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Wi-Fi 6 ist da, aber was ist das? | BR24

© Zacharie Scheurer/picture alliance

Auf der IFA 2019 in Berlin, der größten Messe für Consumer-Elektronik, wurden Router vorgestellt, die den neuen Wi-Fi 6-Standard beherrschen.

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Wi-Fi 6 ist da, aber was ist das?

Kurz das Kochrezept auf dem Smartphone in der Küche nachlesen, die Serien aufs Tablet auf der Couch streamen, und der Laptop hängt sowieso dran: Das eigene WLAN wird täglich genutzt. Jetzt ist ein neuer WLAN-Standard da – was kann der?

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Klar, WLAN nutzen ist super. Aber wer hat sich schon mal Gedanken darüber gemacht, welchen Netz-Standard man dabei verwendet? Im Handynetz kann man sich grob vorstellen, dass 3G vielleicht weniger Power hat als 4G und demnächst dann 5G. Im WLAN lautet der Standard aber etwa so: "IEEE 802.11ac". Alles klar? Eher nicht. Jetzt soll alles klarer werden, der neue Standard heißt Wi-Fi 6, fertig (und die Vorgänger wie z.B. "IEEE 802.11ac" werden entsprechend mit Wi-Fi 5 usw. bezeichnet.) Aber Wi-Fi 6 bringt mehr als nur eine Namensänderung. Wir beantworten die wichtigsten Fragen:

Was kann Wi-Fi 6 besser?

Alles soll schneller werden. Und das ist gut so, denn immer mehr Geräte, die sich im WLAN tummeln, wollen auf große Datenmengen zugreifen, z.B. Filme oder Spiele streamen. Hier soll die Übertragung bald schneller sein, mit bis zu 10 Gigabit pro Sekunde. Die Wi-Fi-Alliance, welche für die Zertifizierung zuständig ist, spricht sogar davon, dass mit Wi-Fi 6 künftig die fast vierfache Kapazität des Vorgängers Wi-Fi 5 erreicht werden soll. Das heißt aber noch nicht, dass der Laptop mit WLAN-Verbindung schneller mit Daten versorgt wird, als der Desktop-PC mit direkt verkabelter LAN-Verbindung.

Vielmehr ist der große Vorteil des neuen Standards der verbesserte Umgang mit mehreren Geräten gleichzeitig: Ob jetzt im heimischen WLAN die ganze Familie mit zahlreichen Geräten eingeklinkt ist, oder öffentliche WLANs von Messen, Schulen oder Universitäten immer mehr Nutzer gleichzeitig bedienen müssen. Die Verteilung der Kapazitäten wird künftig besser geregelt, sodass mehrere Geräte gleichzeitig in den Genuss höherer Geschwindigkeit kommen.

Brauche ich das?

Dringend? Nein. Irgendwann demnächst? Ja. Natürlich könnte man als Privatanwender auch direkt jetzt schon umstellen auf Wi-Fi 6-Geräte. Allerdings hat die Umstellung auf den neuen Standard erst begonnen. Das Zusammenspiel von neuen Wi-Fi 6-Geräten, alten Geräten im WLAN und Geschwindigkeit der Internetanbieter, die aus der Dose kommt, wird nur in wenigen Fällen das Potenzial von Wi-Fi 6 voll auskosten. Wer gerade aber überlegt, sein komplettes Heimnetzwerk neu aufzusetzen, könnte mit Blick auf die Zukunft allerdings darauf achten, dass neue Geräte den neuen Standard auch beherrschen - das erspart ein erneutes Umrüsten.

Gibt es überhaupt schon Geräte, die das beherrschen?

Ja. Auf der IFA 2019 in Berlin, der größten Messe für Consumer-Elektronik, wurden z.B. erst neue Router (quasi das Herzstück des WLANs) von AVM vorgestellt. Zuvor war bereits bekannt, dass beispielsweise die neuen Apple- und Samsung-Flaggschiffe unter den Smartphones, oder Access-Points von Ruckus (z.B. für Hörsäle) Wi-Fi 6 unterstützen. Weitere zertifizierte Geräte findet man mit der Suche auf der Seite der Wi-Fi Alliance. Hier bei der Suche einen Haken bei "Wi-Fi Certified 6" setzen.