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Welche Grenzen braucht Künstliche Intelligenz? | BR24

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Welche Grenzen braucht Künstliche Intelligenz?

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    Welche Grenzen braucht Künstliche Intelligenz?

    Macht Künstliche Intelligenz (KI) alles besser? Oder bestimmt sie über unser Leben und vernichtet Arbeitsplätze? Wie sollen wir mit dieser neuen Technologie umgehen?

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    Künstliche Intelligenz steckt heute schon in vielen Dingen, die wir im Alltag verwenden: Am bekanntesten sind Sprachassistenten wie Alexa, mit denen wir morgens vom Bett aus die Kaffeemaschine anschalten oder ein Radioprogramm aussuchen können. Oder Fragen stellen: Wann wurde der Kühlschrank erfunden? Wer ist Präsident von Nicaragua? Ähnlich funktionieren Siri & Co. in unseren Smartphones. Google Maps weiß, wo ich gerade bin und wo die nächste Pizzeria ist. Oder der größte Stau. Netflix schlägt mir Serien vor, die mir gefallen könnten, Spotify Songs, die meinem Geschmack entsprechen.

    Die Vision vom autonomen Fahren

    Am meisten wird über KI im Auto der Zukunft diskutiert. Autonomes Fahren – das Auto fährt, lenkt, bremst, überholt, reguliert das Tempo – im Fahrsimulator funktioniert diese Zukunftsvision schon:

    "Das Fahrzeug fährt grundsätzlich von sich aus. Wir haben das Tablet in der Hand, können dort eine Dokumentation ansehen, und wenn jetzt eine Übernahme-Aufforderung kommt, verwenden wir das Tablet dafür.“ Prof. Andreas Riener, Technische Hochschule Ingolstadt

    Eine schwierige Situation für die Testfahrerin, die sich erst daran gewöhnen muss, dem Auto zu vertrauen, das mit all seinen automatisierten Systemen, seinen Sensoren und Lasern eigentlich besser fahren und schneller reagieren kann als der Mensch. Den braucht das autonome Auto als Rückversicherung, bei unvorhergesehenen Ereignissen wie Baustellen, Unfällen, Glatteis – oder wenn ein Sensor ausfällt, weil sich eine Fliege draufgesetzt hat, wie Prof. Riemer erläutert. Noch gibt es dieses autonome Fahren der Stufe 3 daher nicht auf der Straße, sondern nur im Testbetrieb, wo es darum geht, dass sich Mensch und Maschine aufeinander einspielen.

    KI braucht europäische, demokratische Regeln

    Wie sollen wir umgehen mit Alexa, Algorithmen, autonomen Autos? Damit beschäftigt sich die "Enquetekommission Künstliche Intelligenz“, die der Bundestag eingesetzt hat, je zur Hälfte besetzt mit ParlamentarierInnen und ExpertInnen. Sie diskutieren die Folgen von KI für die Gesellschaft, ob im Gesundheitswesen, in der Verwaltung oder in der Wirtschaft.

    "Wir versuchen, KI als politisches Gestaltungsfeld zu begreifen. Ein Teil dieser ethischen Frage ist eine wirtschaftspolitische Frage: Wenn wir ethisch vertretbare Technologie wollen, in die unseren europäischen Werte eingelassen sind, müssen wir sie selber herstellen und Anreize dafür schaffen.“ Prof. Alexander Filipovic, Medienethiker, Mitglied der Enquetekommission Künstliche Intelligenz

    Denn derzeit wird die Entwicklung von KI durch die USA und China dominiert, also entweder von aggressiv wirtschaftlichen Interessen oder von totalitären Ansprüchen – beide nehmen auf persönlichen Datenschutz wenig Rücksicht. „Google, Facebook & Co. sind in dieser Hinsicht inzwischen machtvoller als Staaten“, gibt Susanne Steinmassl zu bedenken, die sich als Regisseurin und Videokünstlerin mit KI beschäftigt.

    Die derzeitigen Anwendungen von künstlicher Intelligenz seien sehr beschränkt, d.h. sie können nur eine Sache, die aber besonders gut – z.B. Schach spielen oder Krebsdiagnosen stellen. Aber wenn man weit in die Zukunft denke, könnte KI dem Menschen auch anders zu Diensten sein:

    "Wenn man überlegt, was ist DIE Erzählung der Menschheit, dann ist es die von Krieg und Konflikt. Die können wir als Menschen offensichtlich nicht alleine überwinden. Vielleicht kann KI in ferner Zukunft uns dabei helfen“. Susanne Steinmassl, Künstlerin

    Alexa jedenfalls hat auf die Frage: "Wie sieht die Zukunft aus“ nur die Antwort: "Das weiß ich auch nicht“.