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Kryptobörsen wie Coinbase können ins Schlingern geraten — was passiert dann mit den Bitcoin, die sie verwalten?

Kryptobörsen wie Coinbase können ins Schlingern geraten — was passiert dann mit den Bitcoin, die sie verwalten?

Bildrechte: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Andre M. Chang
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Was passiert, wenn meine Kryptobörse pleitegeht?

Kryptowährungen sind riskante Anlagen, deren Wert stark schwankt. Darüber hinaus besteht ein weiteres Risiko: Wer seine Bitcoin in einem Wallet einer Kryptobörse wie Coinbase hält, könnte im Fall einer Insolvenz viel Geld verlieren.

Von
Gregor SchmalzriedGregor Schmalzried
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Für viele Krypto-Anleger war es eine weitere Hiobsbotschaft in einer ohnehin harten Woche: Inmitten fallender Kurse und sinkendem Vertrauen in Kryptowährungen teilte die Kryptobörse Coinbase in einem internen Dokument mit, dass im Falle einer Insolvenz auch die Einlagen von Anlegern gefährdet sein könnten. Das könnte auch viele Nutzer in Deutschland betreffen — ist aber kein reines Coinbase-Problem.

Was ist das Problem mit Wallets bei Kryptobörsen?

Vereinfacht gesagt gibt es für Privatkäufer von Kryptowährungen zwei Methoden, diese aufzubewahren: Die einfachste Methode für Privatanlager ist ein sogenanntes "Custodial Wallet". Hierbei kauft man Bitcoin oder andere Kryptowährungen auf einer Kryptobörse wie Coinbase oder Kraken und lässt diese anschließend von der Börse verwalten.

Das hat den Vorteil, dass es technisch unkompliziert ist und auch technisch weniger versierten Nutzern die Möglichkeit gibt, an Kryptowährungen zu kommen.

Doch der Teufel steckt im Detail: Denn in den Nutzungsbedingungen von Kryptobörsen ist in der Regel festgelegt, dass man lediglich den Zugang auf Coins erwirbt, nicht die Coins selbst. Das bedeutet: Wenn die Kryptobörse selbst in finanzielle Schwierigkeiten gerät und es zu einem Insolvenzverfahren kommt, können die Einlagen von Kunden als Firmenvermögen behandelt und ihren Besitzern entzogen werden.

Wie real ist das Risiko?

Es gibt zahlreiche Kryptobörsen auf dem Markt. Bei vielen davon handelt es sich um seriöse Angebote, doch das Risiko für den Coin-Verlust steigt, wenn man sich an exotischere Anbieter wendet.

Ein Negativbeispiel ist die australische Kryptobörse MyCryptoWallet, die Ende 2021 Insolvenz anmeldete. Berichten der australischen Presse zufolge schuldet der Anbieter seinen Kunden noch Zahlungen im Wert von mehreren Millionen Euro. Ob die Geschädigten das Geld je bekommen werden, ist fraglich.

Bislang handelt es sich hierbei eher um Sonderfälle und es gibt keine konkreten Hinweise auf Insolvenzen bei populären Anbietern wie Kraken oder Coinbase. Wie hoch das Risiko ist, lässt sich deshalb nicht abschätzen.

Gibt es Alternativen?

Kryptokäufer, die ihre Bitcoin, Ether oder andere Kryptowährungen deshalb nicht in der Obhut einer Kryptobörse lassen wollen, haben jedoch eine alternative Möglichkeit: Ein "Non-Custodial Wallet". So bezeichnet man Wallets, die der Nutzer selbst speichert und verwaltet.

Ein Non-Custodial Wallet anzulegen ist jedoch technisch weit aufwendiger als einfach bei einer Krypto-Börse einzukaufen. Zudem birgt es ein ganz neues Risiko: Dass man nämlich die Zugangsdaten verliert. Vergisst man einmal sein Passwort für das eigene Wallet, sind die Bitcoin in der Regel nicht mehr wiederzubekommen.

Kryptowährungen: Geld der Zukunft oder spekulative Blase?

Bildrechte: picture-alliance/dpa

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