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WhatsApp und Facebook könnten in Zukunft mehr Daten teilen.

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    Wegen WhatsApp: Datenschutzbeauftragter geht gegen Facebook vor

    In knapp einem Monat läuft für WhatsApp-User eine wichtige Frist ab: Wer bis dahin nicht den neuen Datenschutz-Regeln zustimmt, wird vom Messenger mehr oder weniger ausgeschlossen. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte will das noch verhindern.

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    Von
    • Thomas Moßburger

    Der Hamburger Datenschutzbeauftrage Johannes Caspar will eine sofort vollziehbare Anordnung gegen Facebook erreichen, die eine für den 15. Mai 2021 angesetzte Frist des Konzerns nichtig macht. Bis dahin muss eigentlich jeder Nutzer den neuen Datenschutz-Regeln von WhatsApp zustimmen, wenn er oder sie den Messenger weiter vollumfänglich nutzen will. Der ursprüngliche Stichtag im Februar war wegen User-Kritik verschoben worden.

    Datenschützer: WhatsApp und Facebook wollen Nutzerdaten teilen

    Konkret sehen die neuen Regeln laut Caspars Einschätzung vor, dass WhatsApp künftig Daten seiner Nutzer mit der Mutter Facebook teilt. Dieser Datenaustausch zwischen den beiden verflochtenen Unternehmen ist seit Jahren Thema unter Datenschützern. Auch Johannes Caspar ging schon in der Vergangenheit gegen ähnliche Pläne vor.

    Zum aktuellen Fall sagt er in einer Mitteilung: "Um gegebenenfalls einen rechtswidrigen massenhaften Datenaustausch zu verhindern und einen unzulässigen Einwilligungsdruck auf Millionen von Menschen zu beenden, ist nun ein förmliches Verwaltungsverfahren zum Schutz Betroffener eingeleitet worden." Man befürchte, das Facebook und WhatsApp mit den geänderten Regeln neue Austauschmöglichkeiten für Werbung und Marketing schaffen könnten.

    WhatsApp spricht von "Missverständnis"

    WhatsApp sieht in der Diskussion um die nun anstehende Datenschutz-Regeländerung ein "Missverständnis“, das man ausräumen werde. Die Chats, also die Gesprächsinhalte, bleiben demnach weiter verschlüsselt, auch allgemein werde es keine erweiterte Datenweitergabe an Facebook geben. Lediglich die Kommunikation zwischen WhatsApp-User und Unternehmen soll sich damit verbessern.

    Laut "Spiegel“ geht es etwa darum, dass Unternehmen auf WhatsApp den Usern künftig Produkte verkaufen können, für die Kunden zuvor bei Facebook oder Instagram Werbung angesehen haben.

    Facebook soll Stellung nehmen

    Die Datenschutz-Änderung wird Mitte Mai Pflicht. Wer nicht zustimmt, wird nur noch ein stark abgespecktes WhatsApp nutzen können, etwa ohne die Möglichkeit Nachrichten zu verschicken - und auch das nur vorübergehend. Johannes Caspar möchte dies verhindern, WhatsApp beziehungsweise Facebook haben nun die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Eigentlich hat Facebook seinen europäischen Sitz in Irland. Da jedoch auch eine Firmen-Vertretung in Hamburg besteht, kann der dortige Datenschutzbeauftragte Caspar in speziellen Fällen gegen Facebook vorgehen. Ein solcher Fall ist aus seiner Sicht nun eingetreten.

    Johannes Caspar riet den damals rund 35 Millionen deutschen WhatsApp-User schon 2016, über einen Wechsel zu einem datenschutzfreundlicheren Messenger nachzudenken. Seither hat sich die Zahl der WhatsApp-Nutzer in Deutschland auf knapp 60 Millionen erhöht.

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