informationen zu verbreiten, darunter auch solche, deren Wahrheitsgehalt zweifelhaft ist. In Bezug auf Corona spricht die WHO von einer "Infodemie". Es gibt regelrechte Fake-News-Superspreader und Videos, die sich "viral" verbreiten. Folgen Fake News und Verschwörungstheorien zu Corona am Ende sogar ähnlichen Gesetzmäßigkeiten wie Corona selbst?

    Interessante Frage, die Antwort lautet aber wohl eher "Nein!" Corona ist eine biologische Angelegenheit, aber Fake News eine soziale. Man kann keinen Lockdown gegen Fake News verhängen. Und auch "Hammer and Dance", als das Draufhauen auf die Pandemie und danach das "managen" der Pandemie, ist hier keine Option. Helfen kann nur eines: Aufklärung und Ausdauer im Ringen um die Wahrheit.

    Wie Corona Fake News und Verschwörungstheorien im Netz vorantreibt – die aktuelle Ausgabe von "Umbruch" - zu finden hier oder überall, wo es Podcasts gibt unter "Techpodcast" und "Umbruch".

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