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WhatsApp kämpft weiter gegen Fake News | BR24

© dpac picture-alliance

Whatsapp und der Kampf gegen Fake News.

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WhatsApp kämpft weiter gegen Fake News

Nachrichten, die im Messenger durch mehr als fünf Chats gereicht wurden, erkennt man ab jetzt an einer neuen Markierung. WhatsApp kämpft damit gegen Desinformationen.

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Was Falschmeldungen, die sich über WhatsApp verbreiten, anrichten können, konnte man vergangenes Jahr in Indien beobachten.

Im Juli verbreiteten sich in dem indischen Dorf Rainpada Nachrichten über den Messenger, in denen vor Männern gewarnt wurde, die angeblich versuchen würden, Kinder zu entführen und zu töten. Es verbreiteten sich Bilder von ermordeten Kindern – welche zwar echt waren, jedoch handelte es sich um Todesopfer eines Giftgas-Angriffs in Syrien. Kurz nachdem diese Gerüchte verbreitet wurden, kam in dem Dorf ein Bus an, der fünf Männer absetzte – Reisende, die durch die Dörfer fuhren, um Spenden für ihre Gemeinde sammeln wollten. Die Dorfbewohner allerdings hielte sie für jene Verbrecher, von denen bei WhatsApp die Rede war. Die Situation in Rainpada eskalierte: Ein Mob von 1.500 Leuten zerrte die fünf Männer auf die Straße und prügelte sie tot.

Konsequenzen nach Lynchmorden in Indien

Der Fall ging um die Welt – und WhatsApp musste reagieren. Damals wurde nicht nur eine Hotline zur Faktenkontrolle gestartet, auch die Funktion zur Weiterleitung von Nachrichten wurde eingeschränkt: Eine einzelne Message kann seitdem nur noch an maximal fünf Chats auf einmal weitergeleitet werden. Das hat geholfen, dass sich Nachrichten nicht mehr so häufig massenhaft verbreitet haben, berichtete WhatsApp Anfang des Jahres.

Ein weiterer Schritt im Kampf gegen Fake News: Zwei Pfeile, statt einem

Jetzt ist WhatsApp noch einen Schritt weiter gegangen, um es für Userinnen und User einfacher zu machen, Kettennachrichten mit potenziellen Fake News zu erkennen. Wenn man eine Message bekommt, die durch mehr als fünf Chats weitergeleitet wurde, wird diese mit zwei Pfeilen gekennzeichnet. Bisher wurden diese Nachrichten, genau wie alle anderen Messages, die nicht vom Absender verfasst wurden, mit nur einem Pfeil markiert.

Wie Netzpolitik berichtet, haben Forscherinnen und Forscher aus Brasilien bereits letztes Jahr konkrete Schritte von WhatsApp im Kampf gegen Fake News gefordert. Sie fürchteten negative Stimmungsmache bei der brasilianischen Präsidentschaftswahl und stellten drei Forderungen an WhatsApp: Die Anzahl an möglichen Weiterleitungen sollte beschränkt werden, ebenso die Funktion, Nachrichten gleichzeitig weiterzuleiten und maximale Größe von WhatsApp-Gruppen sollte beschränkt werden. Immerhin zwei von drei Forderungen sind – wenn auch nicht ganz pünktlich – umgesetzt. Neben Indien ist Brasilien der größte Markt für den Messenger.