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Grafikkarten sind momentan extrem teuer

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    Warum kosten Grafikkarten plötzlich so viel Geld?

    Bauteil- und Versorgungsengpässe machen Grafikkarten und andere Computerteile teurer denn je. Die Krise hat mehrere Gründe - und beeinflusst weltweit den Markt.

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    Von
    • Shahrzad Eden Osterer

    Normalerweise gilt bei Technik: Je länger ein Artikel auf dem Markt ist, desto billiger wird er. Das iPhone von letztem Jahr gibt es in der Regel bei Apple immer etwas günstiger - und Festplatten mit einer bestimmten Kapazität kosten Jahr für Jahr weniger. Doch nun scheint sich dieser Trend umzukehren und viele technischen Geräte kosten plötzlich deutlich mehr.

    Besonders betroffen sind Grafikkarten. Viele beliebte Modelle werden aktuell für mehr als das doppelte ihrer früheren Preise gehandelt. Preisvergleichsportale zeigen, wie extrem der Preisanstieg geworden ist: Das beliebte Modell GigaByte GeForce RTX 3070 war vor einem Jahr noch für etwas über 600 Euro zu haben und kam ursprünglich mit einer Preisempfehlung von 499 Euro auf den Markt. Aktuell kostet das Modell um die 1.300 Euro.

    Bei der Knappheit und den hohen Preisen der Grafikkarten spielen verschiedene Faktoren eine Rolle.

    Versorgungsengpässe

    Ende 2020 haben Sony und Microsoft ihre neuesten Spielkonsolen und zeitgleich Nvidia und AMD neue Grafikkarten auf den Markt gebracht, für die es eine sehr hohe Nachfrage gibt. Allerdings sind fast alle Grafikkarten-Hersteller auf das Unternehmen TSMC aus Taiwan angewiesen, welches Mikrochips herstellt.

    Auf Grund der Knappheit kommt es zu einer deutlichen Preissteigerung. Auch andere Industrien leiden unter dem Mangel an Mikrochips, darunter die Automobilindustrie.

    Und selbst wenn viel produziert werden kann, besteht noch immer das Problem, dass die Ware nicht so leicht nach Europa geliefert wird. Grundsätzlich sind wegen der Corona-Pandemie weniger Schiffe auf den Weltmeeren unterwegs. Und da sich die Handelsbeziehungen zwischen China und den USA verschlechtert haben, drohen Containerschiffe, die früher viele Güter in beide Richtungen transportiert haben, leere Rückfahrten. Deswegen scheuen sich die Reedereien davor, sie überhaupt erst auf den Weg zu schicken.

    Der Bitcoin-Boom

    Heute werden Grafikkarten nicht mehr nur für Video- und Computerspiele eingesetzt, sondern in den letzten Jahren immer mehr für das Schürfen von Krypto-Währungen. Immer wenn die Währungen, vor allem der Bitcoin, an Wert gewinnen, steigen auch der Bedarf nach besseren Grafikkarten und dementsprechend deren Preis. Bitcoin erlebt aktuell einen Boom - zeitgleich schnellen die Preise für Chips in die Höhe.

    Scalper kaufen massenhaft auf

    Zu den hohen Preisen haben auch sogenannte “Scalper” beigetragen, die im Moment der Verfügbarkeit der neuen Grafikkarten mit Hilfe automatisierter Kaufprogramme große Mengen bestellen, um diese später zu erhöhten Preisen wieder zu verkaufen.

    Weltweit steigt die Nachfrage

    Während der weltweiten Corona-Pandemie werden deutlich mehr Elektronikteile für Zuhause gekauft. Die Nachfrage nach Spielkonsolen, Mobiltelefonen und Computer ist höher denn ja. In dieser Zeit sind sogar einige PC- und Konsolenspiele sowie Ersatzcontroller schwerer zu finden.

    Ändert sich das bald wieder?

    Die schlechte Nachricht ist: Keiner der obergenannte Bedingungen, die zur Knappheit der Grafik-Chipkarte und deren hohen Preise beitragen, wird sich in naher Zukunft ändern. Mikrochips, die für die Herstellung von Grafikkarten notwendig sind, könnten noch über Jahre Mangelware sein. Deswegen werden Grafikkarten wohl auch in nächster Zeit teuer bleiben.

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