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Videos von Kindern: Ermittlungen gegen Youtube | BR24

© picture alliance / NurPhoto

YouTube gerät ins Visier der Verbraucherschützer

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    Videos von Kindern: Ermittlungen gegen Youtube

    Für viele Nutzer ist YouTube nur eine harmlose Video-App, aber Kinder und Jugendliche sind dort nicht immer sicher. Jetzt ermittelt die US-Handelsbehörde, weil YouTube Videos von Kindern verbreitet und empfiehlt - auch an Pädophile.

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    Die US-Handelsbehörde hat YouTube ins Visier genommen: YouTube steht im Verdacht, Kinder zu gefährden, die die Plattform benutzen. Vor allem der Umgang mit Daten und das Design der Plattform stehen dabei in der Kritik. Wie die Washington Post berichtet, kamen die Ermittlungen in Gang, nachdem Datenschützer und Verbraucherschützer sich bei der Handelsbehörde FTC beklagt hatten.

    YouTube - kein sicherer Ort für Kindervideos

    Obwohl YouTube weitgehend unreguliert ist und immer wieder mit Hass und Skandalen zu kämpfen hat, ist die Google-Tochter für viele Kinder und Jugendliche eine der wichtigsten Online-Plattformen. Einer Studie des Rates für kulturelle Bildung zufolge wird YouTube von 86% der 12- bis 19-jährigen regelmäßig genutzt. Seit vier Jahren bietet Google auch eine gesonderte App YouTube Kids an.

    Gefährlich wird es vor allem dann, wenn Kinder selbst in Videos zu sehen sind: Die erhalten auf YouTube oft ungewollte Aufmerksamkeit – darunter auch von Pädophilen. Recherchen der New York Times haben gezeigt, dass unschuldig gemeinte Videos von Kindern, die etwa in einem Planschbecken spielen, oft hunderttausende Aufrufe ansammeln, weil sie von Pädophilen weiterverbreitet werden. Auch kommt es zu sexuell anzüglichen Kommentaren und möglicherweise sogar zur Kontaktaufnahme.

    Wie YouTube jetzt reagiert

    Besonders problematisch: YouTube befeuert die Verbreitung dieser Videos selbst, indem die Plattform sie an tausende Nutzer weltweit weiterempfiehlt. Der Empfehlungs-Algorithmus, der eigentlich nur thematisch verwandte Clips anzeigen soll, hat sich in den letzten Jahren auch als Radikalisierungsmaschine entpuppt. Ohne danach zu suchen, landet man womöglich nach nur wenigen Videos bei rechtsextremen Verschwörungstheorien oder Videos, die von Pädophilen verbreitet werden.

    YouTube hat bereits vor Wochen versucht, auf das Problem zu reagieren. So wurden etwa die Kommentare unter vielen Videos deaktiviert, in denen Kinder zu sehen sind. Auch wurde die Livestream-Funktion für junge Nutzer eingeschränkt. Nun könnte die Google-Tochter aber gezwungen werden, weiter zu gehen. Denkbar ist etwa, dass Videos mit Kindern überhaupt nicht mehr empfohlen werden dürfen, oder ein kompletter Umzug aller Kinder-Inhalte auf die stärker moderierte YouTube Kids-App.