BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Warum der E-Mail-Newsletter ein Comeback feiert | BR24

© Brooke Cagle/Unsplash
Bildrechte: Brooke Cagle/Unsplash

Email-Newsletter - die heimliche technologische Revolution?

Per Mail sharen

    Warum der E-Mail-Newsletter ein Comeback feiert

    Nachrichten per E-Mail - die Idee hinter dem Newsletter ist nicht neu. Trotzdem erlebt der Newsletter gerade eine Hochzeit. Und das interessiert nicht nur Verlage und Publikum. Auch die großen Tech-Unternehmen springen nun auf den Zug auf.

    Per Mail sharen
    Von
    • Gregor Schmalzried

    Alle reden über Virtual Reality, Künstliche Intelligenz und Blockchain. Doch im Journalismus sorgt gerade eine ganz andere technologische Revolution für Furore: der E-Mail-Newsletter. Was erst einmal absurd klingt - schließlich gibt es Newsletter schon seit Jahrzehnten - ergibt beim genauen Hinsehen durchaus Sinn: Denn anders als die versprochenen Technologien der Zukunft hat der Newsletter klare Vorteile im Hier und Jetzt - und erobert deshalb die E-Mail-Postfächer der ganzen Welt.

    Siegeszug des Newsletters

    Für fast alle Zeitungen und Online-Magazine sind Newsletter in den letzten Jahren ein unumgänglicher Teil des Tagesgeschäfts geworden. Tägliche und wöchentliche Nachrichten-Überblicke gehören genauso dazu wie spezielle Newsletter-Angebote extra für Abonnenten. Auch der Bayerischen Rundfunk bietet zahlreiche Newsletter an - darunter auch tägliche Nachrichten von BR24.

    Doch auch für einzelne Autorinnen und Autoren bieten Newsletter Chancen: Um nämlich unabhängig von einem großen Verlag viele Menschen zu erreichen. Vor allem in den USA haben sich zuletzt einige bekannte Gesichter aus Feuilleton und Politik mit einem Newsletter selbstständig gemacht - darunter die Kulturjournalistin Anne Helen Petersen und der Politikblogger Matthew Yglesias.

    Eine besondere Rolle spielt hier Substack - eine junge Newsletter-Plattform, die es erlaubt, einzelne Newsletter-Posts hinter einer Paywall zu verstecken. Auf diese Weise können Leser einzelne Newsletter kostenpflichtig abonnieren, und damit ihre Lieblingsautorinnen direkt unterstützen - ähnlich wie bei einem klassischen Zeitungsabonnement.

    Warum Newsletter den Newsfeed schlagen

    Doch woher kommt auf einmal der Hype um die Newsletter? Schließlich sind sie keine neue Idee, sondern beinahe so alt wie die E-Mail selbst. Tatsächlich ist aber gerade die technische Einfachheit einer der wesentlichen Vorteile gegenüber anderen Plattformen.

    Zwar kann man seine Lieblingszeitung auch auf Facebook oder Twitter abonnieren. Trotzdem muss sich dann darauf verlassen, dass die Algorithmen einem auch tatsächlich die Artikel anzeigen, die man gerne lesen möchte. Technisch anspruchsvollere Lösungen wie eigene Newsfeed-Apps sind für viele Menschen unnötig aufwendig. Und jeden Tag regelmäßig die Startseiten der gleichen Seiten zu checken ist vor allem für jüngere Menschen kaum Teil der täglichen Internet-Nutzung.

    Beim Abonnieren per Newsletter stellt man nicht nur sicher, dass man die Nachrichten auch wirklich bekommt - man kann sich frei einteilen, wann man die E-Mail öffnet und liest. Weil die Nachrichten persönlich adressiert zu einem kommen, muss man sich weniger Sorgen machen, etwas zu verpassen. Und anders als andere technische Lösungen werden E-Mails von allen Altersgruppen genutzt - können also ein breites Publikum erreichen.

    Das Silicon Valley springt auf den Zug auf

    Auch die großen Technologie-Unternehmen im Silicon Valley haben erkannt, dass sich etwas verändert. So hat Twitter letzte Woche die Übernahme des niederländischen Newsletter-Diensts Revue angekündigt. Und auch Facebook soll laut der New York Times an einem Newsletter-Tool arbeiten, mit dem Journalisten und Autorinnen ihr Publikum besser erreichen sollen.

    Bleibt nur die Frage: Was, wenn vor lauter E-Mail-Newslettern das Postfach zu voll wird? Auch hier sind bereits technologische Lösungen in Arbeit. Die Apps Substack Reader und Stoop sollen Möglichkeiten bieten, Newsletter gebündelt wie eine Online-Zeitung zu lesen. Und der junge E-Mail-Dienst Hey.com lässt Newsletter automatisch in einen Extrafeed laufen, anstatt damit den Posteingang zu verstopfen.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!