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Viele Handys werden ohne 3G unbrauchbar | BR24

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Was droht den Usern, wenn Telekom und Co den Schalter bei 3G umlegen. Julian Wenzel erklärt Dominik Holzer die möglichen Probleme.

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Viele Handys werden ohne 3G unbrauchbar

Der Ausbau des superschnellen 5G-Mobilfunknetzes ist gerade erst angelaufen, da machen sich Telekom und Co Gedanken, ein altes Netz abzuschalten. 3G (UMTS) könnte demnächst verschwinden. Für die User hätte das unmittelbare Konsequenzen.

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Ab Januar 2021 könnten die ersten 3G-Masten abgeschalten werden. Ab diesem Termin gibt die Telekom keine Garantie mehr. In den AGBs wird die Verfügbarkeit von 3G explizit nur bis zum 31.12.2020 zugesichert. Bei den anderen Anbietern, wie o2 oder Vodafone, gibt es noch kein so klares Datum. Allerdings ist auch dort zu hören, dass man in ca. 2 Jahren anfangen werde, das 3G-Netz nach und nach abzuschalten.

💡 Was heißt eigentlich 2G, 3G, 4G, 5G?

  • Das G steht für Generation. 2G ist also die zweite Mobilfunknetz-Generation, 5G wird die fünfte.
  • 1G funktionierte noch mit einer analogen Sprachübertragung, danach wurden die Signale digital.
  • 1G gibt es nicht mehr, alle anderen Netz-Generationen existieren bislang schon noch.
  • Die Generationen unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihre Übertragungsgeschwindigkeiten. Während 2G gerade mal rund 10 Kilobit pro Sekunde schafft, sind es bei 4G (LTE) laut Telekom bis zu 300 Gigabit, also 30-tausendmal soviel. 5G soll noch einmal 20 bis 30mal so schnell werden.

(Erklärt von Christian Sachsinger, BR24-Netzwelt)

Ohne 3G, wäre Deutschland teilweise offline

Bis vor ein paar Monaten haben noch nicht mal die Hälfte der Deutschen überhaupt SIM-Karten benutzt, die das aktuelle LTE-Netz unterstützen. Würde heißen: bei einer 3G-Abschaltung wäre halb Deutschland vom Netz. In letzter Zeit ist zum Glück Einiges passiert. SIM-Karten wurden aktualisiert und auch das Netz wird rasant ausgebaut. Trotzdem will derzeit kein Netzanbieter garantieren, dass durch die 3G-Abschaltung in abgelegenen Gebieten keine neuen Funklöcher entstehen.

Ältere Handys können oft noch kein 4G

Besitzer eines Smartphones, das nicht LTE-fähig ist, können bei einer Abschaltung von 3G nicht mehr mobil ins Internet. Im Wesentlichen sind das Modelle, die vor 2013 erschienen sind. iPhones sind beispielsweise ab dem Modell 5S LTE-fähig, Samsung-Galaxy-Geräte ab dem S4. Wer sich nicht sicher ist, kann beim Vergleichsportal Verivox nachschauen. Zur Sicherheit sollte man auch beim Handyvertrag checken, ob LTE oder 5G dazugebucht wurde - das ist zwar inzwischen meistens der Fall. Gegebenenfalls muss der Vertrag aber doch aktualisiert werden, bzw. ein neuer Vertrag abgeschlossen werden.

3G ist zu teuer und zu langsam

Die Netzbetreiber unterhalten im Moment parallel vier Netzstandards: 2G - dazu zählt auch das oft ungeliebte EDGE, das soll weiterhin als eine Art Notfallnetz bestehen bleiben, 3G, 4G bzw. LTE und in Zukunft eben 5G. Und für jedes Netz braucht es zumindest teilweise eigene Infrastruktur. Das ist teuer und deshalb wollen die Konzerne nun, um Kosten zu sparen, 3G abschalten.

Außerdem gibt es die Vorgabe der Bundesnetzagentur, dass bis Anfang 2020 eine Mobilfunkgeschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde für 98 Prozent der deutschen Haushalte zu gewährleisten ist. Diese Übertragungsrate erreicht 3G aber nicht. Und darüber hinaus brauchen die Mobilfunkbetreiber die alten UMTS-Frequenzen für 4G- und 5G-Netze.