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Beliebt vor allem bei Influencern: Die Foto-App Instagram
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Autoren

Christian Schiffer
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Beliebt vor allem bei Influencern: Die Foto-App Instagram

Im Sommer sorgte ein Urteil des Berliner Landesgerichts für Aufruhr in der Instagram-Szene. Die Richter gaben dem Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) recht, der zuvor die Bloggerin und Influencerin Vreni Frost abgemahnt hatte. Der Vorwurf: Das Vertaggen von Marken und Unternehmen sei Schleichwerbung und müsse als Werbung gekennzeichnet werden. Seitdem werden vertaggte Firmen bei Instagram gerne mit dem Wörtchen „Werbung“ gekennzeichnet.

Nicht nur Influencer waren verunsichert

Das Problem: Gewerbliche und Private Nutzung lässt sich bei Instagram nicht immer klar trennen. Kritisiert wurde auch, dass Vernetzung und Verlinken möglich sein müsse, ohne gleich als (Schleich)werbung zu gelten. Nicht nur professionelle Influencer beschäftigten sich mit dieser Frage, auch viele Otto-Normal-Nutzer waren verunsichert.

Vertaggen ist nicht automatisch Werbung

Nun konnte Vreni Frost im Berufungsverfahren einen Teilerfolg erringen. Das Kammergericht Berlin urteilte, dass bei einem der drei beanstandeten Posts, die einstweilige Verfügung zurückgezogen werden müsse. In dem Post ging es um einen selbst bezahlten Pullover, den Vreni Frost in einem Post vertaggt hatte. In der mündlichen Urteilsbegründung führte der Richter nun aus, dass das reine Vertaggen von Marken nicht automatisch Werbung sei, sondern auch unter redaktionelle Freiheit fallen könne. Die Influencer-Szene wartet nun gespannt auf die schriftliche Begründung der Richter, um genauer beurteilen zu können, wo die redaktionelle Freiheit aufhört und die Schleichwerbung beginnt.

Cathy Hummels: "Kämpfe für Meinungsfreiheit"

Klar ist jedoch: Im Februar wird die Frage, was auf Instagram Werbung ist und was nicht, die Gerichte erneut beschäftigen. Dann wird der Fall von Cathy Hummels verhandelt. Die Ehefrau des Fußballers Mats Hummels wurde vom VSW ebenfalls abgemahnt, auch hier lautete der Vorwurf Schleichwerbung. Die Anwälte von Kathi Hummels wollen deswegen im Notfall bis vor den Bundesgerichtshof ziehen.