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Begehrt: Die Impfung gegen das Coronavirus

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    Websites und Apps versuchen, Impftermine zu vermitteln

    Vor allem junge Menschen ohne Hausarzt tun sich schwer, einen Impftermin zu bekommen – oft trotz Impfberechtigung. Online-Tools wollen dieses Problem lösen – doch es fehlt an Terminen und Impfstoff. Und: Nicht alle Tools funktionieren in Bayern.

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    Von
    • Gregor Schmalzried

    Fast jeder zweite Mensch in Bayern hat bereits eine erste Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Doch bei den Erstimpfungen stockt es – aktuell konzentrieren sich Impfzentren und Hausärzte in Bayern vor allem auf Zweitimpfungen. Das bedeutet: Obwohl die Priorisierung für die Corona-Impfung auch in Impfzentren bald aufgehoben werden soll, sind Impftermine selten und begehrt. Vor allem junge Menschen ohne Beziehungen zu Hausärzten tun sich schwer auf der Suche – selbst wenn sie laut Impfpriorisierung schon an der Reihe sein sollten.

    Weil die Lage so unsicher ist, boomen Websites und Apps, die schnell und einfach Impftermine für Biontech, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson vermitteln sollen. Doch nicht alle Tools funktionieren gleich -–und einige in Bayern gar nicht.

    Termine in Impfzentren

    Termine für die Impfzentren werden in Bayern zentral über das Portal impfzentren.bayern vergeben. Impfzentren werden entsprechend nach Wohnort zugeteilt. Da in den Impfzentren aktuell aber fast ausschließlich Zweitimpfungen vorgenommen werden, versendet das Portal gerade kaum Einladungen zur Erstimpfung.

    In einigen anderen Bundesländern funktioniert die Terminvergabe anders: In Baden-Württemberg oder Hessen beispielsweise kann sich jeder selbst auf die Suche nach einem Termin machen – und dabei jedes Impfzentrum frei auswählen, sobald es einen Termin frei hat.

    Websites wie impfterminübersicht.de und impfterminradar.de haben diesen Prozess automatisiert. Wer auf der Suche nach einem Impftermin in einem der neun Bundesländer ist, in denen das Portal funktioniert, kann benachrichtigt werden, sobald ein neuer Termin frei wird – und muss dann bei der Buchung schnell sein.

    Für Bürger aus Bayern funktionieren diese Portale nicht. Wer in Bayern wohnt und arbeitet, muss auch in Bayern geimpft werden. So will der Freistaat Impftourismus vorbeugen.

    Termine in Arztpraxen

    Anders als bei den Impfzentren werden die Impftermine bei Haus- und Fachärzten dezentral vergeben – jeder Praxis steht es frei, wie sie Termine vergibt. Um den Ansturm auf die Wartelisten zu beruhigen, gibt es nun digitale Hilfe von verschiedener Stelle.

    Technisch gesehen funktionieren alle diese Tools ähnlich: Sobald Arztpraxen freie Termine haben, sollen sie diese auf ein Online-Portal stellen, welches von den Tools ausgelesen wird. Wer dann schnell ist, bekommt den Termin.

    Der Service corona-impftermine.net liest die Online-Termine in zwanzig deutschen Städten aus, darunter München, Nürnberg und Würzburg. Diese werden dann in einem Telegram-Channel veröffentlicht.

    Auch die App Ranstad Impf-Finder will Impfwillige mit Praxen in Verbindung setzen. Hier kann man einen Radius einstellen und hoffen, dass man einen Termin erwischt. Ähnlich plant es die Initiative sofort-impfen.de. Allerdings ist sie bislang noch nicht an den Start gegangen.

    Das Problem: Aktuell gibt es nur wenige freie Impftermine und die meisten Arztpraxen vergeben ihre Termine weiter über Warte- oder Patientenlisten. Bis zu den kommenden Impflieferungen im Sommer bleiben die technischen Helfer damit wohl ohne große Wirkung.

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