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Was Facebook, Twitter & Co. gegen Impf-Desinformation tun wollen | BR24

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Die Corona-Pandemie lässt die Verschwörungsmythen sprießen

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    Was Facebook, Twitter & Co. gegen Impf-Desinformation tun wollen

    Endlich ist sie da, die Impfung gegen Corona. Zugleich sprießen seit Jahren aber auch die Fake News und Verschwörungstheorien zum Thema Impfen. Die sozialen Netzwerke wollen nun gegen Impf-Mythen vorgehen. Kein ganz einfaches Unterfangen.

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    Von
    • Christian Schiffer

    "Facebook soll kein Schiedsrichter sein, der darüber entscheidet, was wahr ist und was nicht", das sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg Ende Mai 2020. Damals hatte die Konkurrenz von Twitter damit begonnen, Tweets des US-Präsidenten Donald Trump zu markieren, die falsche Behauptungen enthielten.

    Mittlerweile aber ist längst klar, dass es sich nicht auf Dauer durchhalten lässt, auf Biegen und Brechen unparteiisch sein zu wollen. Jüngstes Beispiel: Das Thema Impfen. Seit Jahrzehnten kursiert der lägst widerlegte Mythos der "Impflüge", wonach Vakzine beispielsweise Autismus hervorrufen. Im Zuge der Corona-Pandemie verbreitete sich außerdem die Erzählung, wonach Microsoft-Gründer Bill Gates der Menschheit per Impfung Mikrochips verpflanzen möchte, um sie zu kontrollieren.

    Facebooks Kampf gegen Impf-Mythen

    Solche Märchen sind allerdings nicht nur bizarr, sondern auch gefährlich - und kosten im Zweifelsfall sogar Menschenleben. Deswegen ist Facebook in der Vergangenheit bereits gegen Impf-Desinformation vorgegangen, etwa in Pakistan, wo Fake News zur Impfung gegen Kinderlähmung kursierten und in Samoa, als es in dem Inselstaat im Südpazifik zu einem Masern-Ausbruch gekommen war. In diesen Ländern allerdings wurden entsprechende Postings lediglich in ihrer Reichweite eingeschränkt. Geht es um Fake News zu Corona-Impfungen, möchte das Netzwerk rigider vorgehen und solche Meldungen nicht nur weniger sichtbar machen, sondern komplett löschen.

    Auch Twitter und YouTube haben Maßnahmen gegen Impf-Desinformation angekündigt. Twitter will Tweets entfernen, die Verschwörungstheorien zum Thema Impfen enthalten. Zudem sollen auch Tweets gelöscht werden, in denen negative Folgen von Impfungen behauptet werden, die längst widerlegt wurden. Auch die Aussage, dass es Corona gar nicht gebe und Impfungen deswegen überflüssig seien, wird die Plattform nicht dulden.

    Wo hört Meinung auf und beginnt Desinformation?

    Die Frage aber wird sein, inwieweit es den Plattformen gelingt, Fake News zum Thema Impfen aus den eigenen Angeboten zu verbannen. Facebook & Co. haben es hier mit einer gewaltigen Menge an fragewürdigen Postings zu tun, was die Moderationskapazitäten vor beachtliche Herausforderungen stellen dürfte. Und dann stellt sich die Frage, wo eigentlich die Grenze verläuft zwischen Desinformation und Meinungsäußerung. Ist beispielsweise die Aussage: "Ich möchte mich nicht impfen lassen, weil ich es für gefährlich halte" schon verbannenswert? Die Schiedsrichter dürften vor kniffligen Entscheidungen stehen.

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