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© dpa-Bildfunk / Andy Wong

Peking, China: Werbung für Huawei

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Weltweites Misstrauen gegen Chinas Vorzeigekonzern Huawei wächst

Beim Thema "schnelles Internet" wird immer mehr auch die Verwundbarkeit von Datennetzen, Rechenzentren und Internetsystemen diskutiert. Besonders in den Fokus gerät dabei Huawei. Das Misstrauen gegenüber dem chinesischen Konzern wächst.

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Huawei ist nicht nur der weltweit zweitgrößte Hersteller von Smartphones, das Unternehmen produziert auch Steuerungstechnik für Internet-Verteilerknoten und Rechenzentren, also die entscheidende Technik zur Steuerung von Daten- und Telefonnetzen. Computerexperten und Geheimdienstler warnen schon seit längerem: diese Internet- und Kommunikationssysteme seien der Inbegriff der kritischen Infrastruktur. Umso genauer müsse man sich anschauen, wem man den Aufbau und den Betrieb dieser Technik anvertraue.

USA, Australien und Neuseeland: Keine staatlichen Aufträge für Huawei

In den USA ist Huawei schon seit längerem von Behördenaufträgen ausgeschlossen. Nach heftigen politischen Diskussionen haben zuletzt auch Australien und Neuseeland entschieden: Chinesische Technologie-Firmen, allen voran Huawei, müssen außen vor bleiben. Es gebe dieses quälende Gefühl, dass die chinesische Staatsführung heimische Unternehmen nutzen könnte, um uns Schaden zuzufügen, sagt Roger Bradbury von der Australian National University. Er leitet in der Hauptstadt Canberra ein breit angelegtes Forschungsprojekt zum Thema Daten- und Cybersicherheit.

"Moderne Telekommunikations-Geräte und deren Software sind technisch so kompliziert, dass es relativ einfach ist, Hintertüren in die Systeme einzubauen", erklärt Bradbury in einem Gespräch mit dem universitätseigenen Fernsehkanal. "Geheimdienste könnten solche Hintertüren nutzen, um heimlich mitzuhören, zu überwachen oder Daten abzugreifen – oder sogar, um zu sabotieren."

China fühlt sich unfair behandelt

Konkrete Beweise für mögliche Spionage oder Cyber-Sabotage durch chinesische Geräte oder Bauteile wurden bisher nicht öffentlich. Entsprechend empört ist Chinas Staats- und Parteiführung über den Ausschluss ihres Vorzeigeunternehmens.

"Die australische Regierung sollte es besser wissen. Stattdessen bringt sie alle möglichen Rechtfertigungen vor, nur um künstliche und diskriminierende Handelshemmnisse zu erreichen. Wir fordern von Australien, Ideologie und Vorurteile beiseite zu lassen und chinesischen Firmen einen fairen Marktzugang zu ermöglichen." Außenamtssprecher Lu Kang

Huaweis Organisation sehr undurchsichtig

Doch es scheint, dass die Proteste der chinesischen Staatsführung das weltweite Misstrauen gegenüber Huawei eher noch größer werden lassen. Der Konzern mit Sitz in der Stadt Shenzhen ist eigentlich ein nicht-börsennotiertes Privatunternehmen. Es ist berühmt-berüchtigt für seine organisatorische Intransparenz. Selbst Insidern ist nicht ganz klar, wer bei Huawei eigentlich das Sagen hat und wie groß der Einfluss der chinesischen Staats- und Parteiführung ist. Klar ist: Firmenchef und -gründer Ren Zhengfei hat früher beim chinesischen Militär gearbeitet. Er hat enge Verbindungen zur Staatsführung in Peking.

Diskussion über Huawei auch in Deutschland

Vor einigen Tagen hat auch Japan entschieden, dass Huawei-Bauteile nicht mehr zur Steuerung von Stromnetzen und Schnellzugtrassen verwendet werden dürfen. In Großbritannien will British Telecom Huawei vom Ausbau des neuen 5G-Internetstandards ausschließen.

Auch in Deutschland nimmt die Diskussion Fahrt auf. So fordern etwa die stellvertretende Fraktionschefin der CDU/CSU im Bundestag, Nadine Schön, und die netzpolitische Sprecherin der Grünen, Tabea Rößner, die Verwendung von Huawei-Technik beim Aufbau der 5G-Technik "kritisch zu hinterfragen". Im RBB sagte Rößner: "5G ist die Technologie, die künftig unsere Wirtschaft vorantreiben soll. Das macht diese Technologie aber auch angreifbar." Es gebe die Möglichkeit, durch den Einbau von entsprechenden Komponenten Daten abfließen zu lassen. Man könne auch Spionage betreiben. "Und man kann zum Beispiel auch ein Land sabotieren und komplett lahmlegen."

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) allerdings spricht sich bisher gegen einen Bann des Unternehmens beim anstehenden 5G-Aufbau in Deutschland aus. Entsprechend äußerte sich Behördenchef Arne Schönbohm im Nachrichtenmagazin Spiegel.

Eigentliches Problem: China keine Demokratie und kein Rechtsstaat

Nach Ansicht des australischen Sicherheitsexperten Roger Bradbury ist das Problem bei chinesischen Firmen wie Huawei nicht einmal die konkrete Gefahr von Spionage, sondern die Tatsache, dass China keine Demokratie und kein Rechtsstaat ist. Man dürfe nicht so tun, als sei Huawei ein ganz normales internationales Unternehmen, betont der Professor der Australian National University. "Die kommunistische Partei kann Gesetze mit einem Federstrich einfach aushebeln. Daran müssen heimische Firmen sich dann halten. Es ist unvorstellbar, das sich eine chinesische Firma dem Staat widersetzen kann. In westlichen Ländern hingegen geht das", so Bradbury weiter.

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Autor
  • Steffen Wurzel
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